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Bericht für den 3. November
2009 Gold &
Gesellschaft: Die (monetäre) Viererbande hält zusammen Die
WELT schrieb heute in einem Bericht unter dem Titel Die
Devisen der großen Vier sind abgemeldet, dass Dollar, Euro, Pfund
und Yen global an Rückhalt verlieren. Anleger investieren lieber in Länder, deren Notenbanker frühzeitig
zur straffen Geldpolitik zurückgekehrt sind. In den USA, Euroland,
Großbritannien und Japan scheint die Zinswende noch in weiter Ferne. Zu
angeschlagen sind die Kreditinstitute, zu schwach präsentiert sich der
Arbeitsmarkt und zu wackelig die Konjunkturerholung, schreibt die WELT. Der
Artikel lobt insbesondere den Australischen Dollar. Nun, wenn ein Land weit
entfernt ist und man über Australien nicht mehr weiß, als dass es dort Kängurus,
Koala-Bären und eine verheerende Dürre gibt, dann besteht keine Gefahr der
kritischen Hinterfragung dieser These. Zu
dumm für die WELT, dass der Australier Joel Bowman für den gestrigen DAILY
RECKONING einen Bericht unter dem Titel The GDP Fraud veröffentlicht hat. Der
Bericht dreht sich um den Betrug, den die verschiedenen Wahrheitsministerien
--- sorry ich meine natürlich regierungsamtliche
Statistik-Behörden --- mit den Zahlen zum Bruttoinlands-Produkt betreiben.
Insbesondere die australische Regierung schien hier nach Aussage des
Australiers Bowland besonders kreativ gewesen zu
sein. Zuerst
muss man verstehen, wie das Bruttoinlands-Produkt (BIP oder gross
domestic product/GDP)
ermittelt wird. Und das GDP erfasst
dabei nicht nur die Wirtschafts-Aktivität im privaten Sektor, sondern es
fließen auch die Ausgaben des Staates mit ein. Und das ohne Berücksichtigung
der Netto-Neuverschuldung. Es
gibt drei Methoden, das GDP zu ermitteln:
Bei
der expenditure method wird
die Größe einer Volkswirtschaft durch Summieren aller Ausgaben, abzüglich der
Netto-Importe ermittelt. Das heißt der Staat könnte beispielsweise die Renten
und Sozial-Leistungen kräftig auf Pump ausweiten und das GDP würde ansteigen.
Das ist in Australien tatsächlich in größerem Umfang passiert. Das
heißt nicht, dass der Staat nichts zum GDP beitragen würde. Weil er entzieht
den Arbeitnehmern und Unternehmen ja Gelder, die diese sonst wahrscheinlich
ausgegeben hätten. Aber man muss den Anteil der Staatsausgaben zumindest um die
Netto-Neuverschuldung korrigieren. Ein Staat wie die U.S.A., die bei einem
Gesamthaushalt von $3.000 Mrd schon allein $1.500 Mrd durch Neuverschuldung finanzieren müssen, sollten eben
nicht die $3.000 Mrd zum GDP beitragen, sondern nur
mit $1.500 Mrd. Wenn man jetzt noch berücksichtigte, dass ein Großteil der
Schulden durch die Notenbank monetarisiert wurde,
erkennt eindeutig, welcher GDP Fraud hier vorliegt. Warum
führt eine solche Politik nicht zum Abverkauf der Währungen, fragt sich der
Beobachter. Hier sind folgende drei Gründe anzuführen.:
Ein Großteil der Wirtschaftswissenschaftler glaubt noch immer an die Lehren von
John Maynard Keynes. Dessen Philosophie ist, dass der Staat im Rahmen von deficit spending in einer
Rezession den Nachfrageausfall von privater Seite mit staatlichen Konjunktur-Programmen
kompensieren soll. Nach der Theorie kommt die Wirtschaft so wieder in Gang und
der Staat kann seine Stimulus-Maßnahmen wieder zurückfahren. Mit den
Steuermehreinnahmen werden die angehäuften Schulden wieder getilgt. Leider
funktioniert die Theorie nicht, da sich de facto alle Staaten seit Jahrzehnten
in dem Modus eines permanenten deficit spendings befinden. Nun
könnte man anmerken, dass der Staat damit Geldmittel in den
Wirtschafts-Kreislauf einschleust, die sonst nur auf dem Bankkonto schlummern.
Das mag zwar richtig sein, wenn der Staat das Geld wieder zurückzahlt. Aber das
tut er nicht. Deshalb fehlen denjenigen eigentlich ihre an den Staat geliehenen
Gelder, die für den Lebensabend oder Investitionen vorgesehen waren. Sie sind
aber trotzdem, zumindest virtuell, noch da: Dank unseres Geldsystems. Der
Staat geht aber noch weiter, und hier sind wir bei dem zweiten Grund, warum die
Währungen nicht abgekauft werden: Er lässt sich das Geld für seine eigene deficit spending Politik von
seiner Notenbank drucken. Das macht er nicht direkt, sondern versteckt über
indirekte Maßnahmen der Monetarisierung. Ich habe in der Vergangenheit darüber
bereits im Detail berichtet. Der
dritte Grund ist, dass die Staaten und ihre Währungen sich gegenseitig stützen.
Wird die Geldpolitik in einem Land von den Investoren durch Kapital-Flucht
bestraft, dann helfen die anderen Länder durch Ankauf der in Probleme geratenen
Währung. Da sie ihre eigene Währung selbst in beliebigen Umfang schöpfen
können, kann so die in Bedrohung geratene Währung gestützt werden. Der
US-Dollar nebst Euro, Britisches Pfund und Yen ist eine solche
Schicksals-Gemeinschaft. Man kämpft solange, bis man gemeinsam untergeht. Diese
Viererbande hat die Lage anscheinend immer noch unter Kontrolle. Aber man weiß
ja aus der Geschichte, wie das Schicksal einer anderen Viererbande geendet hat. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Bloomberg
berichtete gestern über den Verkauf der Hälfte der rund 400 Tonnen des
IWF-Goldes an die Indische Notenbank: The
International Monetary Fund said it is selling 200 metric tons of gold to the
Reserve Bank of India for about $6.7 billion, its first sale of the precious
metal in nine years. Der vereinbarte Preis pro Feinunze betrug
$1.045. Mit
diesem verkauften Gold schwindet erneut die Hoffnung der Gold-Bären auf einen
nachhaltigen Rückgang des Gold-Preises. Letzte Woche konnte man noch mit
massiver Stützung des US-Dollars den Goldpreis in Richtung der Marke von $1.030
drücken, um die Versteigerung von $182 Mrd neuen
Staatsanleihen abzusichern. Gold
startete den heutigen Handelstag mit einem Zuwachs von fünf Dollar im
asiatischen Markt. Dabei wurde die gestern so hart verteidigte Marke von $1.065
gerissen. Im Londoner Vormittags-Handel nahm der Druck auf Gold aber wieder zu,
so dass die Marke von $1.060 nach unten durchbrochen wurde. Der A.M. Fix kam mit
$1.058,00 (EUR 721,59) zwar sechs Dollar höher als noch vor 24 Stunden
zustande, musste aber gegenüber dem Hoch in Asien Federn lassen. Interessierten
Beobachtern ist der starke Euro-Preis mit knapp 722 zum A.M. Fix sicherlich
aufgefallen. Um 10:00 Uhr MEZ hat nämlich im Vorfeld des heutigen FED-Meetings
die (monetäre) Viererbande --- Erläuterung siehe im Bericht oben ---
zugeschlagen. Damit konnte man einen Goldpreis-Anstieg oberhalb der Marke von
$1.070 noch rechtzeitig abwehren. Der Euro verfiel innerhalb einer
Handelsstunde von $1,4750 auf unter $1,4650. Gold
ließ sich davon nur kurz beeindrucken. Nach dem A.M. Fix setzte es wieder zu
einer Erholung oberhalb der Marke von $1.060 an. Erst bei $1.064 war dann
wieder Schluss. Die Regierungen und ihre Notenbankchefs kämpfen hart um ihre
Wackelwährungen. Was
soll man auch anderes erwarten: In einem Goldstandard basierten Währungssystem
ist für die ganze Kohorte der Liquiditäts-Steuerer
und Bediener der Notenpresse kein Platz mehr. Und Schulden-Politiker würde
schnell vom goldenen Schiedsrichter die rote Karte gezeigt bekommen. Mit
Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde Gold auf bis zu $1.055
gedrückt, konnte sich im Anschluss aber wieder erholen. Zum P.M. Fix stand Gold
dann bereits wieder bei $1.061,00 (EUR 723,34). Auf Euro-Basis hatte Gold
diesen hohen Stand zuletzt im März 2009 erreicht. Von dem absoluten
Euro-Höchstkurs am 20. Februar 2009 in Höhe von EUR 782,44 sind wir allerdings
noch EUR 60 entfernt. Um
16:40 Uhr MEZ war es dann soweit: Gold hat die Marke von $1.070 nach oben
durchbrochen und konnte erst bei $1.080 gestoppt werden. Aber die positive
Entwicklung ging noch weiter und Gold setzte seine Entwicklung bis auf $1.085
fort. Auch die zwei Prozentregel wurde verletzt: Das Gold-Kartell bekommt Gold
einfach nicht mehr unter Kontrolle. Gold
beendete den heutigen Handelstag an der COMEX mit $1.084,90 (EUR 739). Bullionaer Bullionaer - Dr.Neugebauer
präsentiert sich erneut mit eigenem Stand auf der Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse vom 6. bis
7. November 2009 in München. Das Bullionaer-Team
erwartet Sie in der Event Arena des Olympiaparks während der kompletten zwei
Messetage in der Zeit von 9:00 bis 17:30 Uhr. Neben dem Verkauf von Edelmetallen
wird auch Herr Peter Ziemann, Goldanalyst und Verfasser der wochentäglichen Ziemanns GoldNews für
Gespräche am Stand zur Verfügung stehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Wichtige Marktdaten
im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden
seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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