|
Bericht für den 13. November
2009 Gold
& Gesellschaft: Review Gold-Prognosen 2007 Wie lagen eigentlich die Analysten der Citi Group mit
ihrer Gold-Analyse vom 21. September 2007. Unter dem Titel GOLD:
Riding the Re-Flationary Rescue haben sie seinerzeit einen
relativ positiven Ausblick auf den Gold-Preis veröffentlicht. Lassen wir dazu einmal kurz die Ereignisse des Jahres
2007 Revue passieren:
Wir befinden uns also noch in einer Phase, wo die
großen Verwerfungen (Bear Stearns Bankrott im März 2008, die staatliche Rettung
von Fannie Mae & Freddie Mac im Juli 2008 und die Lehman Brothers Pleite im
September 2008) weit vor uns lagen. Lassen wir einige Ausschnitte aus dem 13-seitigen
Report auf uns wirken:
Hier lag der Citi Report bereits September 2007 schon
richtig. Die Reflationary Rescue fing jedoch erst im Jahr 2008 richtig an.
Mit der Prognose, dass sich der Bull Market
fortsetzen würde, lag Citi Group richtig. Mit dem Durchschnitts-Preis von
$750/oz im Jahr 2008/2009 lag der Bericht allerdings falsch. Interessant ist die Analysten-Bewertung
zur Kredit-Klemme: We believe that the
policy resolution to the credit crunch will take the form of a massive, extended
Re-flationary Rescue, in a new cycle of global credit
creation and competitive currency devaluations that should be inherently
positive for pro-cyclical basic material, hart assets, and Gold. Die Staaten und Notenbanken haben weltweit wirklich
zum Mittel der Reflationierung gegriffen. Das hat aber bis Mitte 2008 im
Wesentlichen andere Rohstoffe wie Öl und Platin nach oben getrieben. Gold blieb
hier mit seiner Entwicklung zurück. Erst die mit der Lehman-Krise stattfindende
Deflationierung des Kredit-Geldes hat die eigentliche Stärke von Gold unter
Beweis gestellt. Während die anderen Rohstoffe stark im Preis verfielen, konnte
Gold letztlich gestärkt aus dieser Entwicklung das Jahr 2008 beenden. Der Bericht fragt sich an späterer Stelle, wie die
Zentralbanken wohl auf die Preis-Entwicklung beim Gold reagieren werden. Zitat: Gold undoubtedly faced headwinds this year from resurgent
central bank selling, which was clearly timed
to cap the Gold price. Our sense is that central banks have been forced to
choose between global recession or sacrificing
control of Gold, and have chosen the perceived lesser of two evils. Volltreffer die Citi Group Analysten waren bereits
im Jahr 2007 Anhänger der Theorie, dass der Gold-Preis durch die Zentralbanken
gezielt gedrückt wird. Diese Theorie kann heute keiner mehr ernsthaft
bestreiten. Zusammenfassend lässt sich die Analyse von Citi Group
zu Gold als zutreffend in vielen wichtigen Punkten bewerten. Allein die
Voraussage zum Geld-Preis im Jahr 2008/2009 war jedoch zu pessimistisch. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Nach der gestrigen Plan B Drückung im COMEX-Handel versuchte sich das
Gold-Kartell im Access Handel (Plan C Drückung). Der Gold-Preis musste infolge dessen
weitere vier Dollar abgeben und beendete den New Yorker Handel gestern mit
$1.102,30. Im asiatischen Handel heute früh konnte sich Gold oberhalb der Marke von
$1.105 befestigen. Im frühen Londoner Handel setzte sich diese Entwicklung
fort. Gold wurde zum A.M. Fix mit $1.107,50 (EUR 744,59) fixiert. Im
24-Stundenvergleich musste Gold fast neun Dollar abgeben. Bis zur Eröffnung der New Yorker COMEX konnte Gold die Marke von $1.105
verteidigen. In der ersten Handelsstunde stieg Gold bis auf $1.110 an, bis zwei
erneute Drückungs-Versuche unter die Marke von $1.105 im Sande verliefen. Der
zweite Versuch fiel mit dem Londoner P.M. Fix zusammen, der mit $1.104,00 (EUR
744,24) nun bereits $11 niedriger als am gestrigen Tage zustande kam. Der in der Folge verfallende US-Dollar spornte die Gold-Investoren zu
einem Gegenangriff an, die Gold mit dem COMEX-Schlussstand von $1.116,30 auf
Tageshöchststand enden ließ. Zum Schluss konnte Gold also wieder zehn Dollar
zulegen. Gestern war wieder einmal eine Versteigerung von $18 Mrd an 30-jährigen
US-Treasuries. $2 Mrd hat die N.Y. FED im Rahmen ihrer SOMA-Aktivitäten
gekauft. Diese Treasuries benutzt die FED, um Schrott-Assets von Organisationen
gegen Treasuries zu tauschen (SWAP-Geschäfte). Damit werden Abschreibungen
dieser Schrott-Assets vermieden und die Organisationen müssen keine Verluste
ausweisen. SOMA wirkt also doppelt: Erstens werden Treasuries direkt von der
FED monetarisiert. Und dann stützt die FED noch die Bilanzen bestimmter Firmen. Montag und Dienstag nächster Woche werden kurzfristige Treasuries (Bills)
über insgesamt $88 Mrd versteigert. Der Geld-Hunger des Staates nimmt einfach
kein Ende. Kein Wunder, dass das Big Money zunehmens aus dem System in Gold
flüchtet. Der US-Dollar Index (USDX) ist heute um 0,4 Punkte auf 75,2 gesunken.
Der Euro steht heute wieder bei $1,4920. Ein erneuter Angriff auf die Marke von
$1,50 wird dann wohl wieder Interventionen der EZB zu Gunsten des Dollars provozieren.
Die monetäre Viererbande (FED, EZB, BoJ, BoE) hält weiter zusammen. Deshalb
werden wir trotz weiterer massiver Ausweitung der Monetarisierung durch die BoE
auch keinen Pfund-Abverkauf sehen, der sich an sinkenden Devisen-Kursen
bemerkbar macht. Die Investoren werden sicherlich weiterabverkaufen, aber die
Viererbande wird den Pfund-Kurs schon hochhalten. Wichtige
Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter
Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August
2009 unter bullionaer.de veröffentlicht. © Copyright Dr.
Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
||||||||||||||||||||||||||||||||