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Bericht für den 16. November
2009 Gold
& Gesellschaft: Renaissance des (Sozial-) Adels Wie sorgenfrei war die Zeit des Feudalismus, wo Adel
und Klerus die Ordnung der Dinge vorgaben. Als gotteslästerisch und frivol hätte es gegolten, wenn
einer dahergekommen wäre und Vorschläge zur besseren Verfassung der
Gesellschaft unterbreitet hätte, schreibt Thomas Schmid in seinem
gestrigen Essay für die WELT AM SONNTAG unter dem Titel Der
Steuerstaat passt nicht zur Bürgergesellschaft. Und weiter bemerkte der Autor: Mit Renaissance und Aufklärung wurde der
menschliche Geist kühner und erging sich in Fantasien zur Veränderung des
Gemeinwesens. Mit dieser Philosophie wurde ein gesellschaftlicher
Wandel, weg vom allen und jeden bestimmenden und unfehlbaren Adel und hin zu
einer aufgeklärten bürgerlichen Gesellschaft geschaffen. Ich hatte in meinem Beitrag vom 29. Oktober 2009
einen Aufsatz des Philosophen Peter Sloterdijk unter dem Titel Die Zukunft eines staatlich begründeten Steuerstaates
zum Anlass genommen, die Auswüchse unseres heutigen Sozial-Staates kritisch zu
hinterfragen. Nun ist gerade dieser Peter Sloterdijk vor allem von Axel Honneth,
der
Lordsiegelbewahrer der Kritischen Theorie Frankfurter Provienz
(Zitat aus dem WELT AM SONNTAG Artikel) aufs heftigste kritisiert worden.
Sloterdijk sei ein asozialer Lump. Die Freude an dem kritischen Hinterfragen und des Aufbruchs,
das eine aufgeklärte Gesellschaft ausmacht, hat sich also längst verflüchtigt.
An seiner Stelle sind die alten Denk- und Handels-Muster des Feudalismus
getreten. Nur dass dieser Neu-Adel nicht mehr als ein solcher eindeutig identifizierbar
ist. Die bürgerliche Kritik richtet sich an die
Geburtsfehler, die der bundesdeutsche Sozial-Staat mit sich herumträgt. Thomas
Schmid merkt hierzu an: Erstens ist er (der Sozialstaat) - siehe Bismarck - eine obrigkeitliche Erfindung. Er wurde Ende des
19. Jahrhunderts nicht begründet, um die Menschen selbständig zu machen. Er
sollte Revolten und Widerstand verhindern. Nicht der Bürger, sondern der
stillgestellte Klient war die Zielperson. Bildung und darauf aufbauende Kritik waren schon
immer der herrschenden Klasse ein Dorn im Auge. Man braucht hier nicht mehr als
150 Jahre zurück zu schauen, um Aspekte dieses Spiels beobachten zu können. Hat
nicht die systematische Zerstörung des weltweit bewunderten deutschen
(Universal-)Schulsystems, das noch vor längerer Zeit eine Vielzahl von natur-
und geisteswissenschaftlichen Größen mit einer Vielzahl von Patenten und
Nobel-Preisträgern hervorbrachte, die Verblödungs-Gesellschaft mit
RTL-Frühstücksfernsehen, Big Brothers und den diversen Fäkalien-Produktionen
begünstigt. Der Sozial-Staat, gerne als eine Errungenschaft
beklatscht, ist in seiner heutigen Ausprägung eine Niederlage: Er hat den
Bürger zuerst verblödet, dann entmündigt und zuletzt demotiviert. Eine Schicht von Ausgeschlossenen bringt keine
selbständig denkenden Bürger mehr hervor. Sie ist Spielball eines als
Sozial-Adel wiedergeboren Feudalismus. Und nun versteht man auch, warum eine
gebildete und unabhängige bürgerliche Mittelschicht der Feind dieses aus
Sozial-Politikern, Gewerkschaftlern und Interessensvertretern bestehenden neuen
Klerus der Nichtkritisierbaren ist: Nur eine Gesellschaft, die sich der neuen
sozial-politisch industriellen Obrigkeit unterordnet, ist eine wohlgewollte
Gesellschaft. Will heißen: Wer die letzten Reste der bürgerlichen
Gesellschaft beseitigt, wo Eigeninitiative das Primat ist und der Staat eher eine
kritisch beäugte Randerscheining spielen sollte, dem wird die Bahn für eine
neue Gesellschaftsform geschaffen --- dem Sozial-Faschismus. In dem Bericht der WELT AM SONNTAG wird der Etatismus
als Ursache für diese Entwicklung identifiziert. Der Etatismus hat nicht nur
den Sozial-Staat geschaffen, sondern der Staat hat seit Beginn der
Industrialisierung den Versuch unternommen, den Staat durch das Machtmittel der
Steuern auszubauen. Schon Ludwig Mises (Theorie des Geldes und der
Umlaufmittel, Achtes Kapitel - Die Geldpolitik des Etatismus) sieht in dem
Etatismus die Lehre von der Allmacht des Staates und als Praxis die Politik,
die alle irdischen Dinge durch Gebote und Verbote der Obrigkeit zu ordnen bestrebt
ist. Das Gesellschaftsideal des Etatismus ist nach Mises ein besonders
gestaltetes sozialistisches Gemeinwesen.
Den Eigentümern werden zwar Namen und Ehren des Eigentums und das Recht
auf den Bezug eines angemessenen und standesgemäßen Einkommens gelassen; doch
in Wahrheit wird jedes Geschäft in ein Amt, jeder Erwerb in einen Beamtenberuf
verwandelt. Für Selbständigkeit des Unternehmers ist im Staatssozialismus aller
Spielarten kein Raum. Das sind keine heute getroffenen Aussagen, sondern sie
stammen aus den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Warum ist das für einen Gold-Bericht relevant? Weil
nach Ludwig Mises der Etatist im Geld ein Geschöpf des Staates sieht. Und unser
heutiges Geld ist rein staatsgeschaffen. Ein nicht staatsgeschaffenes Geld
entzieht dem Etatismus seine Grundlage. Und damit indirekt auch dem
allmächtigen Steuer- und Sozial-Staat seine Existenzgrundlagen. Wir brauchen eine neue Phase der Aufklärung, in der
es nicht nur um Brot (= Staats-Knete) und Spiele (= Trash-TV) geht. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Es gibt Zeiten, da sind auch hochbezahlte Jobs einfach nur frustrierend.
Genauso muss es derzeit den Tradern des Gold-Kartells gehen, denen der
Gold-Preis von einem Drückungs-Versuch zum Nächsten (nach oben) davonläuft. JP Morgan, HSBC und die Deutsche Bank können in dieser Konstellation nur
noch Verluste einfahren, während die verbissenen
jetzt-muss-doch-eine-größere-Korrektur-kommenden Shorties um ihr Leben rennen
müssen. Welch ein Waterloo für die technischen Analysten und
Elliott-Wellen-Idioten, die noch in der Phantasie-Welt leben, dass Gold ein
freier Markt sei. Aber wahrscheinlich sind das sowieso eher Theoretiker, die
selbst kein eigenes Geld zum Investieren haben und sich in
pseudo-intellektuellen Foren an ihren Thesen erfreuen. Oder sie versenken ohne
eigenes Risiko das Geld ihrer Anhänger-Gemeinde: Wer will schon an der
Unfehlbarkeit des Gurus zweifeln. Wenn auch nur ein Quentchen Wahrheit an der These sein sollte, dass
große Teile des US-Goldes in Fort Knox, KY und West Point, NY, sowie die für
viele Staaten gelagerten Goldreserven in den Kellern der New Yorker FED in
Manhattan mit Wolfram-Kern versehene Fälschungen sind, dann wird sowieso ein
Sturm losbrechen, der den mit $50.000 / Unze von Eichelburg prognostierten
Gold-Preis wie ein laues Windchen aussehen lassen wird. Das soll nicht heissen, dass eine Korrektur unmöglich ist. Denn man ist
schon verstärkt auf der Suche nach physischem Gold, das man zwecks Beruhigung
der Märkte dringendst benötigt. Zum Beispiel über Derivate-Geschäfte im
Over-the-Counter (OTC) Markt mit den Verwaltern der Gold-Vorräte des Big Money. Die wesentlichen Impulse des heutigen Tages kamen aus Asien. Dort haben
die Regierungs-Chefs auf ihrer regionalen Wirtschafts-Konferenz eine Fortsetzung
der staatlichen Stimulus-Maßnahmen verkündet. Eigentlich nichts Überraschendes,
was den Ausbruch des Gold-Preises in zwei Wellen erst oberhalb der Marke von
$1.125 und dann $1.130 rechtfertigen würde. Im Londoner Vormittags-Handel konnte die Marke von $1.130 gehalten
werden. Der A.M. Fix kam um 11:30 Uhr MEZ mit $1.128,75 (EUR 754,41) um $21
höher als noch am letzten Freitag zustande. Heute Nachmittag war wieder einmal ein Versteigungs-Termin für
kurzlaufende Treasuries (sogenannte Bills). Deshalb bröckelte wohl der
Goldpreis vor Beginn des Handels an der COMEX wieder etwas ab. Mit Eröffnung
des Handels an der COMEX misslang ein Drückungs-Versuch in Richtung der Marke
von $1.125. Der um 16:00 Uhr MEZ mit $1.130,00 (EUR 754,59) folgende P.M. Fix bestätigte
eindrucksvoll, dass nicht nur Derivate für den Preis-Anstieg ausschlaggebend
waren. Im Vergleich zum P.M. Fix vom letzten Freitag legte Gold eindrucksvolle
$26 zu. In einem ausgeglichenen Markt wären solche Preis-Anstiege nicht zu
erwarten gewesen. Noch besser erging es Silber, das zur gleichen Zeit einen
plötzlichen Sprung um $0,40 machte und endlich die Marke von $18 überschreiten
konnte. Eine Stunde vor Ende des Handels an der COMEX setzte Gold zu einer
weiteren Aufwärts-Bewegung an, die erst mit Schluss des Handels an der COMEX um
19:30 Uhr MEZ bei $1.138,30 ihr Ende fand. Im sonst eher ruhigen Access Handel konnte Gold sogar noch die Marke von
$1.140 überschreiten. Der US-Dollar notierte mit 74,9 (USDX) zwar um 0,3 Punkte niedriger als
noch am letzten Freitag. Dafür fielen aber die Renditen der 10-jährigen
Treasury Notes drastisch auf 3,3 Prozent. Der Quotient aus beiden Werten stieg
um rekordverdächtige 1,2 Punkte auf 22,7. Irgendwie sind diese beiden
Ereignisse, der Anstieg des Goldpreises und der Rückgang der Real-Zinsen der
Treasuries nicht in Einklang zu bringen. Aber die Zeiten der freien Märkte liegen ja auch bereits hinter uns. Und
so wird die blökende Herde am Aktien-Markt noch in dem Glauben gelassen, dass
alles wieder gut wird. Wichtige
Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter
Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August
2009 unter bullionaer.de veröffentlicht. © Copyright Dr.
Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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