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Bericht für den 17. November
2009 Gold
& Gesellschaft: Siamesische Zwillinge In der Öffentlichkeit wird China als der
Wachstums-Motor der Weltwirtschaft gesehen. Und als derjenige, der den Abzug
einer geladenen Treasury-Pistole jederzeit ziehen könnte und dabei erst den
US-Dollar und dann die U.S.A. selbst pulverisieren kann. Beide Ansichten sind falsch. Ambrose Evans-Pritchard vom Londoner Telegraph bestätigt
dies in seinem Bericht vom Sonntag unter der Titel China ist mehr Gefahr für das Weltwirtschafts-System,
als dessen Motor. Vartian sieht in den Chinesen die Komplizen beim
monetaristischen Betrug, um den kalten Krieg zu gewinnen: Die haben total wettbewerbswidrig geklaute
Produkte unter Umgehung jedes Wettbewerbsrechts exportiert, Investoren in Joint
Ventures gezwungen und damit Technologie geklaut. Unter seriösen Umständen
wären die Weltmärkte für chinesische Produkte nie geöffnet worden. Das war ein
Industriekahlschlag in den USA als Folge und eine Katastrophenhandelsbilanz,
die man dauernd gegenfinanzieren musste mit etwas. Ich kann diese Meinung aus Sicht der
Telekomunikations-Hersteller nur teilen. Zuerst wurden Firmen wie Siemens,
Alcatel, Lucent, Nortel und Ericsson aufgefordert, sich an riesigen
Infrastruktur-Projekten in China zu beteiligen. Und dann wurde diesen Firmen
zur Auflage gemacht, dass die Auftrags-Ausführung im Rahmen eines Joint
Ventures mit einem chinesischen Hersteller zu erfolgen hätte. Mit Hilfe des
chinsischen Geheimdienstes fand dann ein massiver Technologie-Transfer statt.
Andere würden behaupten, die Chinesen hätten das Know How geklaut und zum
Aufbau ihrer eigenen Industrie abgekupfert. Das Ergebnis war, dass riesige staatsfinanzierte
Telekommunikations-Hersteller wie Huawei und ZTE aus dem Boden gestampft wurden,
die zuerst den Binnenmarkt nun eigenständig beliefern konnten. Und nun ihren
westlichen Vorbildern die Märkte in den U.S.A. und Europa streitig machen. Es
wird behauptet, dass von den westlichen Infrastruktur-Herstellern nur noch
Ericsson profitabel sei. Andere wie Nortel sind entweder Pleite oder wie
Alcatel-Lucent und Nokia/Siemens auf dem Weg dorthin. Chinas Vorstoß zu Lasten der Anderen wird zu einer
Gefahr. Justin Lin, Chef-Ökonom der
World Bank wird im
Telegraph mit folgender Aussage zitiert: The greater danger
is that record levels of idle plant almost everywhere will feed a downward
spiral of job cuts and corporate busts. Iam
more worried about deflation. Und auch Paul Krugman, Nobel-Preisträger merkt an, dass
China seine Arbeitslosigkeit exportiert und damit den Amerikanern ihre Jobs
stiehlt. At some point, American workers will rebel. China denkt, es sei am längeren Hebel, da es mit dem
Abverkauf seiner US-Dollar Reserven eine weltweite Dollar-Krise hervorrufen
könnte. Und die U.S.A. seien ja in vielen Bereichen bereits deindustrialisiert,
so dass sie auf chinesische Produkte angewiesen seien. Auf der anderen Seite hängen knapp 40 Prozent des
chinesischen Brutto-Inlandsproduktes vom Export ab. Viele Firmen in China
müssten Bankrott anmelden und Millionene von Arbeitern entlassen, wenn die
U.S.A. plötzlich als Abnehmer-Land ausfallen würden. Ich habe diese gegenseitige Abhängigkeit gerne mit
dem Begriff siamesische Zwillinge umschrieben. Jeder will sich eigentlich von
dem anderen trennen, aber der Versuch der Trennung riskiert das Leben Beider. Vartian und
Evans-Pritchard sehen die strategische
Balance auf Seiten der
U.S.A.: Letztendlich sei der US-Dollar nur eine
Binnenwährung, merkt auch Vartian an. Und mit einer Binnen-Währung Dollar kann
man nur in den U.S.A. einkaufen. Die Chinesen als Importeure amerikanischer
Industrie-Produkte klingt zwar heute lächerlich. Aber wenn der US-Dollar
weltweit nicht mehr als Zahlungs-Mittel akzeptiert wird, dann bleibt China wohl
keine andere Wahl. Und dass die U.S.A. im Fall der Fälle dazu in der
Lage sein würden, Industrien schnell wieder aus dem Boden zu stampfen, dürfte
keiner mehr ernsthaft bezweifeln. Wer die Amerikaner wie Japan zu Beginn des
Zweiten Weltkrieges unterschätzte, sah sich schnell auf der Verlierer-Seite wieder.
If provoked, the Viele werden erwidern, dass die massiven
Stimulus-Maßnahmen des chinesischen Staates die Binnen-Konjunktur in Gang
bringen würden. Aber die Realität ist, dass das Geld für noch mehr Gebäude,
Industrie-Anlagen und Infrastruktur-Projekte ausgegeben wird, die einzig und
allein auf Export ausgelegt sind. The world economy is still skating
on thin ice. The West is sated with debt, the East with plant. Warten wir ab, wer als erster die Nerven verliert und
den Abzug drückt. Aktuelle
Entwicklung an den Gold-Märkten Der gestrige Anstieg des Gold-Preises nach dem Londoner P.M. Fix war
wohl ein Short-Squeeze. Durch diesen Anstieg hat man eine Reihe von
spekulativen Shorts aus ihren Positionen getrieben. Diese mussten Deckung für
ihre Positionen suchen und trieben dadurch den Gold-Preis nach oben. Der physische Markt heute wollte jedenfalls nicht einem Preis-Anstieg um
die Marke von $1.040 folgen. Noch nicht. So verlief der heutige Tag zwar mit negativen Gold-Notierungen, aber das
gestrige im physischen Handel erreichte Preis-Niveau konnte verteidigt und
sogar noch ausgebaut werden. Der A.M. Fix kam mit $1.131,75 (EUR 759,26) um
drei Dollar höher als gestern zur gleichen Zeit zustande, während zum P.M. Fix
mit $1.134,75 (EUR 763,58) sogar fünf Dollar zulegen konnte. Das Gold-Kartell war meines Erachtens an der heutigen Preis-Entwicklung
nur am Rande beteiligt. Ich bekomme ab und zu Zuschriften von Lesern, die nicht verstehen, wie
die Gold-Kartell Banken bei steigenden Gold-Preisen ohne Verlust bzw mit Gewinn
aus ihren Derivate-Geschäften an der COMEX herauskommen. Ich versuche das
einmal an einem Beispiel zu erläutern. Tag 1: Gold steht bei $800 und wird durch
die Longs im Preis nach oben getrieben. Die Gold-Kartell Banken halten dagegen
und verkaufen 1.000 COMEX Positionen Short zu einem durchschnittlichen Kurs von
$805. Am Ende von Tag 1 steht Gold auf $810. Tag 2: Gold steht nun bei $810 und wird
weiter nach oben getrieben. Die Gold-Kartell Banken halten dagegen und
verkaufen weitere 1.000 COMEX Positionen Short zu einem durchschnittlichen Kurs
von $815. Am Ende von Tag 2 steht Gold auf $820. Tag 3: Gold steht nun bei $820 und wird
weiter nach oben getrieben. Die Gold-Kartell Banken halten dagegen und
verkaufen weitere 1.000 COMEX Positionen Short zu einem durchschnittlichen Kurs
von $825. Am Ende von Tag 3 steht Gold auf $830. Tag 4: Gold steht nun bei $830 und wird
weiter nach oben getrieben. Die Gold-Kartell Banken halten dagegen und verkaufen
weitere 1.000 COMEX Positionen Short zu einem durchschnittlichen Kurs von $835.
Am Ende von Tag 4 steht Gold auf $840. Tag 5: Gold steht nun bei $840 und wird
weiter nach oben getrieben. Die Gold-Kartell Banken halten dagegen und
verkaufen weitere 1.000 COMEX Positionen Short zu einem durchschnittlichen Kurs
von $845. Am Ende von Tag 5 steht Gold auf $850. Die Gold-Kartell Banken sitzen am Ende von Tag 5 auf 5.000
COMEX-Positionen mit einem durchschnittlichen Kurs von $825. Bei Gold $850
haben sie also unrealisierte Verluste von 5.000 Positionen * 100 oz * ($850 -
$825) = $12,5 Mio gemacht. Bislang ist kein physisches Gold geflossen. Am Tag 6 wird nun Gold im
physischen Handel, d.h. vor Beginn des Handels an der COMEX, mit
Zentralbank-Gold von $850 auf $840 gedrückt. Mit Beginn des Handels an der
COMEX fangen die Gold-Kartell Banken an, 1.000 neue Short-Positionen für $830
zu verkaufen. Das drückt den Preis auf
$830. Eine Reihe von spekulativen Longs verlieren nun die Nerven und versuchen
ihre Positionen bestmöglich zu verkaufen. Da sich im nachgebenden Markt kein
Käufer mehr bei $830 findet, fällt der Preis auf $825. Nun verkaufen die Gold-Kartell Banken weitere 1.000 Positionen für $820.
Weitere Longs geraten in Probleme und müssen über Stop Loss oder Margin Calls
ihre Positionen zwangsliquidieren. Der Preis fällt daraufhin weiter auf $815. Am Ende von Tag 6 steht Gold bei $815 und die Longs sind nassgeschwitzt.
Die Gold-Kartell Banken halten jetzt 7.000 Positionen zu einem
Durchschnittspreis von $825. Sie haben jetzt einen unrealisierten Gewinn von
7.000 Positionen * 100 oz * ($825 - $815) = $7 Mio gemacht. Würden sie jedoch ihre Positionen jetzt wieder verkaufen, dann würde
Gold wohl schnell wieder ansteigen. Deshalb wird am Tag 7 erneut
mit Zentralbank-Gold der Preis auf $805 gedrückt. Zu Anfang des COMEX-Handels kommt es zu
erneuten Panik-Verkäufen der Longs, die Gold unter die Marke von $800 treibt.
Bei $800 beginnen die Gold-Kartell Banken gezielt, ihre Positionen zu glätten.
Das möge beispielsweise für 1.000 Positionen gelten. Der Gold-Preis erholt sich
in der Folge und die Gold-Kartell Banken können jeweils weitere 1.000
Positionen für $805 und $810 verkaufen. Am Ende des Tages 7 steht Gold bei
$810. Das Gold-Kartell sitzt zwar noch auf 4.000 Positionen zu $815, hat aber
einen Gewinn aus der Auflösung der 3.000 Positionen von 100 oz * [1.000 * ($815
- $800) + 1.000 * ($815 - $805) + 1.000 * ($815 - $810)] = $3 Mio gemacht. Der
Gold-Preis müsste also über $822,50 steigen, damit die 4.000 Positionen zu $815
wieder in der Verlust-Zone sind. Man konnte dieses Handels-Muster in der Vergangenheit gut beobachten: a)
Gold steigt immer nur in kleinen Schritten b)
Die Drückung wird im physischen Handel eingeleitet c)
Im COMEX-Handel werden weitere Short-Positionen zum
niedrigen Preis verkauft d)
Der Preis-Rückgang verläuft in mehreren Stufen e)
Am nächsten Tag hält die Drückung im physischen Handel an
und anfangs herrscht an der COMEX noch Verkaufs-Panik f)
Die Gold-Kartell Banken decken ihre Positionen nun billig
ein und der Preis stabilisiert sich Was wir die letzten beiden Monate beobachten konnten ist, dass diese
Strategie nicht mehr zu funktionieren scheint. Die Gold-Kartell Banken
versuchen zwar den Goldpreis-Anstieg unter Kontrolle zu halten, aber der
Versuch, eine Drückung im physischen Handel einzuläuten, funktioniert nicht
mehr. Deshalb häufen sich nun die Verluste der Gold-Kartell Banken und ich
frage mich, wann diese ebenfalls in Panik ihre Positionen glätten müssen. Das
würde einen Mega-Ausbruch beim Gold zur Folge haben. Trotz steigenden US-Dollars, der USDX tendierte heute mit 75,4 um 0,5
Punkte höher als gestern, konnte sich Gold zum Schluss des COMEX-Handels auf
$1.139,00 verbessern. Noch eindrucksvoller ist dadurch der Euro-Kurs mit EUR
766,90. Wichtige
Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns
Gold News Ziemanns Gold News, bislang unter Walter
Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August
2009 unter bullionaer.de veröffentlicht. © Copyright Dr.
Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
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