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Bericht für den 19. November 2009 Gold & Gesellschaft: Schmalspur-Staat Die Steuersenkungs-Pläne der
Schwarz-Gelben Koalition scheinen nun diejenigen aufgeweckt zu haben, die ein
Recht des Staates nach immer mehr Abgaben von seinen Bürgern zur Maxime ihres
Handels gemacht haben. Der SPIEGEL berichtet heute unter
dem Titel Wirtschaftsweiser
erwartet brutalen Sparkurs von der Kritik des Wirtschaftsforschers
Peter Bofinger an den Steuersenkungs-Plänen der Koalition. Laut Bofinger müsse
wegen der Steuergeschenke zu Lasten von Wachstum und Beschäftigung hart gespart
werden. Übrig bleibe schließlich nur noch ein Schmalspur-Staat. Was hat dieser
angebliche Wirtschaftsweise eigentlich geraucht. Besteht nicht ein Recht jedes
einzelnen Steuerzahlers darauf, dass der Staat die von ihm erhobenen Steuern
immer kritisch hinterfragen und begründen muss. Sollte der Staat nicht so
haushalten, dass seinen Bürgern von dem hart erarbeiteten Geld am Ende des
Monats möglichst viel übrigbleibt. Kann der Bürger nicht besser mit seinem Geld
haushalten, als es der Staat tut, wenn er Steuern erhebt und nach dem
Gießkannen-Prinzip diese Gelder wieder an seine Bürger ausschüttet. Die Einsparungen würden vor allem zu Lasten von Investitionen
und damit zu Lasten von Wachstum und Beschäftigung gehen, wird
Bofinger mit seiner Kritik im SPIEGEL-Artikel
zitiert. Die Bundesbank schreibt zur
Entwicklung der staatlichen Investitionsausgaben in ihrem Monatsbericht vom
Oktober 2009 dazu: Die staatliche Investitionstätigkeit in Deutschland ist seit
Längerem durch einen Abwärtstrend gekennzeichnet. Bei einer somit sinkenden
staatlichen Sachvermögensquote und einer gleichzeitig steigenden Schuldenquote
hat sich die staatliche Vermögensposition im Zeitverlauf stark verschlechtert.
Und die auf der nächsten Seite folgende Graphik zeigt, dass die staatlichen
Brutto-Investitionen sich von knapp 5 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes im
Jahr 1970 auf heute 1,6 Prozent
verringert haben. Berücksichtigt man die Abschreibungen (also die
Abnutzung der bestehenden Infrastruktur), dann ist die Netto-Investitionsquote
von über 3 Prozent im Jahre 1970 auf unter Null gefallen. Deutschland lebt von
der Substanz. Wenn man sich diese Zahlen
anschaut, dann scheint Bofinger Recht zu haben. Der deutsche Staat ist wirklich
ein Schmalspur-Staat, weil seine Investitions-Tätigkeit einen immer kleiner
werdenden Anteil ausmacht. Inzwischen schon so klein, dass die
Erneuerungs-Investitionen nicht mehr dazu ausreichen, die Infrastruktur
vollständig in Gang zu halten. Wir dürfen das ja täglich erleben: Am Zustand
der Straßen oder öffentlicher Gebäude beispielsweise. Das Problem ist, dass ein immer
größer werdender Anteil der staatlichen Einnahmen in den konsumptiven
Bereich geht. Und hier im Wesentlichen in Sozial- und Transferleistungen. Der
Steuerzahler müsste sich also fragen: Wenn der Staat nicht mehr in
Infrastruktur investiert, die uns allen in Form von Straßen, Schienen und
anderen Infrastruktur-Maßnahmen zu Gute kommt, warum soll ich dann noch so viel
Steuern zahlen. Nur um den Konsum des Staates zu befriedigen. Das ist keine
gute Argumentation: Der Staat nimmt dem Bürger ein Teil seines Einkommens ab,
um andere Bürger damit alimentieren zu können. Keiner zahlt gerne Steuern. Aber
mit dem Infrastruktur-Argument könnte man den Bürger überzeugen, dass seine
Zwangs-Abgaben gut angelegt sind. Auch eine soziale Grundsicherung ist
vermittelbar – es könnte ja einen in Zukunft selbst treffen. Aber eine
Alimentierung von fast 50 Prozent der Bevölkerung schießt über dieses Ziel weit
hinaus. Und hier kommt nun der wahre
Bofinger zum Vorschein, der die wissenschaftliche
Speer-Spitze des sozial-politisch industriellen Komplexes darstellt: Er möchte
mit seiner Kritik sicherstellen, dass die Staats-Knete weiterhin
ungehindert dem Sozial-Staat
zufließt. Den Schmalspur-Staat, den Bofinger als düstere Zukunfts-Vision
beschreibt, den haben wir ja bereits. Was er aber wirklich meint, ist die
Gefahr des Abbaus des Sozial-Staates. Bofinger möchte die bereits siebenspurige
Sozial-Autobahn nicht gefährden. Und der Ausbau der achten, neunten und zehnten
Spur wird bereits am Horizont sichtbar. Einen nachhaltiger
Wirtschaftsschub durch Alimentierung der Sozial-Staat Abhängigen wird es nicht
geben. Die Warnungen von Bofinger sind lediglich ein Schuss vor dem Bug der
Regierung, die Umverteilmaschine Staat nicht in Frage zu stellen. Und vor dem
sozial-politisch industriellen Komplex ist die letzten Jahrzehnte bislang jede
Regierung eingebrochen. Wir werden es leider auch diesmal wieder beobachten
dürfen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die gestrige kurzzeitige Überschreitung der Marke
von $1.150 zum P.M. Fix hat beim Gold Kartell Panik ausbrechen lassen. Im
späten COMEX-Handel wurde Gold daraufhin auf
$1.141,00 gedrückt. Nachdem es im asiatischen Markt heute früh relativ
ruhig geblieben ist, wurde gegen 9:00 Uhr MEZ aus
heiterem Himmel der Dollar gehoben. In der Folge wurde Gold wieder unter die
Marke von $1.140 gedrückt. Diese Maßnahmen zur System-Rettung werden auch immer
kurzweiliger und verzweifelter. Dem Kurs in Euro hat dies erst einmal nicht
geschadet. Der A.M. Fix kam mit $1.136,00 (EUR 763,85) um $10
niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Im Anschluss wurde Gold auf bis zu $1.033 gedrückt, konnte sich dann aber in den Nachmittag hinein wieder
stabilisieren. Auch die bisher zum Beginn des Handels an der COMEX beobachtete
Anfangs-Drückung fand heute nicht statt. Zum P.M. Fix verfiel Gold dann aber wieder auf den
Stand des A.M. Fixes: $1.135,50 (EUR 763,36). Eine
halbe Stunde später schlugen zwei Versuche fehl, Gold wieder an die Marke von
$1.130 zu drücken. Dann ging es aber wieder bergauf: Gold beendete den Handel
an der COMEX mit $1.141 auf dem Niveau von gestern. Im Access Handel konnte Gold weiter zulegen. Das Gold-Kartell schafft es einfach nicht, den
Gold-Preis im Londoner Handel mit physischem Material so stark zu drücken, dass die Kartell-Banken langsam ihre unter Wasser
befindlichen Short-Positionen zurückkaufen können. Statt
dessen steigt der Gold-Preis. Der US-Dollar Index legte heute 0,2 Punkte zu. Nach dem aktuellen Bank Participation
Report der Aufsichtsbehörde für die Commodity Märkte
(CFTC) sind weiterhin zwei U.S. Banken stark in Future-Markt
short. Die beiden Banken, höchstwahrscheinlich
handelt es sich hierbei um JP Morgan Chase und HSBC, halten zum 3. November
2009 netto-short Positionen von 122.808 Kontrakten.
Das entspricht einer Menge von 382 Tonnen Gold. Gegenüber dem Vormonat haben
die beiden Banken ihre Positionen um etwas mehr als 6.000 Kontrakte
ausgeweitet. Üblicherweise sollten sich hinter solchen
Positionen Vorwärtsverkäufe der Gold-Minenbetreiber verstecken, welche die
beiden U.S. Banken mit der Ausführung dieser Transaktionen beauftragen. Nun
sind aber viele Minen-Betreiber wegen des steigenden Gold-Preises dazu
übergegangen, keine neuen Vorwärtsverkäufe mehr zu tätigen bzw
ihre bestehenden Positionen zum Teil mit großen Verlust zurückzukaufen.
Meldungen von Barrick diesbezüglich machten die
letzten Tage die Runde. Wenn es die Minen-Betreiber nicht sind, die für die
Short-Positionen an der COMEX verantwortlich sind, dann bleibt nur eine andere
Erklärung übrig: Die o.g. Banken gehen diese
Positionen ohne Gold-Deckung, d.h. naked-short,
einzig und allein zu dem Zweck ein, den Gold-Preis zu drücken oder zumindest
einen stärkeren Anstieg zu verhindern. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert,
werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht. ©
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