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Bericht für den 20. November 2009 Gold & Gesellschaft: Worst-Case Debt Scenario Ein Analysten-Bericht der
französischen Großbank Societe Generale vom 13. Oktober hat einige Verwirrungen
hervorgerufen. Dieser Bericht unter dem Titel WORST-CASE DEBT SCENARIO –
PROTECTING YOURSELF AGAINST ECONOMIC COLLAPSE wurde wohl nur einem ausgeprägten
Kunden-Kreis zugänglich gemacht. Der Londoner Telegraph zitierte jedoch vor
kurzem Passagen aus diesem Report und sah sich wieder in seiner bereits seit
langem vertretenen These bestätigt, dass eine Deflation eher wahrscheinlich sei
als eine Inflation. Nun muss man vor dem Hintergrund
der massiven Staatsverschuldung und den besonders aktiven Geld-Druckern der
Bank of England verstehen, dass die britischen Medien die Politik ihrer
Politiker und Notenbanker aktiv unterstützen wollen. Deshalb sucht man
leidenschaftlich Komplizen, um die Deflation-These zu
stützen. Damit wäre die Begründung für Quantitative Easing
und andere Monetarisierungs-Programme der BoE
gegeben. Der Analysten-Bericht ist aber
weit weniger schlimm, als es in der Presse dargestellt wird. Die Analysten von
der Societe Generale gehen auch in ihrem Worst Case Szenario nicht von einer Kernschmelze (Meltdown) des Systems aus. Vielmehr befürchten sie, dass
die Entwicklung vor allen Dingen in den U.S.A. gleichförmig mit der Entwicklung
in Japan Anfang der 90er-Jahre verlaufen könnte. Die 90er-Jahre wurden auch als
das verlorene Jahrzehnt bezeichnet: A Japanese-style recovery implies persistent government debt, economic anaemia, low interest
rates and weak equity markets. Die Analysten empfehlen a.
raus aus dem US-Dollar b.
raus aus High Yield (Trash) Bonds c.
raus aus den Aktien-Märkten d.
rein in 10-jährige Staatsanleihen e.
rein in landwirtschaftliche Produkte Auf den folgenden Seiten wird die
wirtschaftliche Entwicklung zwischen Japan der 90er-Jahre und den U.S.A.
verglichen. In beiden Staaten explodierten die Staatschulden, beide hatten eine
Banken-Krise, bei beiden kam es zu einer Immobilien-Blase, die Firmen waren
hoch verschuldet, wir hatten einen Crash der Aktien-Märkte und extrem niedriges
Zins-Niveau. Interessanterweise teilen auch
die Analysten von Societe Generale die Meinung, dass die Aktien-Märkte durch
Niedrigst-Zinsen und staatliche Stimulus-Maßnahmen in die Höhe getrieben
wurden: ... that we are
now exiting a bear market rally,
which was fuelled by restocking and fiscal stimulus. Als
Indikator für ihre These haben die Analysten den S&P 500 Aktien-Index
(beginnend im Jahr 1990) mit dem Nikkei 125
Aktien-Index (beginnend im Jahr 1980) verglichen. Die Zahlen korrelieren im Wesentlichen, auch wenn es die
extremen Übertreibungen, die wir in Japan Anfang der 90er-Jahre beobachten
konnten, beim S&P in dieser Größenordnung nicht ausmachen können. Dass die westlichen Notenbanken
große Mengen von Geld drucken, wird ohne besondere Umschweife zugegeben: In theory, the unorthodox monetary policy unveiled during the crisis is
not without risk, as quantitative easing should be inflationary
– except that for the moment
the printing of money by western
economies has been used only to replace
the credit destroyed. Um die explodierende
Staats-Verschuldung wieder in den Griff zu bekommen, sehen die Autoren zwei
(ernsthaft formulierte) Vorschläge: Der erste Vorschlag zielt darauf
ab, dass der Staat die Zahlungen für seine inländischen Schuldner einstellt.
Hier wird auch eiskalt argumentiert, dass die Gläubiger rein rechtlich keine
Möglichkeiten haben, gegen die
Zahlungseinstellung vorzugehen: ... sovereign borrowers may have to default;
and could do so with limited strings attached as they are not subject
to bankruptcy courts in their own jurisdiction,
and would hence avoid legal consequences.
Und ein Beispiel, wie es geht, wird gleich mitgeliefert: During the 1996 Russian financial crisis, Russia defaulted on its internal debt,
but did not
default on its external Eurobonds. Verspüren Sie immer noch Lust auf
sichere Staats-Anleihen, möglichst aus dem Land, in dem Sie wohnen? Die zweite Option der
Entschuldung kennen die Leser dieser Berichte bereits: Die Inflation. Nach
Ansicht der Analysten das kleinere Übel (im Vergleich zum default
der Staatsanleihen). Devaluing, and letting inflation play its role would
help recovery and reduce public debt
heisst es in dem Bericht. Als Gefahren dieses
Vorgehens werden Stagflation, Hyperinflation und eine Währungsreform gesehen. Seite 38 zeigt auf, was dagegen
hilft: Gold. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Nächste Wochen laufen die Dezember-Optionen an der
COMEX aus. Wegen des Thanksgiving Wochenendes bereits
am kommenden Montag. Wir sollten also bis Montag keine wesentlichen
Aufwärts-Bewegungen beim Gold-Preis sehen. Sonst wird es für die Gold-Kartell
Banken doch noch teuer, wenn die geschriebenen Call-Options plötzlich in-the-money sind. Gold entwickelt sich trotzdem positiv. Gestern
konnte ja die Marke von $1.140 zurückerobert werden. Und auch heute schien
diese Marke trotz eines erneuten Versuchs, die Marke von $1.130 nach unten zu
durchbrechen, zu halten. Gold startete den heutigen Tag in Asien auf dem
Stand, bei dem das Metall gestern seinen späten Handel in New York beendet hat:
bei $1.145. Aufmerksamen Beobachtern ist sicherlich schon aufgefallen, dass
sich Gold die letzten Tage nach Schluss des Handels an der COMEX im Access
Handel stabilisiert hat. Bislang hat das Gold-Kartell diese handelsschwache
Zeit dazu verwendet, zusätzlichen Druck auf den Gold-Preis auszuüben. Diese als
Plan C Taktik bekannte Vorgehensweise wird nun entgegengesetzt gegen das
Gold-Kartell eingesetzt. Derzeit scheint der Druck eher vom physischen
Handel in London (Plan A – Taktik) auszugehen. Auch heute konnten wir das
wieder beobachten. Kurz nach Eröffnung des Handels in London nahm der Druck auf
Gold wieder zu. Zum A.M. Fix stand Gold dann wieder bei $1.142,50 (EUR 768,07).
Im Vergleich zum gestrigen A.M. Fix trotzdem ein Zuwachs von sieben Dollar. Im anschließenden frühen Nachmittags-Handel wurde
Gold dann zuerst unter die Marke von $1.140 gedrückt und kurz vor Beginn des
Handels an der COMEX stand das Metall dann bei knapp $1.134 Dollar. Mit Beginn des New Yorker Handels ging es dann
wieder stetig aufwärts. Kurz vor dem P.M. Fix stand Gold bei $1.143. Der Preis
brach dann plötzlich auf unter $1.140 ein. Der P.M. Fix mit $1.140,00 (EUR
768,30) war der Grund. Zwei Stunden vor Ende des Handels stieg Gold dann wieder
über die Marke von $1.140. Gold beendete den Handel an der COMEX bei $1.147. In
Euro wurde dabei die Marke von 770 gerissen. Der US-Dollar (USDX) stieg heute um 0,4 Punkte auf
75,7 an. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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