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Bericht für den 23. November 2009 Gold & Gesellschaft: Trügerische Sicherheit Der SPIEGEL warnt in seiner
heutigen Online-Ausgabe vor Milliardenfolgen durch eine Insolvenz bei Opel.
Hintergrund sind die milliardenschweren Pensions-Verpflichtungen, die sich bei
Opel über die letzten Jahrzehnte angesammelt haben. Industrie-Unternehmen wie Opel
bieten ihren Mitarbeitern neben der gesetzlichen Rente, die hälftig vom
Arbeitsnehmer und Arbeitgeber zu tragen ist, vielfach eine zusätzliche
Betriebs-Rente an, die der Arbeitgeber finanziert. Es gibt hier
unterschiedliche Pläne und Modelle, wie zum Beispiel die Aufstockung der Rente
für diejenigen Mitarbeiter, die mit ihrem Einkommen
oberhalb der Beitragsbemessungs-Grenze der gesetzlichen Rentenversicherung
liegen. Der Arbeitgeber bildet für diese Zahlungen sogenannte
Pensions-Rückstellungen, die im Leistungsfall wieder aufgelöst werden. Nun haben eine Reihe von
Unternehmen zwar Rückstellungen gebildet. Das Geld dafür, obwohl eigentlich
Fremdkapital, wurde jedoch nicht zurückgelegt, sondern für die Finanzierung von
Investitions-Vorhaben verwendet. Im Falle einer Insolvenz des Unternehmens
wären die Mitarbeiter so wie die anderen Gläubiger auf die Auszahlung einer
bestimmten Quote, die das Verhältnis der liquidierbaren
Vermögens-Gegenstände zu den Verbindlichkeiten des Unternehmens widerspiegelt,
angewiesen. Allerdings müssen Betriebsrenten
in Deutschland gegen ein solches Insolvenz-Ereignis abgesichert sein. Im
Insolvenz-Fall tritt der sogenannte Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) als Leistungs-Träger für den Mitarbeiter ein. Der PSV
versucht während des Insolvenz-Verfahrens, möglichst
viel Geld der Pensions-Verpflichtungen vom insolventen Unternehmen
einzutreiben. Bei Industrie-Unternehmen ist der PSV in den meisten Fällen der
größte Gläubiger. Meistens ist die vermittelbare
Quote jedoch so klein, dass der PSV selbst in Finanz-Nöte geraten würde. Aus
diesem Zweck erhebt der PSV einen jährlich von jedem Unternehmen zu zahlenden
Beitrag. Dieser errechnet sich auf Basis der Pensions-Rückstellungen, welche
die Unternehmen für die Verpflichtungen aus der Betriebs-Rente zu bilden haben. Nun ist der Promille-Satz in den
letzten Jahren wegen der Vielzahl der Insolvenzen stark angestiegen. Im Jahr
2009 mussten die Unternehmen bereits 8,2 Promille ihrer Rückstellungen für
Zahlungen an den PSV aufwenden. Im Jahr 2010 werden es sogar 14,2 Promille
werden. Und hier ist noch nicht einmal
ein Großereignis wir Opel mitberücksichtigt, das ein Schaden-Ereignis von
mehreren Milliarden Euro für den PSV wäre. Der SPIEGEL merkt dazu an: Eine mögliche
Opel-Pleite hätte für den PSV jedoch weit größere Folgen als die Insolvenzen
von Karstadt und Quelle, da im Handel viele Teilzeitkräfte arbeiten. Auf die
Arbeitgeber käme dann ein neuer Rekordbeitrag zu, der vor allem Mittelständler
belasten würde. Die mittelständische Industrie
leidet sowieso schon durch die Krise. Denn es haben sich eine Reihe von
Unternehmen an großzügigen Pensions-Zusagen verhoben, die sie in guten Zeiten
ihrem inzwischen schon ergrauten Mitarbeiter-Stamm gegeben haben. Mit
schrumpfenden Geschäft und älter werdenden Mitarbeiter-Stamm geraten diese
Unternehmen in dasselbe Problem, wie die Sozialversicherungs-Systeme. Die
Insolvenzen der US-Luftfahrt und Stahl-Industrie waren zum wesentlichen Teil
durch die Pensions-Verpflichtungen mit verursacht. Und nun müssen diese Unternehmen
einen weiteren Obolus für die Insolvenz-Fälle des PSVs
leisten. Das wird dann die bereits zahlungsschwachen Unternehmen in die
Insolvenz treiben; der PSV muss erneut einspringen. Dann wird der Beitrag für
die restlichen Unternehmen weiter steigen. Ein Strudel nach unten entwickelt
sich. Bis die Unternehmen dann durchsetzen werden, dass sie den PSV nicht mehr
finanziell alimentieren wollen. Dann bricht das komplette
Pensions-Sicherungs-System auseinander. Sicherungs-Systeme, die nicht
wirklich krisenfest sind: Eine trügerische Sicherheit. Bei Opel überbieten sich jetzt
die anderen europäischen Standorte mit GM-Fabriken mit ihren Subventions-Angeboten
an die GM-Mutter. Mit dem Magna-Deal wären die
deutschen Werke die bevorzugten geworden. Nun holt GM das meiste für sich
heraus, und es werden trotzdem nicht weniger Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Erpressungs-Potential mit den
Pensionen bei Opel ist einfach zu groß. Unsere deutschen Politiker werden
wieder einmal einknicken und ihr Gesicht verlieren. Noch lächerlicher macht sich
unser neuer Wirtschafts-Minister Brüderle mit der
Aussage, dass angesichts des Brüsseler Opel-Gipfels ein Subventions-Wettlauf in
Europa verhindert werden soll. Deutschland hat erst mit seiner Parteinahme für
Magna diesen Wettlauf eröffnet.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Mit EUR 774,27 zum Londoner P.M. Fix wurde am 24.
Februar 2009 der letzte Rekord-Stand von Gold festgestellt. Heute wurde diese
Marke mit EUR 778,53 zum Londoner A.M. Fix gerissen. Ich erinnere mich noch an
Zeiten vor vier Jahren und sechs Monaten, da konnte man Gold noch für EUR 330
die Feinunze kaufen. Ein Zuwachs von knapp 150 Prozent - nicht schlecht. Die Aufwärts-Impulse am Gold-Markt kamen heute
schon sehr früh, nachdem der asiatische Markt seinen
Handel aufgenommen hatte. Gold stieg über die Marke von $1.160. Im Londoner Vormittags-Handel fiel dann schließlich
die Marke von $1.165. Der A.M. Fix mit $1.166,00 (EUR 778,53) stellt nicht nur
einen neuen historischen Höchststand in US-Dollar dar; sondern auch in Euro. Im
Vergleich zum A.M. Fix vom Freitag konnte Gold $24 zulegen. Eine
Super-Performance trotz des heutigen Options-Verfalltages an der COMEX. Und wir haben diese Woche wieder eine Versteigerung
von US-Staatsanleihen (Treasury Bills & Treasury Notes) im Umfang von $179
Mrd. Davon allein $105 Mrd am heutigen Tag. Der USDX
ist heute Vormittag bereits auf unter 75,1 Punkte gefallen. Immer mehr Investoren scheinen kapiert zu haben,
dass kein normaler Markt auch nur annähernd dieses Platzierungs-Volumen
verkraften kann. Zwar werden die EZB beim Überschreiten der Marke von $1,50 pro
Euro und die SNB beim Erreichen der Parität vom Dollar zum Schweizer Franken
wieder einmal am Devisen-Markt intervenieren. Aber solche Aktionen werden nur
noch unterstreichen, dass es nur noch einen Weg gibt: Raus aus den
FIAT-Währungen und rein ins Gold. Mit Beginn des Handels an der COMEX konnte Gold
zwar anfangs wieder leicht gedrückt werden. Diese Drückung hatte aber nicht
lange Bestand. In der Folge stieg Gold dann über die Marke von $1.070. Der P.M.
Fix um 16:00 Uhr MEZ kam mit $1.169,50 (EUR 780,08) nur ein wenig niedriger
zustande. Ein Zuwachs von $30 gegenüber dem P.M. Fix vom
letzten Freitag. Mit dem sich wieder leicht erholenden Dollar konnte
Gold seine anfänglichen Gewinne nicht ganz halten und bröckelte zum Ende des
Handels an der COMEX leicht ab. Der Schluss-Kurs lautete $1.164,40. Der US-Dollar (USDX) ist heute um 0,6 Punkte auf
75,1 gefallen. Wieder einmal ließen weder die EZB noch die SNB zu, dass
wichtige psychologische Marken gegenüber dem Dollar fallen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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