Bericht für den 24. November 2009

 

Gold & Gesellschaft: Wahnsinn 2.0

 

Die deutschen System-Medien haben in den Jahren 2007/2008 die Entwicklung der Banken- und Finanzkrise verschlafen. Obwohl bereits im Februar 2007 mit den ersten Konkursen in der Subprime-Sparte (Wahnsinn 1.0) unübersehbare Indikatoren auf rot standen.

 

Nun will man sich nach den diversen Bailouts und staatlichen Stimulus-Programmen nicht erneut vorwerfen lassen, zumindest nicht den Finger in die offene Wunde gelegt zu haben. Der SPIEGEL hat seine dieswöchige Print-Ausgabe deshalb mit dem Titel Wahnsinn 2.0 --- Die Billionen Bombe überschrieben.

 

So langsam scheint auch den SPIEGEL-Redakteuren bei historisch einmaligen Wachstums-Raten an den Aktien- und Rohstoff-Märkten mulmig zu werden.  Werden die Durchhalte- und Endsiegparolen unserer Politiker und Notenbank-Gehilfen plötzlich nicht mehr geglaubt.

 

So heißt es: Mit einer exzessiven Geld- und Schuldenpolitik wollen die Regierungen in aller Welt die Krise bekämpfen --- und haben so die Grundlage für die nächste geschaffen: An den Finanzmärkten hat sich wieder eine Spekulationsblase gebildet. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann sie platzt.

 

Hat sich der SPIEGEL plötzlich vom Saulus zum Paulus gewandelt. Erkennen die Redakteure endlich, dass das System unrettbar vor seinem Ende steht. Und dass jetzt nur noch die letzten großen Vermögens-Transformationen vorgenommen werden: Von der ahnungslosen Schaf-Herde zu den Eingeweihten und Sehenden.

 

Man spricht davon, dass die Unvernunft in Rolle des Big Spenders vom US-Verbraucher zum Staat übergegangen sei. Man identifiziert Tim Geithner, Ben Bernanke und den mit einem Nobel-Preis geadelten Paul Krugman als Hauptverantwortliche dieser Entwicklung. Und man stellt fest, dass die Mächtigen an der Wall Street und in Washington nicht weniger verflochten seien, als Wladimir Putin mit den Magnaten des russischen Rohstoff-Imperiums.

 

Der SPIEGEL als Aufklärer mit der revolutionären Mission: Beseitigung des Finanz-Feudalismus und Enthauptung des Investment-Banking Adels.

 

Wohl kaum, denn hier wird lediglich Schatten-Boxen betrieben. Dem Leser werden die wahren Beweggründe verschwiegen. Die lange Liste an Kritik-Punkten in dem Artikel soll darüber hinwegtäuschen, was die wahren Hintergründe sind. Dass beispielsweise die weltweiten Stimulus Maßnahmen in Wirklichkeit um eine Zehner-Potenz größer sind, als offiziell zugegeben. Und dass die massive Staatsverschuldung nur durch das Anwerfen der Drucker-Presse zu finanzieren sei. Der Staat verschuldet sich nicht, er druckt sich über seinen Komplizen Notenbank sein Geld einfach.

 

Der Leser wird in dem Glauben gelassen, dass hier nur wieder eine weitere Blase platzen würde, die zwar wieder viel Gewalt entwickeln dürfte. Aber unsere Staaten und Notenbanken werden das schon wieder richten. Die Wirtschaft läuft schon wieder, aber die läuft auf zwei Krücken. Sie wird gestützt durch die Zins- und durch die Haushaltspolitik der Staaten, stellen die Redakteure fest. Verblödung 2.0 wäre wohl ein angemessener Titel gewesen.

 

Die Folgen des nächsten Krisen-Schubes werden wohl wieder über den Bürger hereinbrechen, wie eine biblische Prophezeiung.  Weil unsere deutschen Medien jene wohl erneut verschlafen haben.

 

Aber auch die Zweifler werden in dem Bericht erhört: Und immer mehr Menschen zweifeln daran, dass es ihn noch finden wird (Anmerkung: den Ausweg aus der Überschwemmung der Welt-Märkte mit billigem Geld): Der Goldpreis steigt und steigt – weil das Vertrauen in die Währungen, vor allem in den Dollar, schwindet.

 

Diese Zweifler werden Recht behalten.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Am Gold-Markt tobt ein heftiger Kampf. Auch wenn die Preis-Entwicklung dies nicht zum Ausdruck zu bringen scheint. Gold startete im frühen asiatischen Handel praktisch unverändert um die Marke von $1.165.

Mit Beginn des Handels in London setzte dann aber wieder Kauflaune ein. Zum A.M. Fix stand Gold dann erneut mit $1.170,25 (EUR 782,93) auf einem neuen historischen Höchststand. Ein weiterer Zuwachs von vier Dollar auf 24-Stundenbasis.

Bis zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX verharrte Gold auf dem Niveau von $1.170. Im COMEX-Handel wurde Gold dann in zwei Wellen bis zum Londoner P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ auf $1.163 gedrückt. Der P.M. Fix kam mit $1.163,25 (EUR 778,51) zustande und war wohl die Ursache für den Preis-Rückgang. Gold musste gegenüber dem P.M. Fix von gestern sechs Dollar abgeben.

Danach konnte sich Gold wieder an die Marke von $1.170 heranarbeiten, wurde aber im Anschluss wieder bis auf $1.163 gedrückt. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $1.166,00 befestigen. Zum Schluss ist dennoch mit zwei Dollar ein leichter Anstieg verzeichnen zu gewesen.

Was macht eigentlich Jon Nadler, der ewige Anti-Goldwolf im Kitco-Schafspelz. Nun, er versucht sich nun mit esoterischen Beistand der Elliott-Wellen Idioten einzureden, dass der Goldpreis wieder fallen wird: Extremes are being reached in gold sentiment. The Daily Sentiment Index (trade-futures.com) of gold traders has been above 90 percent bulls for 14 consecutive days, which is consistent with the final move in an extended advance. The trend reversal, when it starts, should be intense. A decline beneath $1129 will be an early warning signal that a trend reversal is taking shape, while a small-degree five-wave decline will indicate greater bearish potential thereafter.

Nun muss man verstehen, dass die Elliott-Wellen Theorie genauso wissenschaftlich ist, wie die Kaffeesatz-Leserei und die täglichen Horoskope in der BILD-Zeitung. Lieber Jon Nadler: Solange Deine Freunde vom Gold-Kartell nicht in der Lage sind, das Angebots-Defizit bei Gold durch Zentralbank-Goldbestände (so wie in der Vergangenheit) auszugleichen, wird es mit Gold wohl weiter aufwärtsgehen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.170,25
(€782,93)

$1.166,00
(€778,53)

+ $4,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.163,25
(€778,51)

$1.169,50
(€780,08)

- $6,25

COMEX Schlusskurs

$1.166,00

$1.164,40

+ $1,60

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,0

75,1

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,3 %

3,4 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

22,7

22,1

+ 0,6

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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