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Bericht für den 1. Dezember 2009 Gold & Gesellschaft: Subprime im Wüstensand Wer hätte das gedacht. Noch vor
kurzem haben die Scheichs marode US-Banken und die missglückte Übernahme von VW
durch Porsche finanziert, und nun kommen sie selbst in Zahlungs-Probleme. Die WELT AM SONNTAG hat ihren
Leitbericht unter den Titel Subprime im Wüstensand gestellt: Das frühere
Boom-Emirat Dubai kann seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Nun
rücken die Risiken von Staatsanleihen wieder in den Fokus, merken
die Autoren an. Wolfgang Münchau,
der abwechselnd für die FTD und die FT schreibt, stößt unter dem Titel Greece can expect no gifts
from Europe in das selbe Horn. Und fragt
sich: After
Dubai, will Greece be next? Und Ambrose
Evans-Pritchard vom Telegraph sieht sein eigenes Land
in Gefahr: Morgan
Stanley fears UK sovereign debt crisis in 2010. Da ist sie wieder, die schon von
vielen abgehakte Finanz-Krise. Während nach außen positive Nachrichten vom
Wirtschafts-Geschehen dank diverser Wahrheitsministerien verbreitet werden, brennt
es in Rom lichterloh. Die WELT AM SONNTAG beschreibt diese Situation zutreffend
wie folgt: Sie
(die Finanzkrise) hat sich lediglich verlagert. Indem die Regierungen die
Risikokredite von kriselnden Finanzinstituten übernommen haben, bringen sie
sich selber in Gefahr: Problemlöser von gestern sind Problemverursacher von
heute. Die Bankenkrise mutiert zu einer Staatenkrise, sagt Harvard-Professor
Kenneth Rogoth. Obwohl der Einsatz der Staaten
das der Krise zugrunde liegende Schulden-Problem nicht gelöst hat. Man kann
Unternehmen und Haushalten, die bereits jetzt über alle Ohren verschuldet sind,
nicht noch mehr Schulden aufladen. Nun scheint diese Schulden-Problematik die
Staaten in dieselbe Situation zu bringen, wie Unternehmen und Privat-Haushalte. Zuerst wird es dabei immer die
Schwächsten treffen. Dann wird diese Entwicklung sich wie eine fallende
Domino-Kette auch auf die stärkeren Staaten auswirken. Wir haben es bei den
Immobilien in den USA ja beobachten können. Das wissen die Jongleure des
Welt-Finanzsystems natürlich auch: Deshalb werden Staaten mit verschiedenen
Maßnahmen gerettet. Sei es der IWF, der hier hilft. Oder die Notenbank, die im
Falle der EZB beispielsweise durch Ankauf derzeit nicht verkäuflicher Papiere dafür
sorgt, dass Staaten wie Italien, Griechenland und Spanien liquide bleiben. Auf
die Spitze treiben es Staaten wie Großbritannien, die USA und Japan, die sich ein
Großteil ihre Staatsanleihen von der Notenbank aufkaufen lassen. Das Papiergeld-Rettungsnetz
scheint noch zu funktionieren, weil die monetäre Viererbande Angst vor dem
Lostreten der Staaten-Dominokette hat. So wird man wohl weiterhin bankrotte
Staaten wie Griechenland, die durch ihre unsolide Fiskal- und
Gesellschaftspolitik einen Staatsbankrott verdient hätten, weiterhin retten
müssen. Zwei Drittel der ausstehenden griechischen Staats-Schulden werden von
Ausländern gehalten. Das ist dann natürlich kein Anreiz mehr für verstärkte
Spar-Anstrengungen. Das Prinzip too big to fail scheint also auch für
Staaten zu gelten. Und die betroffenen Regierungs-Chefs wissen das und pokern
genauso unverschämt weiter wie die Banker bei ihren Boni. Der Verlierer wird wieder einmal
der ehrliche Sparer sein: Dieser verliert seine Pensions-Rücklagen und Ansprüche
aus der Lebensversicherung. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Am letzten Freitag hatten wir mit dem plötzlichen
Rückgang des Gold-Preises um $50 die lange von vielen Markt-Teilnehmern
ersehnte Korrektur. Im Access Handel wurden vor Eröffnung der COMEX genauso
viele Futures gehandelt, wie zu den Handels-Zeiten der COMEX von 14:20 bis
19:30 Uhr MEZ. Während sich die zittrigen Hände von ihren
Gold-Positionen getrennt haben, warteten die neuen langfristig orientierten
Käufer auf ihre Gelegenheit. Eine Vielzahl der Markt-Teilnehmer in Europa und
Nordamerika hat diese Entwicklung aber sprichwörtlich verschlafen. Um 9:00 Uhr
stand Gold auf seinen Tages-Tiefpunkt und bei diesem mächtigen Rückgang haben
die eher spekulativ orientierten Trader darauf
verzichtet, in Gold einzusteigen. Aus Erfahrungen der Vergangenheit haben sie
einen weiteren Einbruch im Nachmittags-Handel erwartet. Nachdem nun die Zittrigen aus dem Markt geworfen
wurden, steht einer weiteren steilen Aufwärts-Bewegung bei Gold eigentlich
nichts mehr im Wege. Der gestrige Tagesverlauf hat aufgezeigt, wie die weitere
Marsch-Richtung ist. Und so kam es dann auch. Während im asiatischen
Markt noch Nervosität wegen der noch immer nicht ausgestandenen Dubai-Krise
herrschte und Gold sich praktisch nicht vom Fleck bewegte, ging es im Londoner
Vormittags-Handel schnell in Richtung der Marke von $1.190 aufwärts. Der A.M. Fix mit $1.193,50 (EUR 791,76) zeigt dies
mit einem 24-Stundengewinn von $22 an. Bis zum Beginn des Handels an der New Yorker COMEX
bröckelte Gold zwar wieder auf $1.190 ab, aber dann ging es wieder leicht
aufwärts. Das Pulver für die zweite Anstiegs-Welle haben die Markt-Teilnehmer
allerdings diesmal nicht vor dem Londoner P.M. Fix verschossen. Die Nachfrager
von physischem Gold brauchen etwas Zeit, um sich an das neue Preis-Niveau zu
gewöhnen. Damit bot der P.M. Fix mit $1.192,50 (EUR 790,68) auch keine große
Überraschung. Die zweite Anstiegs-Welle begann deshalb erst 30
Minuten nach dem P.M. Fix und trieb den Gold-Preis über die psychologisch
wichtige Marke von $1.200. Zum
Handels-Schluss konnte dieses Niveau jedoch nicht verteidigt werden und Gold
beendete den Handel an der COMEX einen Dollar unterhalb dieser Marke. Es
verbleibt trotzdem ein Tagesgewinn von $18. Kitco sagt,
dass nur sechs Dollar des heutigen Preis-Anstiegs dem schwachen Dollar
zuzurechnen seien. Der US-Dollar Index (USDX) ist immerhin um 0,5 Punkte auf
74,3 gesunken. Der Euro konnte sich bei $1,51 stabilisieren, während ein
Schweizer Franken nun knapp mehr als einen US-Dollar kaufen kann. Auf Euro-Basis ist der Goldpreis jetzt nur noch fünf
bis sechs Euro von der Marke EUR 800 entfernt. In diesem Jahr konnte Gold in
Euro bereits 26 Prozent zulegen. In US-Dollar waren es zwar 36 Prozent, aber
wer möchte sich bei diesen Zahlen ernsthaft beschweren. Insbesondere wenn man
bedenkt, dass ein Großteil des Anstiegs die letzen beiden Monate (Oktober &
November) mit 16 Prozent zugerechnet werden kann. In der Parallel-Welt der Aktien-Märkte geht es auch
weiter aufwärts. Deutschland meldet trotz massiver Einbrüche in der
Export-Wirtschaft sinkende Arbeitslosen-Zahlen. Dafür sind jetzt plötzlich 8
Millionen Bürger auf Hartz IV – Leistungen angewiesen. Das fabrizierte
Lügen-Gebilde unserer Regierenden wird immer dreister. Vielleicht halbiert sich
in einem halben Jahr die Arbeitslosen-Zahl und wir werden dann 12 Millionen
Hartz IV – Empfänger haben. Derzeit ist alles möglich. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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