|
Bericht für den 2. Dezember 2009 Gold & Gesellschaft: Gold - Angst oder Gelegenheit ? Gold jagt derzeit in allen Währungen von einem
Rekord zum nächsten. Nachdem gestern die Marke von $1.200 kurzzeitig
durchbrochen wurde, ging es heute früh im asiatischen Handel nur noch um Preise
jenseits des Niveaus von $1.200. Auch in Euro wurde ein neuer Rekord erreicht. Mit
EUR 804,31 zum Londoner P.M. Fix wurde die psychologisch wichtige Marke von EUR
800 geknackt. 1 Kilogramm Gold kostet auf diesem Niveau EUR 25.860. Es ist schon beängstigend, wie Gold die letzten
beiden Monate von einem Rekord-Stand zum nächsten sprintet. Während Barrick Gold und Anglo Gold Asanti
um ihr Leben rennen und ihre zu Durchschnitts-Preisen von $300 abgeschlossenen
Vorwärts-Verkäufe eindecken müssen, steigen die Short-Positionen der Commercials an der New Yorker COMEX unaufhaltsam. Kein normaler Markt-Teilnehmer kann diese Verluste
verkraften. Während bei Long-Kontrakten das maximale Risiko der Rückgang des
zugrunde liegenden Assets auf Null ist, ist das
Verlust-Potential bei Short-Kontrakten nach oben hin
unbegrenzt. Nur Organisationen, die mit Verlust-Abdeckung der Regierung bzw der Notenbank am Gold-Markt Short-Positionen halten,
können solch eine Situation durchstehen. Das ist ein indirekter Beweis für die Existenz
eines Gold-Kartells bestehend aus großen Geschäfts- und Investment-Banken, die
in einem kartell-ähnlichen Zusammenschluss mit Regierungs-Organisationen nur
ein Ziel verfolgen: Den Preis-Anstieg bei Gold in geordneten Bahnen verlaufen
zu lassen. Auch wenn wir die letzten Tage, Wochen und Monate
tägliche Anstiege um $10, $20 oder teilweise sogar höher beobachten durften, so
verläuft die Entwicklung trotzdem noch geordnet. Keine Panik bricht aus, und
kein Geld fließt aus den weiterhin haussierenden Aktien-Märkten in Gold. Auch
die Staats-Anleihen halten sich gut. Daran hat sicherlich die laxe Geld-Politik der
Notenbanken mit ihren Null Prozent Zinsen einen großen Anteil. Das geliehene
Geld fließt über Arbitrage-Geschäfte risikolos in Staats-Anleihen und etwas
risikobehafteter in die Aktien-Märkte. Diese daraus erzielten Gewinne helfen
dabei, die Eigenkapital-Decke des Banken-Systems zu stabilisieren. Das ist kein ungewolltes Abfall-Produkt der
Geld-Politik von Bernanke & Co, sondern eine
gezielte Maßnahme zur Stabilisierung des Banken-Systems. Alle diejenigen, die
erwartet haben, das Geld würde über das Banken-System die Kredit-Vergabe der
Wirtschaft wieder anfeuern, sind entweder Dummköpfe oder wollen absichtlich die
Bürger hinters Licht führen. Die Verdopplung der monetären Basis hätte beim Wiederanspringen des Kredit-Vergabe über das fractional reserve banking System wohl eine katastrophale Inflation bewirkt. Die zweite treibende Kraft sind Akteure wie das
Gold-Kartell, das Plunge Protection
Team und andere halbregierungsamtliche Organisationen, die für die Stabilität
der Märkte sorgen. Dazu gehören auch der Einlagensicherungs-Fonds FDIC und
staatliche bzw halbstaatliche Kreditgeber für den
Immobilien-Sektor wie die FHA und Fannie Mae & Freddie Mac. Über die
US-Regierung und die FED wird notfalls Geld nachgeschossen, falls diesen
Kräften ihr Geld auszugehen droht. Nicht zu vergessen die Vertreter
vom Big Money, d.h. institutionelle Investoren wie PIMCO, Warren Buffet, die
diversen Hedge Fonds und Private Equity
Firmen, sowie Pensions-Fonds und Versicherungen. Obwohl diese zum Teil auch in
Gold investieren, tun sie es sehr behutsam. Sie wissen, dass der Markt sehr fragil
ist und eine zu aktive Kauf-Politik schnell in einer Panik enden würde. Da ihr
Ziel nicht ist, das System zu zerstören, sondern möglichst viel ihrer
Papier-Werte günstig in Gold umzutauschen, sehen wir einen stetigen aber
geordneten Anstieg beim Gold. Die Eingangsfrage Gold – Angst
oder Gelegenheit muss derzeit mit Gelegenheit beantwortet werden.
Viele wissen, dass sie einen Großteil ihrer Vermögens-Werte nicht zu den
heutigen Gold-Preisen umschichten können. Der Preis muss deshalb stetig bis auf
das Niveau steigen, wo die Akteure ihre Vermögens-Werte entweder hinreichend
getauscht haben, oder sie keinen weiteren Preis-Anstieg mehr erwarten. Der Unsicherheits-Faktor bleibt
Angst. Sobald diese einsetzt, und wir haben derzeit viele Soll-Bruchstellen im
System, wird der Gold-Preis davonfliegen. Achten Sie auf plötzliche und
starke tägliche Anstiege beim Gold-Preis. Ein Anstieg von $50 pro Tag ist ein
Indikator, während ein Anstieg von $100 und mehr pro Tag schon ein Beweis für
einen sich plötzlich von Gelegenheit zu Angst ändernden Trends ist. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Das Marktgeschehen wird weiterhin von einem
haussierenden Gold-Preis bestimmt. Gold setze schon zum asiatischen Markt heute früh
zu einem Sprung über die Marke von $1.200 an. Dieses Niveau konnte im Londoner
Vormittags-Handel verteidigt werden. Der A.M. Fix kam mit $1.211,50 (EUR 802,11) um $18
höher als noch zum gestrigen A.M. Fix zustande. Mit Beginn des Handels an der COMEX fiel Gold zwar
wieder unter die Marke von $1.200. Diese Situation hatte aber nicht lange
Bestand und wurde zum Londoner P.M. Fix mit $1.212,50 (EUR 804,31) bereinigt. Der Anstieg auf 24-Stundenbasis fiel hier mit $20
sogar noch eindrucksvoller aus. Dem aufmerksamen Beobachter ist sicherlich
aufgefallen, dass Gold trotz des sich leicht erholenden US-Dollars gestiegen
ist. Die Dollar / Gold - Relation ist derzeit kein Grund für die
Preisbewegungen beim Gold. Demzufolge erreicht Gold nicht nur in US-Dollar
Preisen immer neue Höchststände. Auch der Euro und andere Währungen melden neue
historische Marken. Zum Ende des Handels an der COMEX hat es keine
wesentlichen Verschiebungen mehr gegeben. Gold beendete den Handel mit
$1.211,60 um $13 fester. Der US-Dollar (USDX) konnte sich heute wieder
leicht auf 74,6 Punkte befestigen. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes
verharrten weiterhin mit 3,3 Prozent auf niedrigem Niveau. Der Quotient aus
USDX und den Renditen liegt bei 22,6 (Dienstag: 22,5). Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009 |
||||||||||||||||||||||||||||||||