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Bericht für den 14. Dezember 2009 Gold & Gesellschaft: Gläubiger oder Real-Vermögensbesitzer In meinem Bericht vom letzten Donnerstag habe ich
unter dem Titel Ausstieg
aus dem Sozialstaat über das Schneeball-System unserer nach dem
Generationen-Vertrag arbeitenden Renten-Versicherung berichtet. Dieses System
gibt heute Gelder für Rentner aus, die als Beiträge von den Arbeitenden
erbracht werden müssen. Das System funktioniert im Prinzip nur solange wie
das Verhältnis zwischen Arbeitenden und Rentnern im Lot ist. Jedoch hat sich
schon seit Ende der 60er-Jahre abgezeichnet, dass die Arithmetik, die diesem
System zugrunde liegt, zukünftig nicht mehr stimmen wird. Erstes
Problem: Das längere Leben der
Rentner-Generation Zweites
Problem: Durch absinkende Geburten-Zahlen
verschiebt sich das Verhältnis Rentner zu Arbeitenden zu Lasten der Arbeitenden Drittes
Problem: Von der Arbeitsfähigen fallen
eine immer größer werdende Anzahl von potentiellen Zahlern aus, da sie nur noch
von dem Sozial-Staat leben Ein Leser meiner Berichte teilte zwar meine Meinung
bezüglich der in dem Bericht beschriebenen Symptome. Er sieht die Ursache der
heutigen Problematik aber wo anders: Die Ursache der Verschuldung sind nicht die Hartz IV
Empfänger oder Rentner, sondern die Monopolisten (Multimilliardärs-Familen),
die soviel Kapital angehäuft haben, dass die Zinserträge exponentiell ins Unermessliche
wachsen. Und weiter wird argumentiert: Damit die Zinsen der Geldvermögen bedient
werden können, die bekanntlich exponentiell zunehmen, muss der Staat bzw
Staatsbürger oder Unternehmer sich um diesen Betrag verschulden. Das heißt,
dass der Staat bzw die Personen, die dem Staat gehören (Anleihebesitzer) über
die Zinserträge reicher und reicher werden und der Arbeit leistenden
Bevölkerung entzogen werden, da der Zins nie kreiert wurde. Bevor ich auf diese Aussage eingehe, müssen wir uns
im Klaren sein was Geldvermögen überhaupt ist und welche Auswirkungen dieses
auf die Schuldner hat. Erst einmal müssen wir feststellen, dass jedem Besitzer
von Geldvermögen (Gläubiger) ein Schuldner gegenübersteht, der sich
verpflichtet hat, seine Leistung in Form von Zins-Zahlungen und einer
zukünftigen Rückzahlung zu erbringen. Ein Gläubiger kann also nur existieren,
wenn es einen Schuldner in gleicher Höhe gibt. Das ist ein fundamental anderes Konzept, als wenn
man Vermögens-Gegenstände wie beispielsweise Land und Gold besitzt. In diesem
Fall ist man zwar auch ein Besitzer eines Vermögens, aber nicht von der
Leistungsfähigkeit bzw Willigkeit des Schuldners abhängig, seine vereinbarten
Zahlungen zu leisten. Land und Gold können nicht pleitegehen, der
Schuldner jedoch schon. Einer der Vermögen besitzt, wird sich nur dann für
das Geldvermögen entscheiden, wenn er sich einen Vorteil gegenüber dem
Real-Vermögen erwartet. Dieser Vorteil ist die Zins-Zahlung. Die Entrichtung
eines Zinses ist also diejenige Komponente im Schuldner/Gläubiger-Verhältnis,
welche die Verschuldung überhaupt möglich macht. Unser Papiergeld-System reflektiert nicht mehr als
dieses Verhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger. Mit der Zins-Zahlung ist
das Risiko der Ausleihung beispielsweise durch einen Bankrott des Schuldners
plus ein Aufgeld zu entrichten. Ohne entsprechend hohes Aufgeld hätte
Papier-Geld keinen Wert, weil keiner unter diesen Bedingungen Gläubiger sein
möchte. Betrachtet man die heutigen großen Gläubiger, dann
sind darunter sicherlich eine Reihe von Familien mit einem milliardenschweren
Vermögen. Allerdings sind die größten Gläubiger immer noch die Bürger selbst.
Ihr Vermögen liegt in ·
Lebensversicherungen: Damit
werden zum großen Teil Staatsanleihen gekauft ·
Pensionsfonds: Damit
werden Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Hypotheken gekauft ·
Geldvermögen: Hiermit
werden Commercial Papers für kurzfristige Unternehmens-Finanzierungen und
kurzfristige Staatsanleihen, aber zum Teil auch langfristige Anlagen finanziert Die Milliardärs-Familien häufen dagegen eher
Ländereien, Firmenanteile und andere Real-Vermögen an. Sie sind also nicht
Ursache der Zins-Belastungen für den Staat, die Unternehmen und die
Privat-Haushalte. Das sind wir nämlich im Wesentlichen selbst. Selbst Millionen-Vermögen müssen nicht für einen
besonders hohen Reichtum stehen. Beispielsweise für Freiberufler und andere
Selbständige, die selbst für ihre Rente sorgen müssen. Wollen die eine
monatliche Rentenzahlung von EUR 3.000 ansparen, dann besitzen sie kurz vor
Eintritt des Rentenfalls bereits ein Vermögen um die EUR 750.000. Die Zinszahlungen des Staates sind die Zinserträge
unser eigenen Geldanlagen. Oder anders herum betrachtet, gibt der Staat bereits
jetzt das Geld aus, dass wir später für unsere Altersvorsorge ansparen. Das Papier-Geldsystem arbeitet also nach dem
gleichen Prinzip wie unser derzeitiges Renten-System: Die Gelder werden bereits
jetzt schon konsumiert in der völlig unwahrscheinlichen Erwartung, dass Andere
in der Zukunft ebenfalls Gelder in dieses System einzahlen werden (d.h.
Staatanleihen kaufen). Die kapitalgedeckte Altersversorgung ist also vom
Prinzip her gar nicht besser als unser auf einem Generationen-Vertrag
basierendes Renten-System: Wir erwerben Ansprüche ohne eine realistische Chance
zu haben, dass diese in der Zukunft erbracht werden können. Damit geht es zwar den heutigen Gläubigern besser,
als denen im alten Rom. Diese wurden nämlich kurzerhand für vogelfrei erklärt
und mussten wegen des Schuld-Titels mit ihrem Leben bezahlen. Das wäre
sicherlich eine Methode unserer heutigen Politiker, wenn deren Gläubiger die
Milliardärs-Familien wären. Diese sind allerdings aus Jahrhunderte langer
Erfahrung klug geworden. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Abu Dhabi hat heute in letzter Minute mit einer
Geldspritze von $10 Mrd das marode Dubai-Finanzgeflecht vor einem Konkurs
bewahrt. Gleichzeitig wurde bei der österreichischen Hypo Alpe Adria durch
Verstaatlichung ein Konkurs verhindert. Das Abenteuer hat der bislang von vielen
Finanz-Skandalen geplagten Bayerischen Landesbank nun bereits über drei
Milliarden Euro gekostet. Das ist zwar ein Ende mit Schrecken, den Schrecken
ohne Ende dürfen jetzt allerdings die Österreicher auslöffeln. Dadurch, dass
man diese Bank als systemrelevant eingestuft hat, sind weitere ein- bis
zweistellige Milliarden-Beträge Finanzhilfen für den österreichischen Staat
vorgezeichnet. Bis auf den Fall Griechenland hat man nun zwei von
drei Baustellen zumindest fürs Erste wieder unter Kontrolle gebracht. Gold entwickelte sich heute früh im asiatischen
Handel positiv. Dabei konnte sogar die Marke von $1.125 nach oben durchbrochen
werden. Im Londoner Vormittags-Handel ging es aber wieder südwärts, so dass
sich eine Fortsetzung der Entwicklung von der letzten Woche abzeichnete. Der
A.M. Fix kam mit $1.120,00 (EUR 764,61) aber noch mit leicht positiven
Vorzeichen im Vergleich zum Schluss-Stand vom letzten Freitag zustande. Im
Vergleich der A.M. Fixe musste Gold aber weitere $20 abgeben. Gold schwankte im Nachmittags-Handel nervös
zwischen $1.120 und $1.125, ohne dass eine klare Richtung sichtbar wurde. Erst
der P.M. Fix mit $1.123,75 (EUR 767,33) bestätigte die leicht positiven
Vorzeichen. Der P.M. Fix war gegenüber dem Stand vom letzten Freitag damit
zumindest unverändert. Zum Ende des Handels an der New Yorker COMEX kam es
zu keinen wesentlichen Verschiebungen mehr. Gold beendete den Handel mit
$1.122,00 mit leicht positiven Vorzeichen. Die heutigen Vorzeichen sind noch zu schwach, um
daraus eine Trendwende herleiten zu können. Für einen Anstieg von Gold spricht
die Tatsache, dass zwei Mega-Baustellen erst einmal unter Kontrolle gebracht
wurden und eine weitere Drückung aus Sicht der Europäer und Asiaten nicht mehr
notwendig sei. Außerdem haben die stark nachgebenden Kurse eine Reihe von
spekulativen Shorts angezogen, die massiv Leerverkäufe getätigt haben.
Möglicherweise haben die Gold-Kartell Banken auf diese Weise einen Teil ihrer
Positionen wieder glätten können. Eine leichte Erholung bei Gold könnte diese
Shorts in Panik versetzen, so dass es wieder zu einer kräftigen Gegenbewegung nordwärts
käme. Auf der anderen Seite besteht weiterhin die Gefahr,
dass frisches Gold aus dem Nahen Osten die Märkte unter Druck hält. Außerdem
sind die Probleme Griechenlands und damit des Euro-Raums noch nicht gelöst. Die
EZB-Banken könnten ermutigt sein, sich zur Stützung ihres Währungsraums von
Gold-Reserven zu trennen. Der US-Dollar und sie Renditen der 10-jährigen
Treasuries waren heute praktisch unverändert. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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