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Bericht für den 17. Dezember 2009 Gold & Gesellschaft: Euro Mayhem Der Euro fällt und fällt; heute wieder um 1,5
Prozent. Dabei hatte der Euro vor wenigen Tagen noch seinen Höchststand bei
$1,51 verzeichnen können. Innerhalb der letzten Tage hat die europäische
Gemeinschafts-Währung damit 5 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Das einzige, womit sich die EZB derzeit noch zu
helfen weiß ist, die Gold-Märkte mit 400oz-Barren aus den Reserven der
EZB-Staaten zu fluten. Wenn man schon das Gemetzel gegenüber dem US-Dollar
nicht aufhalten kann, dann will man wenigstens ein einigermaßen gutes Bild
gegen den eigentlichen Feind des Euros, dem Gold, abgeben. Die Probleme stecken tief im System. Die
Griechenland-Krise verschärft sich täglich. Jetzt hat auch die dritte Rating-Firma, Standard & Poors,
die Kreditwürdigkeit der griechischen Staatsanleihen um eine Stufe auf BBB+
gesenkt. Die griechische Regierung versucht derweil ihre schon die letzten
Jahre erfolgreiche Salami-Taktik anzuwenden: Daten und Statistiken in eklatanter
Art und Weise zu fälschen, wortleere Versprechungen gegenüber der EU-Kommission
abzugeben und im Hintergrund ihren eigenen Mitbürgern zu versichern, dass an
den Grundfesten des Sozialstaates natürlich nicht gerüttelt werden würde. Selbst die Ankündigung von Einschnitten hat derweil
zu massiven Protesten und Streiks geführt. Die griechische Regierung kann
nichts gegen die Macht der Gosse ausrichten. Da sind die Regierenden in Athen
noch viel hilfloser als unsere französischen Nachbarn, die auch eine ausgeprägte
Kunst entwickelt haben, Reform-Vorhaben auf Druck der Straße wieder
zurückzunehmen. Keiner der EU-Staaten will in der Zwischenzeit den
Griechen zur Hilfe kommen. Die Zeiten der Scheckbuch-Diplomatie, wo man alle
Krisen mit Hilfe von zusätzlichen Geldern der Nettozahler erstickt hat, sind
wohl endgültig vorbei. Außerdem sind die Verfehlungen der Griechen so eklatant,
dass es sich wohl keine deutsche Regierung erlauben könnte, Griechenland zur
Hilfe zu eilen. Wahrscheinlich laufen im Hintergrund Rettungs-Pakete der EZB.
So kauften wohl eine Reihe von griechischen Banken zur Emission anstehende
Staatsanleihen auf. Diese Papiere werden dann wahrscheinlich in kürzester Zeit
bei der EZB gegen frische Euro-Liquidität hinterlegt – Monetarisierung
pur. Griechenlands Probleme seien aus der Porto-Kasse
der EU-Staaten bezahlbar, wurde vor kurzem noch behauptet. Das hat auch Helmut
Kohl bei der deutschen Wiedervereinigung behauptet, als er die Altlasten der
DDR mit der Verwässerung der Deutschen Mark nebst den Sozial-Kassen bezahlen
wollte. Obwohl die Gesamt-Bevölkerung der DDR kleiner als die des Bundeslands
Nordrhein-Westfalen war, schien sich hier aber einer verschätzt zu haben. Nach
einem anfänglichen massiven Wirtschafts-Aufschwung geriet Deutschland in einer
lange Rezessions- und Stagnations-Phase. Michael Glos
ätzte damals im Bundestag: Wenn man vom kranken Mann Europas sprach, dann schauten die
Deutschen auf die Anderen; jetzt müssen sie in den Spiegel schauen. Am Montag dachte man darüber hinaus, die Kärntner
Hypo durch eine Verstaatlichung retten zu können. Aber auch hier brodelt es
weiter. Die Bayerische Landesbank hat knapp vier Milliarden Euro bei ihrem
kurzen Engagement in der Hypo verloren. Und jetzt werden noch weitere Bayern LB
spezifische Abschreibungs-Risiken bekannt. Auch die Hypo scheint für ihre neuen
Gläubiger ein Geld-Grab zu werden. Nicht ohne Grund wollte die Bayerische
Staatsregierung diese Bank um Teufel komm raus loswerden. Das scheint
inzwischen auch die Linie für die Bayern LB zu werden. Das Thema Dubai und Abu Dhabi ist auch noch nicht
durch. Hier hängt das britische Bankenimperium am seidenen Faden. Und mit
diesem auch die Deutsche Bank, die inzwischen mehr britisch als deutsch ist. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die heutige Entwicklung am Gold-Markt war geprägt
von massiven Eingriffen aus Richtung des EZB-Bankensystems. Die Gründe habe ich
in dem obigen Bericht dargelegt. Im Gegensatz zu der US-Regierung scheinen
ausgewählte EZB-Banken noch über ausreichend Gold zu verfügen, um erheblichen
Schaden am Gold-Markt hervorrufen zu können. Mit dem durch die Euro- und Dubai-Krise stark
steigenden Dollar stand Gold heute noch zusätzlich unter erheblichen Druck. Der
A.M. Fix kam mit $1.212,50 (EUR 781,53) bereits um $14 niedriger als gestern
und der P.M. Fix mit $1.117,00 (EUR 777,86) schon $21 niedriger als vor 24
Stunden zustande. Diese Aktionen haben wir zum Höhepunkt der Dubai-Krise
ebenfalls beobachten können. So war es dann im Wesentlichen das Londoner
Banken-Kartell unter Führung der HSBC und der Deutschen Bank, die nach Schluss
des Handels in London im Derivate-Markt an der COMEX
weiteren erheblichen Schaden anrichten konnten. Zum Schluss des Handels an der
COMEX stand Gold bereits bei $1.106,80 und damit $28 niedriger als noch am
gestrigen Tag. Während der Euro-Preis von Gold bis zum Londoner
P.M. Fix stabil blieb, führte erst die Aktion im Derivate-Handel
zu einem massiven Verfall von Gold in Euro. Das entsprach ganz den Vorgaben der
Auftraggeber vom europäischen Kontinent. Für Barack Obama muss der stetig ansteigende Dollar-Kurs ein Schlag
ins Gesicht seiner Industrie-Politik sein, die darauf abzielt, bestimmte
Industrien wie beispielsweise die Auto-Konzerne zumindest in den USA wieder
wettbewerbsfähig zu machen. Derzeit steigt und steigt das Handelsbilanz-Defizit
der USA in unbekannte Höhen; und das trotz Rezession. Ich glaube deshalb nicht, dass die beobachteten
Drückungs-Aktionen koordiniert sind. Vielmehr versucht sich ein untergehender
Kontinent zu retten. Und dieser Kontinent ist nicht Nordamerika. So paradox
dies klingen mag: Der US-Dollar wird derzeit eher als ein Rettungsanker
betrachtet, als der Euro. Griechenland, Irland, Spanien und Italien sind im
Prinzip auch in viel schlechter Situation als die USA. Im Prinzip könnte die US-Regierung gegen Europa
agieren, indem sie selber langsam dasjenige Gold zurückkauft, dass die
EZB-Banken nebst den bankrotten Staaten des Nahen Ostens derzeit auf den Markt
werfen. Damit könnte der Dollar wieder gesenkt werden und die US-Industrie
würde wieder konkurrenzfähiger. Die Kollegen vom Gold-Kartell nehmen ihre heutige
Aufgabe aber besonders Ernst: Nach Schluss des Handels an der COMEX wurde Gold
um weitere zehn Dollar auf $1.097,10 im Access Handel gedrückt. Der Schaden
summiert sich heute auf $40,40 bei Gold, 56 Cent bei Silber aber nur $26 bei
Platin. Der US-Dollar Index (USDX) ist heute um 0,8 Punkte
auf 77,8 gestiegen. Auch die US-Treasuries konnten
von dem starken Dollar profitieren: Die Real-Rendite nahm heute um 0,1 Punkte
auf 3,5 Prozent ab. Damit stieg der von mir erfasste Quotient aus dem USDX und
den Renditen heute stark um 0,8 Punkte auf 22,2 Punkte an. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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