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Bericht für den 28. Dezember 2009 Gold & Gesellschaft: Staatliche Garantien für Zombies Die Lage der beiden mit Milliardenverlusten
kämpfenden US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac bleibt desaströs. Nach milliardenschweren Quartalsverlusten hat
die US-Regierung die bisherigen Obergrenzen für öffentliche Hilfen gekippt
– Blanko-Schecks
für Fannie Mae und Freddie Mac titelte die FTD am 25. Dezember einen
entsprechenden Bericht. Bislang galt eine Grenze von $400 Milliarden für
staatliche Finanz-Spritzen, die nach Aussagen des US-Finanzministeriums
allerdings bei weitem noch nicht ausgeschöpft worden seien. Aber wer glaubt diesen Aussagen denn noch, nachdem
beide Institute im Sommer 2008 kurz vor ihrem Zusammenbruch noch als
stocksolide bezeichnet wurden. Dabei hat Walter Eichelburg schon im Jahre 2007
den Zusammenbruch der beiden Institute prognostiziert, da
er in deren Geschäftsmodell eine versteckte Derivate-Bombe
vermutete. Diese Vermutung hat den Kern des Problems
getroffen. Denn Institute, die den eher konservativen Markt für
Immobilien-Hypotheken bedienen, können nicht von einen Tag auf den anderen
plötzlich in ein solch tiefes Loch fallen. Fannie Mae allein verbuchte im
dritten Quartal 2009 einen Verlust von knapp $20 Milliarden nach einem Defizit
von fast $30 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Bei Freddie Mac fielen Verluste
von $6,3 Milliarden beziehungsweise $25,3 Milliarden an. An beide Institute
sind bislang staatliche Zahlungen von $111 Milliarden geflossen. Es liegt die Vermutung nahe, dass mit diesen
Geldern ein Zombie mit frischem Geld versorgt werden soll, der andere Firmen,
Institutionen und Banken refinanziert. Ohne diese indirekte Geldspritze wären
diese besagten Firmen selbst schon längst bankrott. Hinzu kommen noch staatliche Institutionen wie die
Federal Housing Administration (FHA), die praktisch
alle Darlehen an Subprime-Schuldner garantiert. Auch die FHA ist so ein Zombie:
Denn es ist nicht zu erklären, wie trotz des schlechten Kredit-Ratings
der US-Bürger immer noch genauso viel Darlehen der Qualität Subprime an
Schuldner vergeben werden wie vor den Jahren der Immobilien-Krise. Die Parallelen zu dem AIG-Zombie
--- in Deutschland haben wir mit dem HRE-Zombie ein
lokales Äquivalent --- sind mehr als offensichtlich. Die über $100 Milliarden
staatliche Zahlungen an AIG wurden zum Großteil zur Rettung des angeschlagenen
Bankenwesens verwendet. So flossen von den AIG-Geldern
beispielsweise jeweils mehr als $10 Milliarden an die damals um ihr Überleben
kämpfenden Investment-Banken Goldman Sachs und die Deutsche Bank gleich wieder
ab. Ob AIG, HRE oder nun Fannie Mae und Freddie Mac:
Alle diese Zombies sind nichts anderes als staatlich gesponserte
Geldwaschanlagen, um öffentliche Gelder in private Organisationen zu pumpen,
ohne dass der Staat einen Kapitalanteil an diesen Organisationen erwerben muss. So ist es denn kein Wunder, wenn die Banken wieder
Gewinne machen und einen Teil ihrer staatlichen Hilfszahlungen tilgen können.
Ein großer Teil ihrer Einnahmen kommt aus dubiosen OTC-Derivategeschäften
mit den Zombies, Treasury Carry-Trades (hierbei
ersteigern die Banken Staatsanleihen, kassieren die Zins-Zahlungen und
refinanzieren sich zu praktisch Null Prozent Zinsen durch Hinterlegung der
Papiere bei der Notenbank) und Abschreibungs-Verschleierung von
Schrott-Papieren durch Asset-Swaps mit den
Zentralbanken. Diese Geldwaschanlage ist jedoch nur auf den ersten
Blick ein perpetuum mobile, denn alle diese Verluste
trägt derzeit der Steuerzahler bedingt durch die hohen staatlichen Zahlungen beziehungsweise
Garantien. Und da das Geld dafür nicht existiert, weder beim Steuerzahler noch
bei möglichen Ankäufern von staatlichen Schuldpapieren, wird
das erforderliche Geld durch die Notenbank einfach gedruckt. Der US-Bundeshaushalt war im aufgelaufenen
Haushaltsjahr schon zur Hälfte durch die Aufnahme neuer Schulden finanziert.
Tendenz: Keine Besserung in Sicht. Für das kommende Haushaltsjahr in Japan wird
die Deckungs-Quote durch Steuereinnahmen nur noch 40 Prozent betragen; d.h. von
100 Yen staatlichen Ausgaben müssen 60 Yen durch die Aufnahme neuer Schulden
finanziert werden. Aber Japan war ja mit seiner nie endenden
Deflationsphase in den 90er-Jahren der Truppenübungs-Platz für die Verfechter
des Monetarismus. Hier wurden bereits die Wunderwaffen der Geld-Jongleure wie
Quantitative Easing (QE) und massivste Ausweitung der
Staatsverschuldung am lebenden Objekt --- ohne durchschlagenden Erfolg wie man
an der Situation Japans erkennen kann --- erprobt. Der Patient Japan ist zwar nicht verstorben, so richtig
zu leben scheint er allerdings auch nicht mehr. Damit schließt sich der Kreis des staatlich
sanktionierten Papiergeld Betrugs-Monopols. Das Japan-Modell wird jetzt
weltweit umgesetzt. In der Hoffnung, dass der Monetarismus nicht verstirbt,
sondern als Zombie unsterblich bleibt. Wer erlöst uns endlich von diesen Monstern? Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Heute
fand in London kein Gold-Handel statt. Dafür
müssen an den verbliebenen vollen drei Tagen diesen Jahres noch $175 Milliarden
an Treasuries versteigert werden. Interessant dabei
sind die Versteigerungs-Ergebnisse für die Langläufer: $44 Milliarden für
2-jährige Notes am 28. Dezember, gefolgt von $42
Milliarden für 5-jährige Notes am 29. Dezember und schließlich $32 Milliarden
für 7-jährige Notes am 30. Dezember. Am
Vormittag dominierte aus diesem Grunde die Preis-Entwicklung in Asien. Gold
konnte sich bis zum Beginn des Handels oberhalb der Marke von $1.110
befestigen. Kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker COMEX stand Gold bei
$1.112. Dann
griffen aber die üblichen manipulativen Kräfte ein:
In zwei Wellen wurde Gold erst auf $1.108 und schließlich bis auf $1.100
gedrückt. Diese Marke hielt jedoch, so dass sich der Preis zum Schluss des
Handels auf $1.108 erholen konnte. Gold
schloss den heutigen Handel an der COMEX mit $1.106 und damit praktisch
unverändert zum 24. Dezember. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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