Bericht für den 5. Januar 2010

 

Gold & Gesellschaft: Weltenretter und andere Propheten

 

Wolfgang Clement, aus der SPD wegen seiner Kritik an der Energie-Politik der damals wahlkämpfenden Partei-Genossin Andrea Ypsilanti herausgeflogen, schreibt schon seit Monaten eine Kolumne unter dem Titel Modernes Deutschland in der WELT AM SONNTAG.

Das Thema diese Woche: Weltenretter sind falsche Propheten. Zuerst geht Clement mit den hehren Klimazielen unserer Bundeskanzlerin ins Gericht. Denn ein Großteil der Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen geht auf den industriellen Kahlschlag der „DDR“ nach der Wiedervereinigung zurück. Die derzeitige Wirtschaftskrise mit Produktions-Rückgängen im Bereich von 20 bis 30 Prozent bewirkt ihr übriges.

Wie kommt Wolfgang Clemens auf diese massiven Einbruchszahlen. Wollen uns die diversen Wahrheits- und Propaganda-Ministerien nicht einreden, dass es den industriellen Kahlschlag gar nicht gebe. Wäre Clement der CDU beigetreten, dann wäre das wohl der zweite Herausschmiss geworden.

Clement: Der einfachste Weg zur CO2-Reduktion ist die Deindustrialisierung. Natürlich, bloß dann fallen die Klimagase in den Staaten an, die Deutschland die Produktions-Kapazität gerne abnehmen würden. Dann wären „wir“ sauber und könnten auf Umweltkonferenzen mit geschwollener Brust mission accomplished heucheln.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass wir dann keine Arbeiter und Angestellte mehr bräuchten, die mit ihren Autos die Luft zusätzlich verpesteten. Als armer Hartz IV-Empfänger reicht es vielleicht überhaupt nicht mehr zu einem Gefährt. Und zu einer jährlichen Flugreise in ferne Länder schon gar nicht mehr.

Ist das die hidden Agenda unserer Weltenretter? Ein faktisches Ende des Industriestandortes Deutschland, wie Wolfgang Clement es formuliert.

Das Scheitern von Kopenhagen war in Wahrheit auch ein Scheitern überzogener Erwartungen, die von apokalyptischen Beschwörungen und Schreckensbildern und auch von einem nicht immer wissenschaftlichen Treiben von Klimaforschern unterfüttert wurden. Das sind Worte von Clement, die eigentlich alles beschreiben: Hütet Euch vor Weltenrettern und anderen Propheten.

Die Herausforderung ist eine ganz andere: Wie reagiert die Industrie-Gesellschaft auf versiegende Rohstoffe wie Öl, Gas aber auch Uran? Clement spricht noch von einem Fördermaximum bei Öl in zehn Jahren. Andere behaupten, das Maximum sei bereits die letzten Jahre erreicht worden.

Wer die Welt retten will, muss eine Antwort auf diese Frage haben. Ohne Öl gibt es keine pharmazeutische Industrie, keine moderne Chemie, keine Intensiv-Landwirtschaft, keinen Flug- und Schiffsverkehr und damit auch keine arbeitsteilige Welt mehr.

Globalisierung war gestern. Heute kommt es darauf an, internationale Abhängigkeiten zu beseitigen. Bei der Energieversorgung genauso wie bei den verlängerten Werkbanken in China und Indien.

Das Scheitern von Kopenhagen kam noch zur rechten Zeit, um die notwendige industrielle Basis in Deutschland erhalten zu können. Und selbst die „DDR“ hat gezeigt, dass organische Chemie auch ohne Öl möglich ist. Damals mit einem hohen Tribut für die Umwelt. Aber wir sind doch kreativ und erfinderisch, oder? Zumindest wenn man uns lässt. 

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Am Gold-Markt wird an allen Stellen getrickst. So wurde gestern gemeldet, dass die Regierung in dem nachfragestarken Vietnam den Handel mit Gold verboten hat. Heute stellte sich heraus, dass sich dieses Verbot nur auf Papier-Gold bezog.

 

Oder die angebliche Kaufzurückhaltung aus Indien. Anti-Gold Kommentator Jon Nadler von kitco.com, auf der Payroll des Gold-Kartells, versucht daraus fundamental negative Daten für die weitere Entwicklung des Goldpreises zu ziehen. Dann kommen solche queren Prognosen wie Anfang letzten Jahres heraus, die für 2009 einen Rückgang des Goldpreises auf $300 vorhersagten.

 

Heute hat sich laut einer Meldung der Nachrichten-Agentur Reuters herausgestellt, dass Indien nicht, wie die verschiedenen selbst dem Gold-Kartell zugehörigen Analysten-Firmen ermittelt haben, 200 Tonnen Gold in 2009 importiert hat. Sondern zwischen 300 und 350 Tonnen. Diese Firmen haben im letzten Jahr auch verschlafen, wie China über die letzten Jahre mehrere hundert Tonnen Gold seinen Devisen-Reserven zuführen konnte.

 

Woher kommen bloß die fehlenden hunderte von Tonnen Gold? Gibt es geheime Gold-Minen auf dem Mars, von denen die Menschheit nichts erfahren darf. Oder ist es nicht einfach so, dass diese Gold-Minen die Zentralbank-Keller der westlichen Notenbanken sind. Und dem schließt sich gleich eine weitere Frage an: Wenn das Gold dort langsam ausverkauft ist, was liegen dann für Barren in den Kellern der New York FED in Lower Manhattan, die man als Besucher präsentiert bekommt. Ist das alles nur mit einer dicken Schicht Gold versehenes Wolfram?

 

Wahrscheinlich. Denn bei Gold wird soviel gelogen, wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd zusammen.

 

Gold konnte heute früh im asiatischen Handel die Marke von $1.125 nach oben durchstoßen. Im Londoner Vormittags-Handel wurde dieses Preis-Niveau bestätigt. Der A.M. Fix kam mit $1.125,25 (EUR 779,53) um $12 höher als noch vor 24 Stunden zustande.

 

Zuviel Enthusiasmus beim Gold ruft allerdings das Gold-Kartell auf den Plan. Wie man gestern die zweiprozentige Anstiegsgrenze pro Tag im Markt durchsetzen konnte, so muss am folgenden Tag einem weiteren Anstieg ein Riegel vorgeschoben werden.

 

Bill Murphy glaubt, dass die Gold Kartell Trader, die sich einer Verletzung der zwei Prozent-Regel schuldig gemacht haben, ihren Job verlieren: The Gold Cartel ALWAYS prevents gold from rallying more than 2% in any given Comex trading session, give or take a few dollars. It’s been this way for some time now and today’s halt shows that nothing has changed. When GATA first started up there was the $2 Rule, funny as that sounds. Then, as gold rallied into higher ground, it became the $6 Rule. Now, with expanded volatility, The Gold Cartel has let its traders know that a 2% Rule is to be enforced. Cabal traders allowing that rule to be broken, on a closing basis, will be terminated.

 

Und so war es keine Überraschung, dass Gold nach dem A.M. Fix um fünf Dollar gedrückt wurde. In den 1,5 Stunden vor Eröffnung des Handels an der COMEX setzte jedoch wieder eine Gegenbewegung ein, die Gold wieder über die Marke von $1.125 anstiegen ließ.

 

Wozu gibt es eigentlich die CFTC als Aufsichts-Behörde für die Rohstoff-Märkte, wenn bestimmte Parteien Marktgesetze nach Belieben zu ihren Gunsten brechen können. Ist die CFTC nur ein zahnloser Tiger oder ein Placebo für die Investoren, um den schönen Schein der freien Märkte aufrechtzuerhalten. Oder ist die CFTC nicht der Transmissions-Riemen des kompletten Finanz-Oligopols der Wall Street, mit der nichtkonforme Parteien nach Belieben abgemahnt und bestraft werden können. Goldman Sachs und JP Morgan haben sicherlich über dunkle Kanäle ihrer Alumni in den verschiedenen Regierungs-Stellen einen umfangreichen Einblick in die Positionierung ihrer Gegenspieler.

 

Warum sind die Chefs der Aufsichtsbehörden für die Aktienmärkte (SEC) und die Rohstoff-Märkte (CFTC) eigentlich Mitglieder der Presidents Working Group of Financial Markets, abgekürzt als das PPT oder Plunge Protection Team bezeichnet? Einfach, weil die koordiniert befohlenen Regierungs-Eingriffe in die Märkte von den Aufsichtsbehörden abgenickt und begleitet werden müssen. Eine andere Erklärung gibt es meiner Meinung nach nicht.

 

Das Kartell wollte aber einen Durchmarsch von Gold zum Jahresanfang unbedingt verhindern. Mit Eröffnung der COMEX wurde das gelbe Metall wieder auf $1.120 und zum Teil leicht unter diese Marke gedrückt. Der P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ kam dann überraschend doch mit $1.123,25 (EUR 779,39) drei bis vier Dollar über den bislang ausgewiesenen Spot-Preis zustande. Im Tagesvergleich immerhin ein Anstieg um weitere zwei Dollar.

 

In Anschluss versuchte sich Gold wieder oberhalb der Marke von $1.125 zu etablieren, was aber am erbitterten Widerstand der Verfechter der derzeitigen Geldordnung scheiterte. Es folgte ein erbitterter Kampf, den das Gold-Kartell am Ende gewinnen konnte. Gold ging mit $1.117,30 unverändert gegenüber dem gestrigen Schlusskurs an der COMEX aus den Markt.

 

Da ist der heutige Anstieg bei Gold wieder auf Null zusammengeschmolzen. Mission accomplished.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.125,25

(€779,53)

$1.113,00

(€774,26)

+ $12,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.123,25

(€779,39)

$1.121,50

(€777,47)

+ $1,75

COMEX Schlusskurs

$1.117,30

$1.117,30

unverändert

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,6

77,5

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

3,8 %

3,8 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

20,4

20,4

unverändert

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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