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Bericht für den 7. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Verteufelung der Leistungsträger Der Philosoph Peter Sloterdijk macht wieder von
sich reden. Nicht als Vertreter der linksradikalen Frankfurter Schule
(Anmerkung: die hasst Sloterdijk), sondern als Kritiker des Steuern- und
Abgaben-Staates. Oder wie Schäuble neulich in einem Interview zwischen den
Zeilen zugab, den Wegelagerer- und Raubritter-Staat. Diesmal in der eher als links-liberal
einzustufenden Süddeutschen Zeitung. Unter dem Titel Wider der Verteufelung der Leistungsträger
beklagt der Philosoph ein veraltetes Menschenbild, das den Bürger als Untertan
so missachtet, als würden wir noch im Absolutismus leben. Vom Absolutismus, wo noch
Adel und Feudalherren regierten, kommt auch die immer noch heute geltende
Regel, dass der Staat seine Steuern zwangsweise erhebt. Sloterdijk stellt die
These auf, dass ein freiwilliges Schenken viel effektiver sei. Denn, so
Sloterdijk, das
soziale Band erodiere, wenn die Leistungen der Steueraktiven zu einem
zwanghaften Automatismus herabgewürdigt würden. Um die Qualität unseres Wegelager- und
Raubritter-Staates verstehen zu können, muss man sich vor Auge führen, wer
eigentlich die Leistungsträger unseres Staats-Wesens sind. Das ist nicht die
Mehrheit, auf deren Schultern die Leistungsfähigkeit unseres modernen
Sozial-Staates ruht. Sondern diese Leistungs-Idioten sind bereits stark in der
Minderheit. Sie denken nur noch, dass sie die Geschicke des Landes über die
leistungsfreundlichen Parteien erbringen. Das ist ein völliger Trugschluss.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Peter Sloterdijk konkretisiert das folgendermaßen: Ein Blick in die
Statistik verrät: Die oben zehn Prozent der Steuerbürger leisten mehr als 50
Prozent der Einkommensteuern, und die oberen 20 Prozent über 70. Einige
Kritiker haben sich über diesen Hinweis maßlos aufgeregt, als hätte man ihnen
die Möglichkeit wegnehmen wollen, die Wohlhabenden abzuklagen. Man hat
gefolgert, ich würde nur die Schicksale der wenigen erwärmen und den Rest
ignorieren. Das Missverständnis könnte nicht größer sein. Mit dem Begriff
Leistungsträger verbinde ich eine strikt technische Definition: Er steht für
die 25 Millionen Steueraktiven, die zur Stunde praktisch die Gesamtheit des
Steueraufkommens in der Bundesrepublik tragen – bei einer
Gesamtpopulation von 82 Millionen Einwohnern. Da haben wir es also. Wenn 25 Millionen Bürger
steueraktiv im Sinne von Sloterdijk sind, dann haben
wir 57 Millionen steuerinaktive Bürger. Das ist eine Zweidrittel-Mehrheit.
Natürlich kommen jetzt wieder die Sprüche, dass alle Bürger Steuern zahlen.
Beispielsweise die Mehrwertsteuer. Wer aber netto vom Staat oder den
Sozialkassen lebt, der ist eben nicht steueraktiv,
sondern steuerinaktiv. Alles andere wäre Haar-Spalterei. Da kann unser
Finanzminister Schäuble noch so inbrünstig verbreiten, dass er gerne Steuern
zahle. Aber auch er ist ein steuerinaktiver Bürger, weil er mehr Steuern
vereinnahmt, als er zahlt. Interessant ist, dass die Steueraktiven in der
veröffentlichten Meinung immer noch als die Ausbeuter beargwöhnt werden. Ihnen
würde nur Recht geschehen, wenn man sie stark belastet, ätzt Peter Sloterdijk.
Aber in dieser Gruppe finden sich nur zu einem ganz geringen Teil die richtigen
Reichen, diejenigen die mehr als eine Millionen Euro pro Jahr verdienen. Das
sind in Deutschland ganze 10.000 Haushalte. Die Ausbeuter sind zum Großteil
Familien des Mittelstandes, die selten die
Einkommens-Grenze von EUR 100.000 pro Jahr reißen. Sind das die Ausbeuter, wie
man uns begreiflich machen möchte. Natürlich nicht, denn der Steuer-Staat ist gut in
seiner Propaganda: Einen Popanz in Form der Reichen aufzubauen, um dann
hinterrücks bei der Mittelschicht abkassieren zu können. Zumwinkel & Co
sind solche Fälle, die gesamtsteuertechnisch gar keine Bedeutung haben. Die
aber in der täglichen Agitation im Staatsfernsehen und der System-Presse
verwendet werden, um die Leistungsträger erst zu
verteufeln, um sie dann als lammfrohe Gestalten brutal auszuplündern. Wir brauchen noch viele Sloterdijks, um die
Leistungsträger wachzurütteln. Und vielleicht gelingt es diesmal, nachdem die
Aufklärung das absolutistische Fiskalsystem nicht beseitigen konnte, uns von
den letzten feudalen Fesseln zu befreien. Eine Steuer-Revolution ist schon seit
langem fällig. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Bestimmte
Dinge sind in Stein gemeißelt. Beispielsweise dass nach einem mit viel Mühe auf
zwei Prozent gekappten Goldpreis-Anstieg am Vortag zumindest ein stagnierender Gold-Preis
folgen wird. Heute
konnte man diese Regel wieder gut nach verfolgen. Am Dienstag im Übrigen auch
schon. Schon im
asiatischen Handel heute früh stand Gold unter Druck und fiel unter die Marke
von $1.135. Im Londoner Vormittags-Handel wurde versucht,
Gold weiter unter die Marke von $1.130 zu drücken. Das gelang aber nur
zeitweise. Der A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ kam mit $1.130,75 (EUR 787,65) noch um
sechs Dollar stärker als zum gestrigen A.M. Fix zustande. Im Laufe
des Nachmittags gelang dann um den Zeitpunkt der Eröffnung des Handels an der
New Yorker COMEX die Drückung unter die Marke von $1.130. Diese Aktion wurde
begleitet von einem ansteigenden US-Dollar. Typisch Gold-Kartell: Wenn sonst
nichts mehr hilft, dann muss man eben künstlich den Dollar heben. Dabei zeigen
die wirtschaftlichen Daten der Vereinigten Staaten nur vordergründig eine
Erholung an. Ein Großteil ist mit den massiv auf Pump finanzierten
Staatsausgaben erreicht worden. Die Situation des US-Haushaltes wird immer
prekärer. Wie gut, dass man eine Zentralbank hat, die die
Weltleitwährung herausgibt und die Staatschulden über verschiedene Wege monetarisiert. Kurz vor
dem P.M. Fix stieg Gold dann wieder bis fast $1.135. Diese Aktion war jedoch
verfrüht. Der P.M. Fix kam lediglich mit $1.130,25 (EUR 789,06) zustande. Im
24-Stundenvergleich also praktisch unverändert. Zum
Schluss des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder auf $1.132,00 erholen.
Das reichte aber nur zu einem Tages-Minus von vier Dollar. Die
Europäer konnten heute wegen des stark steigenden Dollars nicht von dem
leichten Rückgang des Gold-Preises profitieren. Vielmehr nähert sich der Preis
wieder bedenklich der Marke von EUR 800. Der
US-Dollar legte heute 0,6 Punkte auf 78,0 zu. Die Renditen der 10-jährigen
Treasury Notes bleiben weiterhin mit der Marke von 3,8 Prozent fest verbunden.
Der Quotient aus beiden Werten verbesserte sich um 0,1 Punkte auf 20,5. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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