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Bericht für den 8. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Der amerikanische (Alp-)Traum Da leistet sich die US-Regierung ein
Wahrheitsministerium, das mit dreisten Zahlen-Reihen, Korrekturen und
geschaffenen Phantom-Jobs die Arbeitslosen-Statistik schön rechnen möchte. Und die Aktienmärkte weltweit haussieren von einem
Höchststand zum nächsten, weil alle auf die angebliche Erholung warten und
hoffen. Heute ist wieder einmal solch ein Hoffnungs-Ballon
zerplatzt. Das Wahrheitsministerium BLS hat um 14:30 Uhr MEZ die monatlichen
Arbeitslosen-Zahlen für den Monat Dezember 2009 verkündet. Obwohl in einer von
Bloomberg durchgeführten Umfrage 76 Wirtschafts-Experten für den Dezember
keinen weiteren Verlust von Arbeitsplätzen prognostizieren, gingen nach Zahlen
des BLS 85.000 Jobs verloren. Die Arbeitslosen-Rate in der engsten Abgrenzung
(U-3) beträgt 10,0 Prozent. Dabei hat das korrupte Net Birth/Death-Modell
wieder einmal zusätzliche 59.000 Phantom-Jobs geschaffen. Nimmt man den Januar
2009 aus der Betrachtung, wo wohl die alte Bush-Administration das BLS
angewiesen hat, die vorher geschaffenen Phantom-Jobs wieder auszubuchen --- im
Januar hat das Net Birth/Death-Modell den Verlust von
356.000 Jobs gemeldet --- dann hat dieses Modell der Obama-Administration
den zusätzlichen Verlust von 1,238 Millionen Jobs verhindert. Seit Beginn der Krise vor zwei Jahren gingen
bislang 7,2 Millionen Jobs verloren. Trotzdem zeigt sich der Aktien-Markt von diesen
Rückschlägen unbeeindruckt. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz
sagte, dass Investoren Anzeichen für eine globale ökonomische Erholung nach
oben reden würden, um die Rallye an den Aktienmärkten weiter aufrecht zu
erhalten, wie bloomberg.com
berichtet. Die Wall Street redet die Erholung hoch, weil die Unternehmen ihre
Aktien abladen wollen, erklärte Stiglitz heute
gegenüber Journalisten auf einer Konferenz in Paris. Ach so – die Politik des billigen Geldes der
FED hat eine neue, im Rahmen des Dollar-Carry Trades anscheinend nicht versiegende Quelle an
Aktien-Gewinnen geschaffen. Damit die Marktteilnehmer diese Gewinne realisieren
können, muss der Schein einer angeblichen Erholung solange wie möglich gewahrt
bleiben. Deshalb die Aufschwungs-Propaganda. Es geht gar
nicht um das Heer der Arbeitslosen, sondern um die Gewinne und Boni der Wall Street Banker. Dabei greift die Obama-Administration
schon mit allen legalen und nichtlegalen Mitteln in das Marktgeschehen ein. Der
Anteil der Steuereinnahmen an den Gesamtausgaben nimmt durch immer größere und
kurzweiligere Stimulus-Programme immer weiter ab. Er beträgt jetzt schon
weniger als 50 Prozent. Die Netto-Neuschuldenaufnahme kann schon längst nicht
mehr am Kapital-Markt refinanziert werden. Denn wenn Geld da ist, dann fließt
das in die viel attraktiveren Aktien-Märkte. So verbleibt den monetären
Zauberern nur die Möglichkeit, die Staatsschulden mit Hilfe von neu gedrucktem
Geldes der FED finanzieren zu lassen. Das passiert zwar nicht direkt, da es
illegal wäre und zu einem Abverkauf des US-Dollars führen würde, aber es
passiert über ein Bündel von Maßnahmen im Zusammenspiel mit den Primary Dealer Banken, ausländischen Zentralbanken und Hedge Fonds. Das dumme an Obamas
Ausgaben-Programmen ist, dass ein Großteil des Geldes in den Wall Street Firmen
versickert. Sei es nun über Zahlungen an den Versicherungs-Konzern AIG in Höhe
von mehr als $100 Milliarden oder durch Zuschüsse an Fannie Mae und Freddie
Mac. Auch die Einlagen-Sicherungssysteme müssen permanent vom Staat gestützt
werden. Das Geld kommt also gar nicht in der
Real-Wirtschaft an, sondern soll den maroden und überschuldeten US-Verbraucher
vor dem Konkurs bewahren. An den wenigen Stellen, wo staatliche Gelder beim
Verbraucher ankommen, werden chinesische oder andere ausländische Produkte
gekauft. Außer dem Einzel- und Großhandel partizipiert wieder die US-Wirtschaft
nicht. Die wieder stark gestiegenen US-Außenhandelsdefizite reden hier eine
eindeutige Sprache. Das System ist kaputt und es ist schwer vorstellbar,
wie man es wieder aufrichten will. Der amerikanische Traum entwickelt sich
immer mehr zum Alp-Traum. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Bestimmte
Dinge ändern sich auch nicht: Dass nämlich im Vorfeld schlechter
US-Arbeitsmarktdaten auf den Gold-Preis eingeprügelt wird. Gestern
schloss Gold noch im New Yorker Access Handel mit $1.130,10 um zwei Dollar
niedriger als zum Schluss des COMEX-Handels. Im
frühen asiatischen Markt ging es heute dann aber um weitere fünf Dollar
abwärts. Man sieht, wie stark die Trader von JP
Morgan, HSBC und Deutsche Bank international verflochten sind. Denn zehn
Minuten nach Eröffnung der COMEX heute Nachmittag werden die Zahlen zum
Arbeitsmarkt verbreitet. Da bleibt keine Zeit, vorbereitende
Drückungs-Maßnahmen zu ergreifen. Und so hat man sich eben den asiatischen
Markt und den Vormittags-Handel in London ausgesucht. Das Gold-Kartell ist
immer noch nicht besiegt. Jeder der tradet, muss
entweder ein sophisticated Investor sein, oder er
geht die Gefahr ein, durch das Gold-Kartell auf dem falschen Fuß erwischt zu
werden. Die Market-Follower Trader, die in dem
gestrigen und heute früh beobachteten Abwärts-Trend neue Short-Positionen
eingegangen sind, haben nach Verkündung der Zahlen durch das BLS wohl Blut und
Wasser geschwitzt: Innerhalb von Minuten sprang Gold von $1.120 auf $1.137 an.
Gleichzeitig verfiel der US-Dollar (USDX) von 78,1 auf 77,5. Selbst für
jemanden, der versteht, wie in diesem Markt manipuliert wird, ist es schwer
vorherzusagen, welche Richtung Gold kurzfristig einschlagen wird. Natürlich
können diese Experten ex-post mit immer guten Analysen auftrumpfen, warum sich
Gold in die eine oder andere Richtung entwickeln musste. Aber deren
Prognose-Hintergrund ist genauso schlecht wie die Fähigkeiten eines Hellsehers
auf dem Jahrmarkt. Zurück
zum Geschehen im Londoner Vormittags-Handel: Dort ging es erst einmal weiter
bergab. Verständlich, wenn man das Zahlenwerk des BLS im Vorfeld bereits
kannte, wie die US-Regierung und deren Helfeshelfer
an der Wall Street. Der Gold-Preis gab um weitere drei Dollar nach und der A.M.
Fix wurde mit $1.121,75 (EUR 783,40) um neun Dollar niedriger als noch am
gestrigen Tag festgestellt. Aus der Historie
wissen wir, dass solche massiven Angriffen am Vormittag noch massivere Angriffe
am Nachmittag folgen werden. Heute jedoch nicht. Die Short-Trader
sind in eine Bären-Falle gelaufen. Mit
Eröffnung des Handels an der COMEX musste Gold noch um die Marke von
$1.120 kämpfen. Dann ging es aber
mit den schlechter als erwarteten US-Arbeitslosenzahlen gleichzeitig mit dem
Dollar abwärts und dem Gold aufwärts: Minus 0,6 Punkte beim US-Dollar und Plus
$17 beim Gold. Darauf
war das Gold-Kartell natürlich vorbereitet. Und nachdem die frischen
Gold-Shorts ausgeblutet waren, wurde Gold schnell wieder auf $1.127 gedrückt.
Es folgte ein zweistündiger Kampf um die weitere Richtung des Gold-Preises. In
diese Zeit fiel der Londoner P.M. Fix mit $1.126,75 (EUR 786,84), der den
Gold-Preis im Tagesvergleich um knapp drei Dollar sinken ließ. In den
letzten 1,5 Stunden konnte sich Gold seine ursprünglichen Gewinne wieder
zurückgewinnen. Zum COMEX-Schluss stand Gold dann bei
$1.137,40, ein Plus von über fünf Dollar im Vergleich zu gestern. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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