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Bericht für den 11. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Merkels letztes Aufgebot Angela Merkel hat es schon schwer: Fehlende nach
außen getragene Entschlossenheit und mangelndes Charisma machen sie zum
Antitypen ihres (Alpha-Tier) Vorgängers Gerhard
Schröder. Diesen wollte die Republik aber anscheinend nicht mehr, so dass die
Zustimmungs-Werte von Angela Merkel nach ihrer Wahl vor vier Jahren in die Höhe
schnellten. Dabei wurde schnell klar, dass Angela Merkel kein Basta-Politiker wie Gerhard Schröder werden wird: Sie war
stets auf Kompromisse aus und wollte die streitenden Parteien ausbalancieren.
Mit diesem diplomatischen Kurs konnte sie auf dem internationalen und
europäischen Parkett auftrumpfen, was sich wiederum in einer positiven Stimmung
im Inland bemerkbar machte. Die Probleme wurden nicht Angela Merkel angelastet,
sondern den Parteien beziehungsweise den anderen Politikern. Wer sie jedoch, wie einige Kontrahenten in der CDU,
unterschätzte und dachte, dieses Macht-Vakuum ausnutzen zu können, der konnte
den Machtwillen von Angela Merkel am eigenen Leib zu spüren bekommen. Und so
hat sie sich über die letzten Jahre hinweg einen Hofstaat herangezogen,
beginnend im Kanzleramt, über Partei-Führung bis hin zur Fraktion, der die
Meinung ihrer Herrin über das Land verbreitet. Ohne selbst einen value-add zum politischen Leben zu erbringen. Diese rückgradlose Sippschaft konnte man in einer
Großen Koalition noch als Beitrag zu einem ungewollten Liebes-Bündnis
verkaufen. Da man jetzt aber mit der FDP seinen Wunsch-Partner gefunden hat,
ist diese nur-nichts-ändern Fraktion am Ende ihres
Lateins. Und das wirkt direkt auf ihre Chefin zurück. Plötzlich stellen sich Unentschlossenheit und
Kompromiss-Bereitschaft als schlechte Eigenschaften heraus. Was vorher gut war,
ist nun plötzlich schlecht. Hinzu kommt, dass die zukünftigen Probleme weder
angegangen werden, noch Lösungs-Optionen sichtbar werden. Merkel ist zu einer
No Future – Kanzlerin geworden. Nun wird das letzte Aufgebot an die Medien-Front
geschickt, um den steilen Abstieg von Merkel zu stoppen. Ein bislang
unbekannter Gerd Neumann von einem ebenso unbekannten Europe Office of
Institute for Structural Economics hat in einem gestrigen Beitrag für DIE WELT eine
Lanze für Merkel gebrochen. Unter dem Titel Deutschland braucht Merkel dringender denn je,
trifft er eingangs eine korrekte Feststellung: Die wirtschaftliche und politische Lage ist
schlimmer als die meisten denken. Und weiter heißt es: Die große Aufgabe
der Bundesregierung besteht darin, die Wirtschaft zu retten. Warum eine nach Meinung von Neumann
naturwissenschaftlich denkende Merkel besser für das Land sei, als eine
ökonomisch denkende Bundeskanzlerin, erschließt sich mir zumindest nicht. Da
hilft es auch nicht, dass Neumann versucht, den ökonomischen Sachverstand mit
der Bande der Banker und anderen Finanz-Jongleure in Verbindung zu bringen.
Nach der Devise: Ökonomischer Sachverstand hat uns in die Krise gebracht und
wird uns deshalb nicht aus dieser Krise herausführen. Gerade die Politiker waren doch die Nutznießer
dieser auf einem Schneeball-System beruhenden Politik. Das endlose Aufschulden
des Staates zur Verteilung von Wohltaten unter das Volk und die
zusammenbrechenden Sozial-Systeme waren doch nur dadurch möglich, weil die Politik einen teuflischen Bund mit den Bankern
eingegangen ist: Die einen Erzeugen das Geld aus dem Nicht und haben dafür
einen Sonder-Status, und die anderen verteilen das Geld unters Volk. Die Politiker im Allgemeinen und Angela Merkel im
Besonderen müssen sich vorwerfen lassen, dass sie die
eigentlichen Brandstifter der Finanz- und Wirtschaftskrise waren. Denn mit
gesundem Menschen-Verstand hätte jeder Politiker, insbesondere auch Merkel, die
als
Naturwissenschaftlerin mit analytischem Denkvermögen und Intelligenz von
Gerd Neumann beschrieben wird,
erkennen müssen, dass hier etwas fundamental falsch läuft. Das Thema nun allein den Bankern in die Schuhe zu
schieben, die jetzt ihren Teufelslohn für den Pakt mit der Politik brutal
einfordern, greift viel zu kurz. Und so kann Gerd Neumann auch auf mehreren
Seiten versuchen, der Merkel positive Eigenschaften einzuhauchen – er hat
das Thema völlig verfehlt. Mit dem letzten Merkel-Aufgebot schafft man keine
Trendwende mehr. In dem Aufruf Frau Merkel, seien Sie mutig klingen schon die
Durchhalte-Parolen vor der totalen Niederlage durch. Der WELT-Beitrag ist als
Nachruf auf die Ära Merkel zu verstehen.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Zahlen vom Arbeitsmarkt am Freitag haben den Goldpreis beflügelt. Diese
Entwicklung setzte sich heute im Laufe des Tages eindrucksvoll fort. Schon mit
Beginn des asiatischen Handels war Gold $15 höher als noch am letzten Freitag
zum Handels-Schluss in New York. Im Londoner Vormittags-Handel ging es weiter
bergauf. Der A.M. Fix kam überraschend stark mit $1.158,00 (EUR 797,74)
zustande. Im Vergleich zum A.M. Fix am letzten Freitag (vor den
Arbeitsmarkt-Zahlen) ein Anstieg um unglaubliche $36. Ein Check
der täglichen zwei Prozent-Marke, die Gold steigen darf, ohne dass die Gold
Kartell Trader ihren Job verlieren, sei an dieser
Stelle angebracht: $1.138,20 war der Schluss-Stand am Freitag und bei 2 % darf
Gold um maximal um $22,76 auf knapp $1.161 steigen. Zum Vormittags-Fixing waren
wir noch drei Dollar von dieser Marke entfernt. Eine
dreiviertel Stunde nach Beginn des Handels an der New Yorker COMEX wurde aber
die Marke von $1.160 getestet. Und, welche Überraschung, bei $1.161 war wieder
einmal Schluss für den heutigen Tag. Diese Message
haben die Trader der Investment-Häuser verstanden. Im
weiteren Verlauf fiel Gold wieder um einige Dollar zurück. Der P.M. Fix kam mit
$1.153,00 (EUR 794,35) zustande. Ein Plus von $26 im Vergleich zum P.M. Fix vom
Freitag. In den
verbliebenen Handels-Stunden verloren die Markt-Teilnehmer die Lust und das
Gold-Kartell griff die Gelegenheit beim Schopf, den
heutigen Preisanstieg zu begrenzen. Mit $1.150,70 ging der Gold-Preis heute aus
dem Markt an der COMEX. Trotzdem noch ein Anstieg um $13 gegenüber letztem
Freitag. Der
US-Dollar verlor heute kräftig um 0,6 Punkte auf 77,0. Nachrichten, dass
bestimmte Investments-Fonds US-Staatsanleihen
verkaufen und deutsche Bunds kaufen, setzten den Dollar unter Druck. Den
Renditen der 10-jährigen Treasury Notes machte dies trotzdem nichts. Denn diese
werden notfalls durch die Primary Dealer Banken und
die New York FED gestützt. Trotzdem nähert sich der Quotient aus beiden Werten
mit 20,2 bedenklich der Grenze von 20. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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