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Bericht für den 14. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Griechenlands schleichender Tod Dass es um Griechenland nicht gut bestellt ist,
weiß inzwischen jeder. Und jeder erwartet auch, dass im Falle einer
Zahlungs-Krise Deutschland und gegebenenfalls Frankreich den Griechen rettend
unter die Arme greifen werden. Denn wir wissen spätestens nach dem Bankrott der
Investment-Bank Lehman Brothers im August 2008, dass das globale Finanz-System
auf Krisen nicht durch Verteilung der Risiken dämpfend wirkt, sondern dass sich
solche Risiken in Form einer angestoßenen Dominokette über das ganze System
ausbreiten. Bei Lehman konnte man in 2008 noch rechtzeitig mit
allen Hebeln der Geld-Politik den Total-Zusammenbruch verhindern. Griechenland könnte die Euro-Dominokette in Gang
setzen. Die nächsten Dominos wären dann wohl Portugal, Irland, Italien und
Spanien. Deshalb erwartet jeder, dass Merkel & Co ihr eigentlich schon seit
Jahren ungedecktes Scheckbuch zücken wird, um
Griechenland und damit praktisch die Währungs-Union retten zu können. Die Griechen sind sich ihrer Situation durchaus
bewusst. Deshalb gibt es außer Lippenbekenntnissen auch keine ernsthaften
Ansätze, die nicht lösbaren Probleme trotzdem lösen zu wollen. Derzeit wird
jedoch Euro-Mikado zwischen den Regierungs-Chefs der Euro-Zone gespielt: Wer
sich als erster bewegt, der hat den Schwarzen Peter. Und so hat es den
Anschein, als wenn man Härte gegenüber Griechenland demonstrieren wollte. Die Financial Times Deutschland (FTD) widmete
gestern der Aussage der Ratingagentur Moodys, dass Griechenland ein schleichender Tod drohe,
einen eigenen Bericht. Die Sorge um das hoch verschuldete Land halten die Märkte im
Atem. Die Ratingagentur rechnet zwar nicht mit einem
Kollaps, warnt aber vor einem langsamen Ausbluten, fassen die
Autoren zusammen. Moodys fordert
Griechenland und Portugal dazu auf, einen größeren Teil ihres Vermögens
einzusetzen, um die Schulden abzustottern. Um welche Vermögen könnte es sich
dabei handeln? Um die Akropolis. Oder man kann einen Teil der Inseln an die
Türkei verkaufen. Weiterhin erwartet Moodys,
dass Investoren höhere Prämien für die Anleihen dieser Staaten verlangen
werden. Da waren ja besonders clevere Finanz-Profis am Werk, um auf diese
Feststellung zu kommen. In Wirklichkeit will sich die Rating-Agentur
rechtfertigen, dass die mit A2 eigene Bewertung um zwei Stufen besser sei als
die der Konkurrenten Standard & Poors und Fitch (BBB+). Man sieht daher das Risiko eines plötzlichen
Todes als vernachlässigbar an. Wahrscheinlich genauso vernachlässigbar, wie die
Zahlungsausfälle der mit AAA bewerteten CDO-Papiere.
Wurde Moodys von Griechenland bezahlt, um die
Situation der Staatsanleihen propagandistisch wieder aufzuwerten. Wer nur einen
schleichenden Tod sieht, der empfiehlt praktisch mit steigenden Real-Zinsen den
Einstieg in die Staats-Papiere. Wenn man nur wüsste, wer sich beim Euro-Mikado als
erstes bewegen wird, der kann mit dieser Strategie gut Geld verdienen: Indem er
auf oder gegen die griechischen Papiere wettet. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Was
wollen der beziehungsweise die Gold-Drücker mit ihren Aktionen eigentlich
erreichen? Das man sich lächerlich über sie macht. Und dann immer das gleiche
Muster: Nach dem P.M. Fix, wo kein physisches Gold mehr gehandelt wird und der
Gold-Preis allein vom Geschehen an der New Yorker COMEX abhängig ist, wird erst
einmal kräftig auf den Preis gedrückt. Dann
kommt die Gegenbewegung, die das billige Gold aufkauft und den Preis wieder
nach oben hebt. Die
letztere Gruppe knockt dann den Preisdrücker in den verbliebenen dreißig
Minuten des COMEX-Handels aus. Und schon ist Gold im
Tagesverlauf gestiegen und nicht gesunken. Heute
genau dasselbe Muster: Gold startete den heutigen Handel in Asien oberhalb der
Marke von $1.140. Mit Beginn des Vormittags-Handels wurde diese Marke aber
wieder nach unten durchbrochen und Gold landete wieder an dem Punkt, an dem es
gestern den Markt in New York verlassen hatte. Der A.M. Fix kam mit $1.137,50
(EUR 783,83) in diesem Ziel-Korridor zustande. Ein 24-Stundengewinn von fünf
Dollar. Langsam ernährt sich das unter Beschuss stehende Gold-Eichhörnchen. Bis zum
P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ ging es dann einmal hoch bis zur Marke von $1.140 und
dann wieder etwas herunter. Der P.M. Fix pendelte sich schließlich bei $1.138,25
(EUR 785,92) ein. Ein Tagesgewinn von bereits neun Dollar. Danach
zeigte der entschlossene Preisdrücker erneut sein Gesicht: Gold wurde bis fast
auf $1.130 gedrückt. Im Vergleich zu dem gestrigen Einbruch zeigen sich aber
schon gewisse Lähmungserscheinungen. Nach zwei
Stunden war der Einbruch wieder kompensiert und Gold lauerte nahe der Marke von
$1.140 auf weitere Ideen. Diese kamen jedoch nicht und so wiederholte sich das
Spiel von gestern: In den letzten wenigen verbleibenden Minuten an der COMEX
sprang Gold dann bis auf $1.142,50. Der
Preis-Drücker ist erneut angezählt. Wie wird die morgige Runde ausgehen? Über den
US-Dollar gibt es nichts zu berichten, außer dass es derzeit ruhig um dessen
Kurs ist. Mit 76,8 (USDX) war der US-Dollar heute unverändert. Dafür sind die
Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes wieder leicht auf den Stand der
letzten Tage (3,8 Prozent) angestiegen. Der Quotient aus beiden Werten ist
kräftig um 0,6 Punkte auf 20,2 gesunken. Wann gibt
sich unser neuer Drückungs-Freund endlich zu erkennen? Seine Merkmale sind:
Wenn er schießt, dann trifft er alle Asset-Klassen;
aber den Dollar heben tut er nicht. Und auch die Treasuries
scheinen auf ihn nicht zu reagieren. Und er scheint in seinem Tun nicht
besonders effektiv zu sein --- ihm scheint schnell die Puste auszugehen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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