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Bericht für den 18. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Plötzliche Freundschaften Es ist schon interessant, welche Stielblüten die
Politik so treibt. Da gerät Angela Merkel wegen ihrer strammen Politik der
Neuausrichtung der CDU, mit der in den trüben Gewässern des
Sozial-Schmarotzertums und der Frauen-Verhüllungs-Religionen gefischt werden
soll, in das Kreuzfeuer ihrer eigenen Partei-Freunde. Und dann findet sie
unerwartet im Umfeld der perma-Gutmenschen und Betroffenheits-Politiker
Unterstützung. Während sich Roland Koch trotz praktizierter
Unterordnung noch für die Sache der Union engagiert, gehen die Bataillone des
sozial-politisch industriellen Komplexes zum Angriff über. So empörte sich der
Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) über die Forderung von
Koch, eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger
einzuführen. Es
ist schon fast unanständig, mit diesem Vorstoß zu suggerieren, dass die
Arbeitslosen arbeitsscheu wären, sagte Michael Sommer in einem
Beitrag der WELT AM SONNTAG. Und weiter führt der DGB-Vorsitzende aus: Die übergroße
Mehrheit der Arbeitslosen suche händeringend nach anständiger, guter und
zumutbarer Arbeit. Interessant ist der Anspruch an den Job, den Sommer
der Mehrheit der Arbeitslosen zuwilligt: Er muss anständig sein, außerdem gut,
und er muss schließlich zumutbar sein. So würde ich diesen Satz nach
Anwendung der aussagenlogischen Und-Verknüpfung
jedenfalls interpretieren. Man findet so bei jedem Job einen Grund, bei dem mindestens
eines der drei Kriterien nicht zutreffen wird: Entweder der Job ist zu schlecht
bezahlt – Kriterium gut
nicht erfüllt – oder er ist im Vertrieb oder einer Interessensvertretung
– Kriterium anständig nicht erfüllt –
oder er ist als Erntehelfer, Putzfrau, Verkäufer bei McDonalds nicht zumutbar. In welcher Welt lebt der DGB-Vorsitzende
eigentlich, wenn er solche völlig überzogenen Forderungen stellt. Die
Gewerkschaften suchen wohl nach Verlust ihrer Neuen Heimat nach einer solchen
im Schutz des Sozialstaat-Bollwerks. Wegsterbende Arbeiter, an Gewerkschafts-Arbeit
uninteressierte Angestellte und ein fast bis zur Nivellierung gehender
Mitglieder-Schwund machen die ehemalige Gewerkschafts-Bewegung nur noch zu
einem Schatten ihrer selbst. Gut, dass man zur rechten Zeit noch seine Position
in Aufsichtsräten und Einrichtungen des Sozial-Staates gesetzlich regeln hat
lassen. Als Unternehmer ist man völlig gescheitert (Neue
Heimat, Volksfürsorge, Bank für Gemeinwirtschaft – interessanterweise ein
komplettes Abbild der FIRE-Economy), als Arbeitnehmer-Vertreter
nur noch ein Sparrings-Partner beim jährlichen Lohn- und Gehalts-Poker. Aber
die Zukunft liegt in der sozialen Bewegung. Schöne Freunde, die Angela Merkel sich da angelacht
hat. Aber es gibt die DGB-Sommers auch in der eigenen
Partei. Was Koch
fordert, ist keine Sensation, sondern schon Gesetz, versucht der
Vorsitzende der CDU/CSU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Peter Weiß zu
beschwichtigen. Da haben wir sie wieder alle beisammen: Diejenigen,
die fordern, dass man ordentliche Jobs bereitzustellen habe. Und dann noch
diejenigen die behaupten, alles sei doch sowieso schon irgendwie geregelt.
Warum haben wir dann offiziell 7 Millionen Hartz-IV-Empfänger,
die allein dem Bund jährlich knapp EUR 40 Milliarden kosten. Trotzdem feiert der Wohlfahrtsstaat nach Auffassung
von Wolfgang Clement fröhliche Urständ: Es ist, als solle der für alles und jedes und für jeden
verantwortliche und all dies finanzierende Wohlfahrtsstaat fröhliche Urständ
feiern, während er in Wahrheit in unserer Zeit der Krise und des
demographischen Wandels vor dem Offenbarungseid steht, kritisiert
Clement die Kakophonie aller Parteien nach einer Reform der Hartz-IV-Gesetze. So viele richtige Aussagen, so intelligent und so knapp
formuliert, in einem Satz und aus dem Mund eines Politikers habe ich noch nie
gehört. Die plötzlichen Freundschaften, die Merkel mit dem
sozial-politisch industriellen Komplex geschlossen hat, werden ihr noch schwer
im Magen liegen: Wenn sie den Offenbarungseid (im Namen des deutschen Volkes)
leisten muss. Dabei ist die ganze Diskussion über die Reformen
laut Wolfgang Clement so sinnlos wie ein Kropf: Sie kosten mehr – und sie schaffen mit
Verlaub, keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz. Aber darauf
scheint es weder den Gewerkschaftlern, noch den Politikern anzukommen. Die haben
ihren Job außerhalb des Umfeldes, wo ein wirtschaftlicher Beitrag zum
Bruttoinlands-Produkt geliefert wird, gefunden. Roland Koch, Wolfgang Clement und wenige andere
möchte ich hier ausnehmen. Aber die scheinen sowieso der aussterbenden Spezies
der Leistung-muss-sich-lohnen Politiker-Gattung
anzugehören. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Gold
konnte sich heute früh nach dem freitäglichen Angriff wieder erholen. Aber
wegen eines Feiertags waren die US-Märkte heute geschlossen. Und deshalb ist
die Aussage-Kraft des heutigen Handels sehr beschränkt. Im
asiatischen Handel heute früh konnte sich Gold oberhalb der Marke $1.130
befestigen. Diese Entwicklung setzte sich im Londoner Vormittags-Handel fort,
ohne dass es allerdings zu kräftigen Ausschlägen kam. Der A.M.
Fix kam mit $1.135,75 (EUR 789,70) um vier Dollar höher als am letzten Freitag
zustande. Zum
Nachmittag stieg nach Eröffnung des elektronischen Handels in New York der
Druck auf das Metall. Bei $1.132 war Gold jedoch nach unten hin gut abgestützt.
Der P.M. Wert wenig später mit $1.134,50 (EUR 788,61) war etwas überraschend
hoch. Im Vergleich zum letzten P.M. Fix konnte Gold sieben Dollar zulegen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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