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Bericht für den 19. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Servus auf Griechisch Das griechische Desaster entwickelt sich zu einem
Sargnagel für den Euro. Während über Hilfen der anderen EU-Staaten, die nach
Aussagen des Ökonoms Paul De Grauwe
nur drei Prozent des Gesamtschulden-Standes der EU-Staaten ausmachen würden,
diskutiert wird, bricht in dem Hauptgeber-Land einer solchen Aktion die
Heimatfront zusammen. Dazu gehören die üblicherweise von anderen Kreisen
vorgetragenen Raubritter-Vorschläge, dass Deutschland noch mehrere Milliarden
Euro an Reparations-Zahlungen zu leisten hätte. Dieser Vorschlag kam von dem
griechischen Politiker Georgios Karatzaferis,
Vorsitzender der LAOS Partei und Mitglied des griechischen Parlaments. Nach
seiner Meinung nach solle Deutschland EUR 10,5 Milliarden an
Reparations-Zahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg leisten. Aber auch die ökonomische Heimatfront ist bereits
wieder am bröckeln. Laut einem Bericht von Bloomberg ist heute der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen zum vierten Mal in
Folge auf 47,2 Punkte gefallen. Experten hatten nur einen leichten Rückgang auf
50 Punkte prognostiziert. Die Entwicklung dieses voreilenden
Konjunktur-Barometers zeigt an, dass der starke Anstieg des Index in den
Monaten Oktober 2008 bis Juni 2009 einzig und allein den schuldenfinanzierten
Staatsprogrammen wie der Abwrackprämie und der mit billigem Geld angefachten Asset-Blase geschuldet ist. Würden Merkel & Co
Griechenland retten, dann würde das Geld (das ja in Wirklichkeit gar nicht da
ist) für zu erwartende Konjunktur-Programme fehlen. Außerdem wissen wir aus Erfahrung der Integration
der um ein vielfach kleineren DDR in die Bundesrepublik Deutschland, dass
selbst kleine Subventionen sich zu einer Dauereinrichtung entwickeln können. Ambrose Evans-Pritchard: It comes down to a bet that Berlin
will do Club Med what it did for
East Germany: subsidise forever. Das griechische Drama ist in seinen Ausmaßen viel
größer, als manche wahrhaben wollen. Während es bei der Argentinien-Krise um
Staatsschulden von lediglich $57,2 Milliarden und der Russland-Krise um $51
Milliarden, handelte, sprechen wir bei Griechenland von $254 Milliarden. Das
ist auch um ein vielfaches höher als die ebenfalls unter Beobachtung stehenden
EU-Länder Irland ($75,5 Milliarden) und Portugal ($93 Milliarden). Der Euro wurde heute an den internationalen
Devisen-Märkten abverkauft. Selbst das durch die BoE
in großem Maß verwässerte britische Pfund konnte gegenüber dem Euro zulegen. Die Griechenland-Misere wird für Euro zur Dauerlast
titelte die FTD ihren heutigen Bericht: Händler zweifeln den Reservestatus des Euro an und flüchten
aus Mangel an Alternativen ins britische Pfund. Haben die noch nie
etwas von Gold gehört? Ins gleiche Horn stößt die Wirtschaftswoche mit
ihrer Titelgeschichte Der verzweifelte Kampf um den Euro und fragt: Steigende Schulden,
fehlender Reformwille, schwindende Wettbewerbsfähigkeit – die Finanzkrise
legt die Schwächen der Währungsunion schonungslos offen. Wie lange hält der
Euro noch aus? Wer hätte das vor ein paar Monaten noch gedacht.
Dabei scheint man innerhalb der europäischen Zentralbank schon an Szenarien zu
basteln, wie man Griechenland aus den Euro-Raum drängen kann. Recent developments have, perhaps increased the risk of secession,
as well as urgency of addressing
it as possible scenario, wird in dem Dokument Withdrawal and expulsion from the EU and EMU: some reflections ausgeführt. Griechenland muss dieses Jahr EUR 54 Milliarden
umschulden. Für ein so kleines Land mit so vielen Problemen wohl eine nicht zu
stemmende Last. Selbst die bislang ohne Probleme auf den Markt zu verkaufenden
kurzfristigen Anleihen scheinen nur noch zu wesentlich höheren Zinsen einen
Abnehmer zu finden: Der Zinssatz einer 6-monatigen Anleihe über EUR 1,6
Milliarden stieg von bislang 0,59 Prozent einen Monat zuvor auf nun 1,38
Prozent. Die zehnjährigen griechischen Staatsanleihen müssen
eine Real-Rendite von sechs Prozent erzielen, während die gleichen deutschen
Papiere lediglich 3,3 Prozent erlösen müssen. Griechenland sagt zum Abschied schon ein leises
Servus --- zum Euro. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
heutige Entwicklung an den Edelmetall- und Rohstoffmärkten verlief recht
turbulent. Im asiatischen Markt konnte Gold zuerst die Marke von $1.138 reißen,
um dann einen Angriff auf die Marke von $1.140 starten zu können. Gegen
10:30 Uhr MEZ stieg der US-Dollar kräftig an und Gold sank auf $1.134. Auf
diesem Stand schloss Gold auch den Vormittags-Handel in London mit $1.134,00
(EUR 791,13). Im 24-Stundenvergleich musste Gold zwei Dollar abgeben, konnte
aber in Euro gerechnet weiter steigen. Im
Vorfeld des Nachmittags-Handels an der COMEX wurde Gold auf bis zu $1.129
gedrückt. Dann ging es aber mit Beginn des Handels in New York wieder stetig
bergauf. Der P.M. Fix kam mit $1.133,00 (EUR 792,86) zustande. Der Tagesverlust
bleibt bei zwei Dollar. Im
Anschluss wurde versucht, Gold wieder zu drücken. Das gelang jedoch nur bis zur
Marke von $1.130. In der Folge konnte sich Gold wieder auf $1.135
stabilisieren. Es folgte anschließend ein auf und ab. Erst eine gute Stunde vor
Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold schließlich durchsetzen, Gold
stieg von $1.134 auf $1.138 an und beschloss den Handel in New York trotz des
weiterhin starken Dollars bei $1.138,80. Gold ist jetzt nur noch vier Euro
entfernt von der Marke von EUR 800. Der
US-Dollar stieg heute um 0,5 Punkte auf 77,6 (USDX) an. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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