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Bericht für den 20. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Die Entzauberung des Obama Die Obamania scheint nun
auch offensichtlich in Europa zu Ende zu gehen. Die Berner Zeitung schreibt in
ihrem Bericht vom Wochenende unter dem Titel Die Entzauberung des Obama: Der Zauber ist
verflogen, die Magie verpufft. Ein Jahr ist Barrack Obama im Amt – die Realität hat ihn eingeholt, der
Alltag ihm Fesseln angelegt. Das war zu erwarten. Denn Obama
stand nur vordergründig für einen Politik-Wechsel. Im Hintergrund agieren immer
noch die alten Eliten, insbesondere die Oligopole der
Wall Street. Goldman Sachs hat Obama nicht nur
kräftig im Wahlkampf mit Geld unterstützt, sondern
seine Alumni an zentralen Stellen der Regierung und
Aufsichtsbehörden platziert. Und andere zentrale Personen seiner Administration
wie Larry Summers und Tim Geithner hatten mit ex-Goldman Sachs CEO Rubert Rubin
einen erfolgreichen Mentor. Da fühlte sich die andere Lichtgestalt der Wall
Street, JP Morgan Chase, schon an die Wand gedrückt und forderte für sich
ebenfalls Posten in der Administration ein. Iam doing gods work outete sich der
aktuelle Goldman CEO Lloyd Blankfein in einem Interview mit der Sunday Times im
November letzten Jahres. Wenn Obama einen Eid auf die
Verfassung und mit Hilfe Gottes ablegt, ist dann Goldman Sachs gemeint? Der erste schwarze US-Präsident, ein zweiter Kennedy, ein Charismatiker, ein Menschenfänger – halb Amerika lag
ihm zu Füßen, in Europa schäumte die Begeisterung noch höher, schrieb
die Berner Zeitung. Wie eine helle Fassade doch blenden kann. Der in Europa verhasste und in den Vereinigten
Staaten nicht mehr gewollte George W. Bush ließ für den Nachfolger einen schon
fast sicheren Heiligenschein zurück.
Plötzlich sprach keiner mehr von einer Achse des Bösen, den Krieg gegen
den Terrorismus und den Schurkenstaaten. Große Gesten, große (mit Teleprompter) vorgetragene
Reden und große Auftritte. Das ist Obama. Aber es
wird noch verrückter: Kaum war Obama im Amt, da bekam er schon den Friedensnobelpreis überreicht.
Obwohl er wenige Tage zuvor eine massive Ausweitung des Krieges in Afghanistan
beschlossen hatte. Der Krieg gegen den Terrorismus wird jetzt zum gerechten
Krieg. Das Friedenspublikum im Kriegsrausch. Aber die Fassade bröckelt. Wenn hinter den Kulissen
für alle Bürger sichtbar sich die Banker in altgewohnter
Manier die Taschen mit Rekord-Boni vollstopfen.
Vielfach gezahlt direkt oder indirekt vom Steuerzahler. Während Main Street
brennt, mit steigender Arbeitslosigkeit, nicht mehr zu schulternder Kredite und
zwangsversteigerter Häuser, herrscht auf der Wall Street Champagner-Laune. Ich hatte in einem Bericht vor wenigen Tagen
geschrieben, dass die Politiker eine faustischen Pakt mit den Bankern
eingegangen sind: Die Banker stellen das Geld für die Ausgaben-Programme der
Politiker bereit und mussten dafür ihre Seele der Wall Street verkaufen. Jetzt
ist Zahltag für die Politiker, denn die Banker fordern skrupellos ihren
Teufelslohn ein. Die Politik kann sich nur noch hinter charismatischen Fassaden
verstecken, zahlt aber fleißig. Deshalb musste Obama
der neue Präsident des amerikanischen Volkes werden. Aber auch jede Show geht einmal zu Ende. Und so
erkennen immer mehr US-Bürger, was ihren da untergejubelt wurde. Die
Popularitäts-Werte von Obama fallen bereits unter 50
Prozent, und den sicher geglaubten Senatssitz in Massachusetts haben die
Demokraten auch an die Republikaner verloren. Hoffen wir, dass aus Verbitterung über das
skrupellose Verhalten der Banker die Bürger nicht mehr auf, sondern hinter die
Fassaden schauen. Ob der Papp-Kamerad nun Bush oder Obama
heißt, ist völlig irrelevant. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wir haben
heute eine massive Dollar-Hebung gesehen. Außer gegen die beiden Währungen Yen
und den Yuan. Der US-Dollarindex (USDX) stieg zeitweise
um fast 0,9 Punkte an. Der Euro verlor 1,5 Prozent seines Wertes. Und es gab
keine neuen Meldungen über Krisen im Euro-Land. Dafür
kündigte die chinesische Notenbank an, das diesjährige Kreditvolumen auf $1.100
Milliarden zu begrenzen. Die Chinesen standen schon vor einigen Tagen nach den
Änderungen ihrer Reserve-Politik und dem Hochreden des US-Dollars unter
Verdacht, in die Märkte massiv eingegriffen zu haben. Deren deflationäre
Aktionen haben jedoch auch die US-Aktienmärkte getroffen, so dass sich die FED
wohl genötigt sah, diese Eingriffe in frischen Dollars zu ertränken. Der
heutige Eingriff bestärkt mich in dieser Auffassung. Aber nicht nur die
chinesische Währung blieb gegenüber dem Dollar den ganzen Tag über unverändert.
Sondern auch der japanische Yen. Versuchen heute zwei Notenbanken, den
Widerstand der FED gegen eine Dollar-Aufwertung zu brechen? Es sah
ganz danach aus. Denn die heutige Aktion hat neben der erwünschten
Stabilisierung des US-Dollars und der US Treasuries
auch alle anderen Asset Klassen mit in die Tiefe
gerissen. Der Dow Jones sank zeitweise um bis zu 200 Punkte und damit so stark
wie seit einigen Monaten nicht mehr. US-Öl verlor fast zwei Dollar, Kupfer sank
um zwei Prozent, und die Edelmetalle erwischte es zum Teil auch ganz heftig: Gold minus $28, Silber minus 90 Cent, Platin minus $39 und
Palladium minus $11. Beim Gold
sah es bis nach Beendigung des physischen Handels in London gar nicht nach
einem starken Einbruch aus. Der A.M. Fix kam mit $1.129,00 (EUR 796,08) zwar um
fünf Dollar niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Dafür ist der Preis des
gelben Metalls in Euro um fünf gestiegen. Selbst
zum wichtigen P.M. Fix sah es trotz eines Rückgangs von $13 bei $1.120,25 (EUR
792,65) zum Londoner P.M. Fix in Euro noch nicht
schlecht aus: Unverändert lautete der Euro-Kurs. Nach
16:00 Uhr ging es aber in allen Edelmetall-Klassen kräftig nach unten: Gold
sank um weitere $15 bis auf $1.105, Silber um 50 Cent auf $17,80, Platin um $40
auf $1.585 und Palladium um $10 auf unter $450. Palladium
konnte sich nach Gegenaktionen wieder auf $465 befestigen und Platin auf
$1.630. Und auch der Dow Jones schloss heute nur mit minus 120 Punkten. Wenn
man bedenkt, dass der DAX heute mit minus zwei Prozent geschlossen hat, eine
interessante End-Performance. Wir wissen, woher diese Stützung kam – von
der FED direkt über seine Agenten Goldman Sachs & Co als Ausführer. Palladium
und Platin stützen die zwar nicht, aber die Dollar-Liquidität erreicht auch
diese beiden Metalle. Allerdings Gold und Silber nur in kleinerem Umfang
– denn die Marktteilnehmer denken, dass das Gold-Kartell diese beiden
Metalle drücken möchte. Das war meines Erachtens aber nicht der Grund. Zu breit
gestreut war die heutige Aktion, um Spuren einer gezielten Goldpreis-Drückung
zu hinterlassen. Gold und Silber konnten sich heute aber trotzdem nur leicht
von ihren Tiefständen lösen. Wie
schmeckt das morgen früh der EZB, die sowieso mit schlechten Nachrichten im
Euro-Raum zu kämpfen hat. Und wie reagiert die FED auf diese Politik. Beide
müssten eigentlich an einem eher stabilen, d.h. nicht weiter steigenden, Dollar
interessiert sein. Die USA, weil sie ihr auswucherndes Handelsbilanz-Defizit in
den Griff bekommen möchten. Und die EZB, weil der Euro-Raum wegen Griechenland
& Co sowieso schon ins Gerede gekommen ist. Die
Notenbanken von China und Japan stehen in Verdacht, das heutige Feuerwerk
verursacht zu haben. Wahrscheinlich, um ihre in Treasuries
geparkten Devisen-Reserven aufzuwerten. Das zeigt heute der von mir ermittelte
Quotient aus den USDX und den Renditen der 10-jährigen Treasuries
an: Der ist nämlich um 0,8 Punkte auf 21,8 gestiegen. Aber
keiner im Westen hat ein Interesse an einer neuen Deflations-Phase. Denn diese
würde alle Bemühungen, durch Anhebung der Aktien-Märkte die Altersversorgung
der Bevölkerung zu retten und durch Stabilisierung des Häuser-Marktes die Verbraucher
wieder gesund zu rechnen, zunichtemachen. Wenn die FED will, kann sie die
Märkte als Gegengewicht zu China und Japan mit beliebig vielen frisch gedruckten
Dollars überschwemmen. Und das unbegrenzt. Die
heutige Aktion wird genauso ins Leere laufen, wie
ähnliche Aktionen der letzten Wochen. Wer heute Gold spekulativ shortet, begibt sich in Gefahr, gerade von dem
Markt-Teilnehmer, der offensichtlich am meisten gegen Gold agiert, nämlich der
FED, aus seiner Position geworfen zu werden. Nicht weil die Gold mögen: Aber dem
Einsatz von breit streuenden Waffen auf der einen Seite kann man am besten mit
einem Bomben-Teppich aus Dollars begegnen. Wenn dabei einige
befreundete Gold-Short auf der Strecke bleiben, dann
ist das nur ein Kollateralschaden. Denn noch ist Gold
nicht der Nabel der Welt. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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