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Bericht für den 28. Januar 2010 Gold & Gesellschaft: Keine Entwarnung vom Häusermarkt Der
US-Häusermarkt dümpelt weiter vor sich hin. Die publizierten Nachrichten
widersprechen sich zum Teil und lassen keine generelle Richtung sichtbar
werden. Obwohl die
FED mit dem Ankauf von verbrieften Hypotheken-Darlehen den Markt vor dem
völligen Zusammenbruch stützt. Würde sie die Papiere ihren Lauf am freien Markt
nehmen lassen, so müsste eine Reihe von Banken und
Organisationen ihr Hypotheken-Portfolio abschreiben. Um an Cash zu kommen,
müssten sie sich zudem von einem Teil ihrer Papiere trennen. Gegebenenfalls
durch eine Zwangs-Vollstreckung beim Schuldner. Die
hunderte von Milliarden Dollar, die zu diesem Zweck gedruckt wurden, haben den
freien Fall des Immobilien-Marktes, zum Teil jedenfalls aufhalten können. Die
Federal Housing Administration (FHA) garantiert
weiterhin Subprime-Kredite, ohne die der Häuser-Markt anscheinend nicht mehr
bestehen kann. Fannie Mae und Freddie Mac vergeben dann bereitwillig die Darlehen. Beunruhigend
sind die Zahlen, welche die durchschnittliche Verkaufdauer für neue
Einfamilienhäuser bei fast 14 Monaten sehen. Vor der Krise hat es gerade einmal
vier Monate gedauert, ein neugebautes Einfamilien-Haus an den Mann zu bringen.
In der letzten größeren Rezession Ende der 80er-Jahre ist dieser Wert in der
Spitze auf 8 Monate gestiegen. Auch das
Verhältnis am Bestand unverkaufter Häuser zu den monatlichen Verkaufzahlen
zeigt in die gleiche Richtung. Dieser Quotient ist im Dezember 2009 von 7,6 auf
8,1 gestiegen. Das heißt es würde 8,1 Monate dauern, den derzeitigen Bestand an
Häusern ab zu verkaufen. Es sieht
so aus, als wenn man in den Vereinigten Staaten die spanische Strategie
anwenden möchte. Um einen Preisverfall und eine Spirale nach unten zu
vermeiden, halten die Banken die ihnen plötzlich gehörenden Immobilien in den
eigenen Büchern. Sie verkaufen nur, wenn ein entsprechend hoher Preis zustande
kommt. Da es aber auf diesem Preis-Niveau nicht ausreichend Nachfrage gibt,
steigt das Inventar immer weiter. Solange
die Notenbank die Papiere der Bank temporär zu diesen unrealistischen Preisen
aufkauft und Liquidität im Gegenzug bereitstellt, können
die Banken mit dieser Strategie gut leben. Aber selbst die FED hat in ihrer
gestrigen Entscheidung durchblicken lassen, dass sie diese Papiere in Zukunft
nicht mehr ankaufen möchte. Es bleibt
spannend, ob die Banken dann die Papiere (und die Häuser) veräußern müssen, und
bei welchem Preis-Niveau sich dann die Objekte einpendeln werden. Wahrscheinlich
kann die Notenbank aber weder von ihrer Null-Zins-Politik, noch von ihrer
Politik des Ankaufs minderwertiger Assets
zurückweichen. Die
nächste Bombe wartet in Form der kommerziellen Immobilien. Dort steigt nämlich
die Leerstands-Quote, bedingt durch die Rezession stark an. Und ein hoher
Leerstand führt bei Neuverhandlungen der Mietverträge beziehungsweise bei
Neuvermietungen zu einem sinkenden Preis-Niveau. Mal sehen, wie lange das die
Besitzer, die diese Objekte für zum Teil astronomischen Preisen erworben haben, finanziell aushalten werden. Es
zeichnet sich immer mehr ab, dass das System nicht mehr zu retten ist. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Real-Renditen der griechischen Staatsanleihen machen derzeit eine
Achterbahn-Fahrt. Heute früh standen die Renditen der 10-jährigen Papiere
wieder bei 6,2 %. Hier haben wohl Markt-Teilnehmer aus dem Umfeld der EZB
Kurspflege betrieben. Nachdem
China aber halb-offiziell hat verlauten lassen, dass es am Kauf der
griechischen Papiere nicht interessiert sei, sind die
Renditen auf 6,9 % gestiegen. Um 19:00
Uhr standen sie dann plötzlich bei 7,15 % und haben damit erstmals nach
Einführung des Euros diese Marke nach oben durchstoßen. Dem Euro
gefiel das erwartungsgemäß nicht: Der fiel um weitere 0,3 Prozent auf unter
$1,40. Auch die europäischen
Aktien-Märkte drehten nach einer leichten Erholung wieder ins Negative.
Besonders stark betroffen waren die Aktienmärkte in Deutschland und Frankreich,
die 1,8 beziehungsweise 1,9 Prozent verloren. Bundeswirtschafts-Minister
Brüderle macht die PIGS-Staaten
wegen ihrer unsoliden Finanz-Politik für eine mögliche Abschwächung des
Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland bereits verantwortlich. Aber wahrscheinlich
erwarten die Märkte, dass Deutschland und Frankreich einen Großteil der
finanziellen Last zu tragen haben, um einen Bailout
Griechenlands schultern zu können. Der A.M.
und P.M. Fix standen im Wesentlichen unter dem Eindruck des sich verstärkenden
US-Dollars. Das kann man daran erkennen, dass der Gold-Preis in Euro gemessen
nicht gesunken ist. Der A.M.
Fix kam mit $1.091,75 (EUR 779,21) und der P.M. Fix mit $1.088,00 (EUR 779,37)
zustande. Die leichten Gewinne vom gestrigen Tag gingen heute wieder verloren. Kein
Grund für eine Panik. Eine
Stunde vor Ende des COMEX-Handels wurde Gold aus dem
Nichts von $1.085 auf bis zu $1.073 gedrückt. Diese Aktion ging jedoch schief,
weil sich Gold zum Schluss des Handels an der COMEX wieder an die Marke von
$1.085 heranarbeiten konnte. Der Schluss-Kurs mit $1.083,30 war dann lediglich
einen Dollar niedriger als noch am gestrigen Tag. Wieder
einmal musste Silber die Prügel einstecken, die eigentlich für Gold vorgesehen
war. Zum Schluss des Handels an der COMEX stand das weiße Metall bei $16,20 und
damit erneut um fast 40 Cent niedriger als gestern. Wobei eine Stunde vorher
das Metall sogar einmal kurz unter die Marke von $16 gedrückt wurde. Platin
und Palladium zeigten sich heute nur wenig verändert. Das zeigt, dass die
heutige Aktion eine gezielte Drückung von Gold (und Silber im Schlepptau) gewesen ist. Vielleicht brauchte man Ruhe am Markt, um die Nominierung von Ben Bernanke
nun endlich erfolgreich durch den US-Senat zu bringen. Auch Obama
will seinen Landsleuten mit Durchhalte-Parolen zu neuem Optimismus verhelfen. Vor
diesem Hintergrund sieht der heutige Eingriff in den Markt sehr nach einer von
der FED beziehungsweise der Treasury initiierten Aktion aus. Es ist
jetzt 22:30 Uhr und der Gold-Preis hat sich auf $1.086 stabilisieren können.
Die Anti-Gold Propaganda schießt derzeit aus allen Kanonen-Rohren. Nun hat sich
auch der legendäre Investor Soros der medialen
Anti-Gold Front angeschlossen. Ein Zeichen dafür, dass die Drückung zunehmens technisch schwieriger wird. Ben Bernanke hat seine Bestätigung im Senat heute Abend mit
einem 70-zu-30 Votum erhalten. Der Dow schloss trotzdem 116 Punkte niedriger und
ist nur noch 120 Punkte von der Marke von 10.000 entfernt. Heute war
Showtime. Und morgen drängen wieder die bekannten
Probleme. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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