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Bericht für den 8. Februar 2010 Gold & Gesellschaft: Der überdehnte Steuerstaat Wir können ein Stück Staats- und
Steuerskepsis gut gebrauchen, mahnt Thomas Schmid in dem
gestrigen Beitrag Steuern zu zahlen ist keine Bürgertugend in der
WELT AM SONNTAG an. Die
gestrige Diskussions-Runde bei Anne Will hat wieder einmal gezeigt, wie unsere
Politiker geschickt den Steuerhinterzieher als Popanz für den ausufernden
Steuern- und Abgabenstaat aufgebaut haben. Heiner Geißler, schon zu Zeiten
seines aktiven Politiker-Daseins innerhalb der CDU dem linken Flügel
zugerechnet, hat sich als neuer Volkstribun aufgespielt: Der arme kleine
Steuerzahler zahle brav seine Steuern, während die Reichen ins Ausland flöhen.
Es fehlte nur noch die Behauptung, dass die Bürger ihr Geld gerne an den Staat
abliefern würden. Dass die oberen zehn Prozent der Bevölkerung allerdings über
fünfzig Prozent der Steuerlast tragen, diesen Einwurf wollte Geißler nicht gelten
lassen: Gutverdiener seien einfach die Sozial-Schmarotzer unserer heutigen Zeit
– so einfach ist das für den Extrem-Populisten. Selbst die
Alt-Stalinistin Sahra Wagenknecht hat er bei der
Diskussion links überholen können. Bei veröffentlichten
Zustimmungs-Werten von zum Teil neunzig Prozent pro Ankauf der
Steuersünder-Daten ist auch verständlich, warum sich
Angela Merkel als gewählte Bundespopulistin plötzlich als die Speerspitze der
Bewegung gegen Steuerhinterzieher sieht. Es gibt in dieser Republik fast
niemanden, der dem widerspricht. Doch das wäre bitter nötig. Die
Aussage in dem besagten WaS-Artikel klingt schon in
gewisser Hinsicht resignierend. Insbesondere wenn man bedenkt, dass unser
Bundesfinanz-Minister nicht nur die globale Abschaffung des Bankgeheimnisses
fordert. Sondern darüber hinaus sich staatlicher Hehlerei mitschuldig macht.
Das kann man nicht mit einem starken obrigkeitsstaatlichen wie fürsorglichen
Traditionsstrang in der CDU/CSU begründen, wie Thomas Schmid das versucht. Legal,
illegal, scheißegal – das waren in den 70er-Jahren noch Parolen der
anarchistischen Szene, die im Geheimen an Wände geschmiert oder Klos verziert
haben. Der Verfall der Werte innerhalb der Gesellschaft ist aber bereits so
weit fortgeschritten, dass diese Parole inzwischen schon zum Allgemeingut
geworden ist. Aus einer ähnlichen Ecke kommt das etwas abgeänderte
Brecht-Zitat: Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Unrecht
und illegales Handel lassen im Prinzip jede Form von Widerstand moralisch zu.
Das sind inzwischen keine Häuser-Parolen mehr, sondern ist Common Sense
innerhalb der Gesellschaft. Selbst die sich als Hüter der Moral aufspielenden
Gutmenschen koksen sich in ihrem Umfeld die Nase zu: illegal gleich scheißegal
eben. Der
staatlich sanktionierte Rechtsbruch, der derzeit populistisch von den
Politikern und den Systemmedien ausgeschlachtet wird, wird das Rechtsgefühl
seiner Bürger weiter aushöhlen. Das ist eine fatale Entwicklung. Es bedeutet
das Ende einer republikanischen Verfassung, die den Bürgern bestimmte
Grundrechte garantiert. Die Demokratie als eine Staatsform, bei der die
veröffentlichte Meinung das Handeln bestimmt, verkommt so zu einem totalitären
Regime. Trotz
dieses Tamtams müssen wir jedoch weiter daran arbeiten, dem Staat seine Grenzen
aufzuzeigen. Steuern waren einmal ein ungehöriger Akt und eine Anmaßung der
Fürsten und Regenten. Steuererhebung hatte in Deutschland im Laufe seiner
Geschichte mehr die Tradition von Raub und Enteignung, als
dass damit Wohltaten für das Volk verbunden waren. Deutschland steckt immer noch knietief in
obrigkeitsstaatlicher Tradition, merkt Thomas Schmid an. In dieser
Tradition lebt der den Steuer-Absolutismus fürsorglich vertretende Wolfgang
Schäuble weiter. Einem Staat, den man erlaubt, einen immer größeren Anteil des
Volkseinkommens zu verbrauchen und umzuverteilen, hat die Tendenz sich zu
überdehnen. Mehr Staat nährt die Forderung nach noch mehr Staat. Das Steuer(un)wesen muss nicht mit noch drakonischeren Maßnahmen
weiter ausgebaut werden. Es ist vielmehr zurückzudrängen. Man kann
es nach Bertold Brecht oder nach dem Amerikaner Henry David Thoreau
halten. Der hat in seiner Schrift Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat
folgendes geschrieben: Ich habe mir den Wahlspruch zu eigen gemacht: Die beste
Regierung ist die, welche am wenigsten regiert. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der Euro
und Gold scheinen derzeit miteinander eine Partnerschaft eingegangen zu sein:
Wenn der Dollar stärker wird, tendiert Gold schwächer. Und wenn der Dollar
wieder fällt, dann steigt das Gold eben wieder. Diese Anhängigkeiten
konnten wir heute gut beobachten, zumal uns der US-Dollar Index eine Aufwärts-
und Abwärtsbewegung heute vorgeführt hat. Im frühen Handel konnte der Dollar
auf 80,5 steigen, fiel um 10:00 Uhr MEZ aber plötzlich
bis auf 80,1 zurück. Um die nächsten drei Stunden dann wieder auf 80,45 zu
steigen. Zwei Stunden später stand dann der Index auf 80,15. Zum Ende des
Marktes gegen 22:00 Uhr MEZ schloss der US-Dollar mit 80,3 unverändert. Diese
Bewegungen machte auch das Gold mit: Um 10:00 Uhr MEZ erreichte das gelbe
Metall mit dem Dollar-Tiefstand mit $1.074 seinen heutigen Höchststand. Man
brauchte gar nicht auf die anderen Nachrichten zu achten: Gold folgte dem Euro
im Vergleich zum Dollar. Der A.M.
Fix kam mit $1.070,00 (EUR 780,62) um $18 höher als noch am letzten Freitag
zustande, der P.M. Fix mit $1.064,00 (EUR 778,86) um
sechs Dollar. Der Schlusskurs an der COMEX lautete $1.064,50 und damit $15 mehr
als am Freitag. Die
Aktien-Märkte in den G7-Staaten reagierten heute ebenfalls wie der Dollar im Vergleich
zum Euro. Während die europäischen Märkte mit dem anfangs schwachen Dollar mit
über ein Prozent im Plus lagen, schmolzen die Gewinne
mit dem schwächeren Euro wieder ab. Als der Dollar einige Stunden später wieder
seinen Höhepunkt erreichte, war der europäische Aktienindex plötzlich leicht im
Minus. Die folgenden Stunden ging es dann mit dem fallenden Dollar wieder
bergauf. Der Dow
konnte trotz einiger Anläufe des PPT die mit viel Mühe verteidigte Marke von
10.000 Punkten heute nicht halten. In drei Anläufen hat es das PPT geschafft,
den Index knapp über der Marke von 10.000 zu halten. In den verbliebenen drei
Handels-Stunden ging es dann aber über 100 Punkte bergab. Der Dow beendete den
Handel auf Tagestiefstand. Das wird bestimmten Herren sicherlich nicht
gefallen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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