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Bericht für den 11. Februar 2010 Gold & Gesellschaft: Hallu-Ben Ben Bernanke, der mit einigen Blessuren vom US-Senat gerade
bestätigte Chef der Notenbank FED, wollte sich gestern in Washington D.C. vor
dem Kongress präsentieren. Die hochwinterlichen Verhältnisse dort ließen das
allerdings nicht zu. Anstatt seinen Beitrag den Politikern medienwirksam zu
präsentieren, ließ man seine Ansichten über die Presse verbreiten. Ben will
den Discount-Zinssatz anheben und die massiven Stimulus-Maßnahmen, mit denen die
FED mehr als $1.000 Milliarden nach offiziellen Zahlen in die Märkte gepumpt
hat, zurückführen. Das ist
natürlich Unsinn und jeder, der daran glaubt, befindet sich neben Ben Bernanke auf einem Halluzinations-Trip. Die Wirtschaft, der
Häuser-Markt, der Arbeitsmarkt und andere Asset-Klassen
sind nämlich gar nicht auf dem Weg der Erholung: Sie haben ihren Abwärtstrend
nur wegen der massiven Geld-Spritzen der FED unterbrochen. Die
Phantom-Wirtschaftszahlen, die uns die verschiedenen Wahrheitsministerien versuchen
unterzujubeln, stammen eher aus dem Märchen Alice
im Wunderland, als dass sie mit der wahren Entwicklung etwas zu tun hätten.
Die Financial Times Deutschland stänkert inzwischen schon regelmäßig gegen den
Unsinn, der als Statistiken dem Investment-Volk dargeboten wird. Vielleicht
nehmen neben Ben auch die Statistiker, die Politiker und ein Groß der
Investoren dasselbe Rauschmittel: Alle fühlen sich in der Parallelwelt der
Illusion gut, bis irgendwann einmal einer vor lauter Übermut denkt, im 20. Stock
fliegen zu können. Der Aufschlag wird hart und lehrreich für die Anderen sein. Natürlich
kann die FED ihre monetären Maßnahmen nicht rückgängig machen, ohne dass es zu
einer Bruchlandung kommt. Wer soll denn dann beispielsweise die 85 Prozent der
US-Staatanleihen aufkaufen, welche die Obama-Administration
zwecks Finanzierung ihres nur noch zur Hälfte mit Steuereinnahmen gedeckten
Haushaltes benötigt. Was passiert dann mit den Immobilien-Finanzierern
Fannie Mae und Freddie Mac, die derzeit mit unbegrenzten staatlichen Geldern
Hypotheken aufkaufen, bei denen eigentlich demnächst die Zwangs-Versteigerung
drohen würde. Wie sonst konnte man eine Aktienmarkt-Blase aufrechterhalten, als
mit billigen und geliehenen Geld. Wir sehen
doch gerade, was passiert, wenn ein kleines Land wie Griechenland in Probleme
der Refinanzierung schlittert. Deren Anleihen, die von europäischen Banken
gehalten werden, würden bei einem Schulden-Moratorium sofort einen Großteil
ihres Wertes verlieren. Und hinter diesen Schulden stehen letztendlich die
Guthaben der sparenden Völker in Form von Lebens-Versicherungen oder zum Teil
auch Geldmarkt-Fonds. Da der
Markt diese Ketten-Reaktion inzwischen versteht, fallen weltweit die Kurse. Wir
sehen einen kleine Deflation im Wasserglas, deren Ausmaße sich aber wie ein
Geysir über alle Märkte verteilt und weltweit zu leichten Verbrennungen führt. Wie stark
wird der Effekt erst sein, wenn die hundertfach größeren USA ihre Notenbank
dazu ermuntern, eine große Deflation in Schwimmbecken-Größe auszuprobieren. Das
Problem ist und bleiben die Schulden. Das Geld, was man beispielsweise den
Griechen ausgeliehen hat, ist dort schon längst in den Konsum geflossen. Die
Gläubiger denken, sie hätten dieses Geld noch als Sparguthaben oder
Renten-Ansprüche auf ihren Konten. Die Wirklichkeit ist, dass die Griechen
niemals die Leistung dafür erbringen werden. Schon jeder Versuch der Regierung,
deren Konsumverhalten zu bremsen, endet in Protesten und Streik. Wie will
man da mit neuen Schulden das Problem in den Griff bekommen? Auch dieses Geld
wird entweder konsumiert oder es dient zur Befriedung der alten Schulden. Ein
richtiges Schneeball-System also. Das ganze System ist ein riesiger Madoff-Betrug. Die Betrogenen sind übrigens am Ende nicht
die Banken – sondern wir Sparer. Das
einzige, womit man den deflationären Kollaps abwenden kann, ist immer noch mehr
Geld in das System zu pumpen. Das machen derzeit die FED und andere
Notenbanken. Würde dieser Geld-Strom abreißen, dann droht wieder der Kollaps.
Es geht inzwischen schon gar nicht mehr darum, den Kollaps zu verhindern,
sondern ihn möglichst lange herauszuzögern. Es geht
nur noch um die Art und Weise, wie sich das System selbst abwickeln wird. Die
bevorzugte Methode unserer Regierenden ist eine Breitband-Hyperinflation, wo
Massen frisch gedruckten Geldes die deflationären Löcher zustopfen. Am Ende
geht die Währung mit dem System vor die Hunde. Oder wir
bekommen doch eine Deflation, bei der alles, was kein Bargeld ist, im Wert
verliert. Und dabei sprechen wir nicht von Verlusten von 80 Prozent, sondern 99
Prozent und mehr. Auch Staatsanleihen würden dann dieses Schicksal erleiden, da
sie kein Bargeld sind. Ben Bernanke hat als oberster Geldabwerfer
zurecht den Spitznamen Heli-Ben verliehen bekommen. Nun will er uns mit
Wahrheits-Drogen großflächig zudröhnen – Hallu-Ben
ist geboren. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Ich hatte
in meinem gestrigen Bericht darauf hingewiesen, dass sich die Preis-Entwicklung
beim Gold zunehmens vom weiteren Verlauf des US-Dollars
abspaltet. Heute konnte wir das erneut beobachten: Obwohl der US-Dollar wieder
kräftig gegen den Euro wegen des Hick Hack um den Griechenland Bailout anstieg, konnte Gold in US-Dollar bis auf $1.094
--- Anmerkung: die tägliche Grenze für
den Anstieg ist bei 2 Prozent auf $1.092 fixiert --- zulegen. Am Ende
des COMEX-Handels hieß es dann: $1.093,20 und EUR
798,77 (bei $1,3686 pro Euro). Interessanterweise ist der Schweizer Franken aus
Solidarität mit dem Euro ebenfalls gefallen. Das liegt aber wohl eher daran,
dass die SNB wegen des Waren-Handels zwischen dem EU-Raum und der Schweiz
keinen so starken Franken dulden möchte. Griechenland
war heute das Hauptthema eines EU-Sondergipfels. Zur Enttäuschung der
Spekulanten kam allerdings kein offizieller Rettungs-Beschluss, weil sich
Griechenland hartnäckig weiterte, Geld von Deutschland im Tausch für harte
Versprechungen zu nehmen. Griechenland zeigte schon vor einigen Wochen dem IWF
die kalte Schulter, der ebenfalls Hilfe angeboten hatte. Die
Real-Renditen der 10-jährigen griechischen Staatsanleihen haben sich heute auf
unter 6 Prozent weiter gefestigt. Vor wenigen Tagen standen sie ja noch bei
über 7 Prozent. Im
Nachhinein wurde bekannt, dass es wohl ein geheimes Zusatzabkommen gibt, in dem
die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Refinanzierung der griechischen
Staatsanleihen übernimmt. Die KfW ist schon seit der deutschen
Wiedervereinigung eine der Organisationen, in der riesige Schulden des
deutschen Staates geparkt wurden. Nun will man uns auch noch neben den Kosten
der Wiedervereinigung die Hilfen für Griechenland unterjubeln. Gold hat
das heute gefallen: Zum A.M. Fix stand das gelbe Metall noch knapp unter EUR
785; zum Schluss des Handels an der COMEX dann bereits bei EUR 800. Dem weiteren
Anstieg in Euro über den historischen Höchststand von EUR 805,46 (3. Dezember
2009, P.M. Fix) steht wohl nichts im Wege. Ich glaube nicht, dass Trichet und sein EU-Hühnerhaufen den Gold-Kartell Primus JP
Morgan einfach so beauftragen kann, um den Gold-Preis zu drücken. Da müssen sie
dann wohl auf Joes Bank zurückgreifen: Die Deutsche Bank ist sowieso erneut ein
Nutznießer dieses Griechenland-Deals, da man es wieder einmal rechtzeitig
geschafft hat, seinen Schrott staatlichen oder halbstaatlichen Banken zu
verkaufen. Wir erinnern uns sicherlich noch an die IKB, die Landesbanken und
natürlich auch die HRE. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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