Bericht für den 12. Februar 2010

 

Gold & Gesellschaft: Merkels Alleingang

 

Was Konrad Adenauer nicht geschafft hat, das bringt Angela Merkel nun spielend zustande: Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten fressen ihr aus der Hand und verbreiten praktisch ungeprüft ihre europäische Rettungs-Propaganda.

 

Was war passiert: Offiziell gab es gar keinen Bailout von Griechenland. Das war die Sprachregelung der beteiligten Vertreter des gestrigen Gipfels in Brüssel. Man maßte sich sogar an zu behaupten, dass Griechenland alle Rettungsangebote abgelehnt hätte.

 

In Wirklichkeit hat Angela Merkel allerdings eine Rettungs-Aktion mit Hilfe der halbstaatlichen KfW-Gruppe eingefädelt. Ohne übrigens Rücksprache mit ihrem Koalitions-Partner FDP zu halten.

 

In der gestrigen Tagesschau zur Hauptsende-Zeit um 20:00 Uhr war keine Rede davon. Da wurde nur der offiziell veröffentlichte Dünnschiss der Teilnehmer an der Sitzung in Brüssel verlesen. Der ARD-Kommentator gefiel sich sogar in der Aussage, dass mit diesem Ergebnis den Spekulanten der Wind aus dem Segel genommen wurde.

 

Es ist wirklich interessant zu beobachten, wie sehr die öffentlich-rechtlichen Medien-Anstalten inzwischen gleichgeschaltet erscheinen. Adenauer hätte damals gar nicht versuchen brauchen, mit dem ZDF einen Staatsender zu etablieren, wenn man das heute Ergebnis beobachtet.

 

Ich halte mich deshalb lieber an Bloomberg: Die sind zwar auch nicht neutral, haben aber bei innenpolitischen Themen keine Skrupel, die Faktenlage unbewertet darzustellen. Bloomberg schreibt heute unter dem Titel Merkel Rallies EU on Greek Aid, Fails to Convince German Allies, dass es gerade die Bundeskanzlerin selbst war, welche die Rettung Griechenlands aktiv vorangetrieben hat. Ohne jedoch ihren Koalitions-Partner FDP zu fragen, der immerhin ein Drittel der Mandate der Koalition stellt.

 

Der Widerstand in der FDP scheint zumindest gegenüber der nicht-deutschen Presse zu stehen: Our citizens can’t be expected to pay for the consciously flawed fiscal and budgetary policies of other euro-zone countries, wird der finanzpolitische Sprecher der FDP, Carl-Ludwig Thiele zitiert.

 

Wenn es um die europäische Sache geht, dann entscheidet Merkel aber nach eigenem Gusto. Da werden weder Partei-Freunde, noch Koalitions-Partner gehört. So sehr dies auch in den Bereich der Verschwörungs-Theorie gehen mag, scheint es so, als wenn Angela Merkel mit ihrer Politik der offenen Geldbörse Banken und nun auch anderen Staaten gegenüber offen und ferngesteuert ist. Anders ist es nicht zu erklären, wenn in Deutschland langsam die Infrastruktur vor die Hunde geht und Steuersenkungen für die Bürger wegen Geld-Mangel strikt abgelehnt werden, während für den sozial-politischen Komplex und vor allen Dingen für die arroganten Banker nebst ihren griechischen, portugiesischen, spanischen und italienischen Korrupt-Politiker immer noch mehrstellige Milliarden-Beträge aus dem Nichts geschaffen werden.

 

Walter Eichelburg hat diese Politik zurecht als Fortsetzung des Versailler Diktats nach dem ersten Weltkrieg bezeichnet.

 

Mit welchen Methoden hier gearbeitet wird, müssen wir uns schon wieder mit Bloomberg von einem ausländischen Nachrichtenkanal sagen lassen: Merkel herself sounded the alert in a Jan. 13 speech, saying Greece can put us under great, great  pressures and the euro faces a very difficult phase.

 

Und nachdem Bloomberg darüber berichtete, war diese Aussage plötzlich verschwunden: A transcript of her remarks was posted on the governments Web site and later removed after they were reported by Bloomberg News.

 

Wir wissen nicht, welche fremden Fallschirm-Jäger die Merkel aus ihrer Festungs-Haft befreien konnten und als Regierungs-Chefin etabliert haben. Aber eines sollte wohl jedem in Deutschland nach den Vorkommnissen der letzten Tage klar sein: Unsere Bundeskanzlerin handelt nicht im Interesse der Deutschen, sondern fremder Mächte.

 

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

China hat erneut eine deflationäre Welle gestartet: Die Mindest-Reserven der Banken wurden angehoben. Dies ist üblicherweise ein Schritt der Notenbank, die Geldmengen-Ausweitung der Banken im Rahmen des fractional reserve banking systems zu begrenzen. Indem man den Banken auferlegt, einen höheren Prozent-Satz ihrer Kundeneinlagen bei der Zentralbank zu deponieren, desto weniger Kreditgeld können die Banken schöpfen.

 

China versucht also das Spiel fortzusetzen, dass die letzte Wochen den Dollar gehoben und den Euro nebst Rohstoffen hat fallen lassen.

 

Der US-Dollarindex konnte sich heute bis auf 80,8 Punkte befestigen. Gestern stand er noch bei 80,0. Gold wurde zwar erneut etwas getroffen, der Rückgang blieb aber relativ harmlos im Vergleich zu dem, was wir die letzten Wochen unter ähnlichen Rahmenbedingungen erleben durften.

 

Gold gefällt mir unter diesem Voraussetzungen wirklich sehr gut. Es scheint, dass das gelbe Metall derzeit nichts mehr aus seiner Verfassung bringen könnte.

 

Unter dem Eindruck des chinesischen Einflusses sank Gold zwar im Londoner Vormittags-Handel zum A.M. Fix auf $1.078,25 (EUR 795,35), konnte sich aber zum Nachmittags-Fix auf $1.082,00 (EUR 795,41) stabilisieren.

 

Am Ende des Handels in New York stand das Metall wieder bei $1.089,50. Selbst im Access Handel ging es weiter bergauf: $1.092,40 lautete der letzte Kurs in New York. Das sind nur 20 Cent niedriger als noch vor 24 Stunden.

 

Nach dem gestrigen 2%-Anstieg konnten wir mit der heutigen Entwicklung mehr als zufrieden sein. Gold hat uns erneut seine Stärke, vor allen Dingen seine Deflations-Stabilität beweisen. Das PPT musste heute wieder einmal den Dow von einem bereits dreistelligen Verlust bewahren. Trotzdem verlor der Index noch knapp 50 Punkte. Gold bekommt diese Hilfe nicht und tendiert in US-Dollar gerechnet zu den Aktien trotzdem noch besser.

 

In der nächsten Woche wird dann wohl die Marke von $1.100 fällig.

 

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.078,25

(€795,35)

$1.079,50

(€784,52)

- $1,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.082,00

(€795,41)

$1.076,25

(€788,64)

+ $5,75

COMEX Schlusskurs

$1.089,50

$1.093,20

- $3,70

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,2

80,0

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,7 %

3,7 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

21,7

21,6

+ 0,1

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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