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Bericht für den 23. Februar 2010 Gold & Gesellschaft: China zündelt China hat
ein Problem: Die komplette Wirtschaft ist auf den Export ausgelegt. Man ist abhängig davon, dass die Vereinigten
Staaten und Europa ihre Produkte abnehmen. Wenn nicht, dann müssen Fabriken
schließen und die entlassenen Wanderarbeiter würden durch wütende Proteste zur
Bedrohung für das kommunistische Regime. Auf der
anderen Seite kann China die massenhaft gesammelten Dollar auch nicht einfach
in den eigenen Wirtschaftskreislauf einschleusen. Denn der US-Dollar ist und bleibt
eine lokale Währung der Vereinigten Staaten. Sollte man versuchen, die Dollars
in großen Umfang abzustoßen, dann würden diese kräftig an Kaufkraft verlieren.
Das betrifft insbesondere den Rohstoff-Hunger des Landes, aber auch den Import
größerer Mengen von Lebensmitteln. China
ärgert sich darüber, dass die Treasury und FED mit Hilfe von Quantitative Easing und anderen Maßnahmen der Monetarisierung ihre
US-Dollar Reserven verwässern. Das perpetuum mobile
hat bislang folgendermaßen funktioniert: China produziert, die USA kaufen mit
frisch gedruckten Dollars, welche die Chinesen als Devisen-Reserven bei ihrer
Notenbank halten. Jedem ist einsichtig, dass ein solches Modell in höchstem
Maße unfair ist. Aber es ist auch unfair, dass China weiterhin seine Währung
durch Aufkauf der Treasuries unter dem Marktwert hält
und dadurch zur weitergehenden Zerstörung der US-Industrie beiträgt. Durch die
gegenseitigen monetären Massenvernichtungs-Waffen wird ein Handelskrieg noch
verhindert. Die alte NATO-Doktrin nun im Finanzwesen. Diese
Probleme haben wir aber innerhalb des Euro-Raums genauso: Die Nordländer
produzieren und liefern die Waren, erwirtschaften dabei die Überschüsse, die
sie als Schulden in den PIIGS-Staaten anlegen. Die
PIIGS haben die mit Schulden bezahlten Waren aber schon längst konsumiert. Das
System kollabiert, wenn eine Partei die Nerven verliert. Gerne
würden die Regierenden in China ihre Treasuries gegen
Gold tauschen. Aber aus den Derivate-Geschäften in
den Vereinigten Staaten würden sie bestenfalls vergoldetes Wolfram erhalten.
Diese Erfahrung mussten die Machthaber bereits machen. Und auch der US-kontrollierte Internationale Währungsfond (IWF) verkauft
sein Gold lieber an Indien und Bangladesch, als an China. Dass China zu geizig
sei, die $1.100 für eine Unze Gold zu zahlen, ist einfach nur lächerlich. China hat
die letzten Monate Druck bemacht. Mit gezielter Deflation hat man den US-Dollar
heben können und die Bestände an Treasuries im Wert
anheben können. Das ging einher mit einem Abschwung an den Rohstoff-Märkten.
Kritisch für die US-Administration war insbesondere der Einbruch der weltweiten
Aktienmärkte. Ich glaube, dass man China durch entsprechende Maßnahmen klar
gemacht hat, dass man die chinesische Deflations-Strategie mit einer Ausweitung
der Geldmenge M1 kontern kann. Der zuletzt beobachtete
Anstieg von Gold & Co stützen diese These. Nun
versucht es China mit anderen Tricks. Am Tag des von den Chinesen unerwünschten
Besuchs des Dalai Lama bei Barack Obama
veröffentlichte die dortige Staatsführung demonstrativ, dass
man im Dezember sich von US-Bonds in Höhe von $34 Milliarden getrennt habe. Schon
wieder zündelt China. Im Hintergrund kaufen dann aber Länder wie die U.K., Hongkong und die karibischen Inseln im großen Maße Treasuries auf. Ich hatte schon vor geraumer Zeit vermutet,
dass das geheime Käufe der Chinesen sind. Was will
China also erreichen: Sie wollen ihre riesigen Außenhandels-Überschüsse mit den
Vereinigten Staaten behalten und trotzdem Währungs-Reserven von der Qualität
des Goldes anhäufen. Dass ein solches System nicht funktionieren kann, sollte
jedem einigermaßen Gebildeten klar sein. China
muss aufpassen, dass sich seine Zündelei nicht zu
einem unkontrollierbaren Flächenbrand ausweitet. Die nächsten Wochen und Monate
bleiben also nicht nur wegen Griechenland & Co spannend. Die viel größere
Entscheidung wird zwischen zwei anderen Mächten ausgefochten. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten An dem
heutigen Tag standen alle non-interest bearing assets unter Druck: Öl minus
$1,50 Gold
minus $10 Silber
minus 35 Cent Platin
minus $14 Palladium
hat es mit minus $11 besonders schwer erwischt Der
US-Dollar stieg heute auf 80,9 (USDX) an. Das ist ein Tagesplus von 0,3
Punkten. Auch die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes fielen um 0,1
Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. An den
Aktienmärkten verlor der Dow heute 100 Punkte und die europäischen Indizes
sogar durchschnittlich fast zwei Prozent. Was war
geschehen? Eigentlich nichts! Wieder einmal scheinen jedoch einige Notenbanken
ihre Kämpfe auf dem Rücken der Märkte austragen zu müssen. Man kann
sicherlich die auslaufenden Optionen an der New Yorker COMEX für diese
Entwicklung verantwortlich machen. Aber nach dem Ende des Handels an der COMEX
fiel Gold im Access Handel weiter. Und die anderen Assets
fielen sogar noch stärker als Gold. Das scheint diese
Theorie nicht zu bestätigen. Dabei
ging es Gold im asiatischen Handel noch relativ gut. Der Kurs lag im grünen
Bereich. Erst mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels ging es wieder
südwärts. Zum A.M. Fix stand Gold dann bereits nahe der Marke von $1.110 mit
einem Kurs von $1.112,00 (EUR 816,93). Das waren fast acht Dollar weniger als
zur gleichen Zeit gestern. Die
Drückung von gestern setzte sich im gleichen Maße heute fort. Der P.M. Fix mit
$1.107,00 (EUR 816,85) war ebenfalls die acht Dollar niedriger als der A.M.
Fix. Zum Ende
des COMEX-Handels wurde die Marke von $1.100
getestet. Sie hielt, aber Gold ging trotzdem mit $1.102,70 um neun Dollar
niedriger als gestern aus dem Markt. Alles
nicht befriedigend – außer dass wir Euro-Besitzer immer noch Gold nahe
den historischen Höchstständen besitzen. Und mit Euros zahlen wir bekanntlich
ja unsere Brötchen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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