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Bericht für den 2. März 2010 Gold & Gesellschaft: Konjunkturpakets-Strohfeuer Was hat
uns eigentlich die Abwrackprämie des letzten Jahres gebracht, mit welcher der
Neukauf von 2 Millionen Personenkraftwagen gefördert wurde? Antwort: Kosten von
EUR 2.500 pro gefördertem Fahrzeug und Gesamtkosten von fünf Milliarden Euro. Zusätzlich
eine signifikante Erhöhung des Marktanteiles von ausländischen Herstellern wie
Skoda, Hyundai und Dacia zu Lasten der in Deutschland
produzierten Marken von Volkswagen, Opel und Ford. Und nun
ist – wie allgemein erwartet – der Verkauf von neuen Fahrzeugen um
30 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Besonders betroffen waren davon
die Klein- und Mittelklassefahrzeuge. Also die Autotypen, die durch die
Abwrackprämie gefördert wurden. Dumm,
dümmer, Bundesregierung hatte ich in einem Bericht vor mehreren Monaten
geschrieben. Das Geld ist verpulvert und nun kommt der massive Einbruch. Keiner
kauft sich einen Zweit- oder Drittwagen nur weil dieser staatlich gefördert
wird. Hinzu
kommt die massive Verschuldung, in die sich viele Haushalte wegen des Neukaufs
begeben haben. In dem Marktsegment, wo die Abwrackprämie gewirkt hat, kommt ein
Großteil sowieso kaum mit seinen laufenden Einnahmen zum Leben aus. Da muss man
– ähnlich wie in den Vereinigten Staaten – den kompletten Kauf
finanzieren. Die in
letzter Zeit vielgescholtenen Hartz-IV Empfänger
waren jedoch nicht dabei: Die gezahlte Prämie wäre auf die Hartz-IV
Leistungen angerechnet worden und hätte zu einer Minderung der Sozial-Leistungen
geführt. Hier war man zumindest so klug, diese Gruppe nicht noch in die
vollkommene Versklavung durch Schulden zu schicken. Es gab zum Teil Politiker, die das ernsthaft gefordert hatten. Aber auch
um die anderen deutschen Konjunkturpakete sieht es nicht viel besser aus. Nach
einem Bericht DER WELT sind die staatlichen Investitions-Projekte zu einem
geringeren Teil abgerufen worden als erwartet. Das liegt daran, dass die
Gemeinden ein Drittel der Kosten selbst aufbringen müssen: Sei es nun für die
Modernisierung von Schulen oder die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.
Aber die Gemeinden leiden besonders stark unter der einbrechenden
Gewerbesteuer, die nicht proportional mit den Umsätzen der Unternehmen sinkt,
sondern mit dem Gewinn. Viele der die letzten Jahre gutverdienenden Unternehmen
sind in die Verlustzone gerutscht, und damit ist die Gewerbesteuer dieser
Unternehmen für die Stadt oder Gemeinde einfach ausgefallen. Bei großen
Arbeitgebern können dies zweistellige Millionen-Beträge
sein. Gewirkt
hat lediglich die Ankurbelung des privaten Konsums: Durch
Einkommensteuer-Senkungen, ein höheres Kindergeld und Sonderzahlungen wie den
Kinderbonus. Von der Abwrackprämie einmal ganz abgesehen. Das sind dann
natürlich nicht die nachhaltigen Investitionen, die deutschen Unternehmen
beispielsweise der Baubranche zugute kommen. Vielmehr leistet sich der private
Verbraucher dann noch mehr Klamotten, made in China
oder Vietnam, oder Flachbildschirme made in Korea.
Über die Effekte für die ausländische Autoindustrie habe ich ja bereits
berichtet. Ordnungspolitisch
waren die Aktionen also eine reine Katastrophe – denn das Geld ist
ausgegeben und kommt nicht als neue oder stabilisierte deutsche Arbeitsplätze
und Steuereinnahmen wieder zurück. In der 70er-Jahren hat die damalige rot-gelbe Koalition
unter Kanzler Schmidt auch eine Reihe von Konjunktur-Programmen aufgelegt, die
wirkungslos verpufften. Die heutigen Programme wirken sogar noch negativ, weil
sie einseitig die ausländische Industrie fördern. Aber
eines haben beide Programme gemeinsam: Das Geld ist weg. Und ein Strohfeuer
kann eben längerfristig nicht wärmen. Es wird zunehmens
kälter werden in Deutschland. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Man hat
hart gekämpft im Gold Cartel Headquarter: Den Dollar hat man steigen lassen und damit lediglich
historische Rekordstände beispielsweise in Euro provoziert. Selbst das
befreundete Britische Pfund hat man gestern links liegen lassen. Aber es
hat alles nicht geholfen – Gold hat heute die Marke von $1.120 nach oben
durchbrochen. Und mit dem Fall dieser Marke waren die Herren nun eher damit
beschäftigt, die Einhaltung der täglichen Zwei-Prozent-Regel sicherzustellen.
Bei einem gestrigen Schlusskurs bei $1.118 durfte Gold heute nur bis auf $1.140
steigen. Das
konnte Gold zwar heute nicht bewerkstelligen, aber der Tageshöchststand kam mit
$1.138 wenige Minuten vor Ende des COMEX-Handels nahe
dieser Grenze zustande. Mit $1.137,00 beschloss Gold dann wenige Minuten später
den Handel. Ein Tagesgewinn von $20. Dabei sah
es vormittags noch gar nicht nach einer solchen Entwicklung
aus. Im asiatischen Markt musste Gold noch wenige Dollar im Vergleich zum
gestrigen Schluss-Stand in New York ($1.118,00) abgeben.
Und auch der Vormittags-Handel in London lief eher ruhig. Der A.M.
Fix mit $1.116,00 (EUR 826,97) stand unter dem Eindruck des immer noch starken
Dollars – dieser stand zu diesem Zeitpunkt um die Marke von 81 (USDX)
– etwas unter Druck. Kurz
danach ging es aber mit dem Dollar wieder südwärts und Gold begann zu steigen.
Zum Nachmittag kurz vor Eröffnung des Handels in New York stand das gelbe
Metall bereits neun Dollar höher als zum A.M. Fix. Es folgte das übliche
Anfangsdrückungs-Spiel an der COMEX, das nach einer halben Stunde Gold wieder
bis an die Marke von $1.120 heranbeförderte. Zum nahenden P.M. Fix ging es aber
dann wieder aufwärts: $1.126,50 (EUR 831,24) lautete
der Kurs in London. Dann ging
es eigentlich – mit dem weiter bis auf 80,5 fallenden US-Dollar –
nur noch weiter nach oben. Bis mit $1.137,00 das Ende des Handels an der COMEX
den Anstieg unterbrach. Natürlich hat das Gold-Kartell im späten Access Handels
diese praktisch handelsfreie Zeit dazu verwendet, um
den Preis wieder zu drücken. Der
US-Dollar musste nach anfänglicher Stärke, die ihn zum Vormittag auf 81,1
hochtrieb, Federn lassen und schloss gegen 21:00 Uhr
MEZ bei 80,5. Dieser Tagesverlust von 0,3 Punkten sieht zwar nicht dramatisch
aus. Aber im Laufe des Tages hat der Dollar ein Spektrum von 81,1 bis runter
auf 80,4 hingelegt. Und 0,7 Punkte beim USDX an einem Tag stellen schon eine
hohe Volatilität dar. Ich
vergaß zu erwähnen, dass es heute wieder einen neuen Höchststand in Euro gab:
Um 18:00 Uhr MEZ stand Gold bei EUR 836. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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