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Bericht für den 22. März 2010 Gold & Gesellschaft: Die eiserne Kanzlerin ? Die
plötzliche 180 Grad-Wendung der deutschen Politik in der Frage zur
Griechenland-Rettung scheint nun auch die Systemmedien zu beschäftigen. Der
SPIEGEL schreibt in seinem heutigen Beitrag über einen Machtkampf in der Kulisse der
Regierung zwischen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble und fragt, ob Europa nun
auseinanderdriftet. Dass Finanzminister
Wolfgang Schäuble rege Kontakte zu der französisch-luxemburgischen EU-Connection unterhält, ist weitläufig wahrgenommen worden.
Ein Rettungsplan schien schon unter Dach und Fach, und Schäubles
Vollseiten-Beitrag in der FTD zu einem europäischen Währungsfond schien Konturen
anzunehmen. Das Problem: Wenn man sich mit der EU-Connection
ins Bett legt ist, dann holt man sich die
Zahlerkrankheit. Deren Ziel es ist nämlich, Deutschland für alle Probleme in
Zwangshaftung zu nehmen. Da gibt man sich mit seiner französischen Amtskollegin
Begrüßungs-Küsschen und lässt in der Presse die tolle Zusammenarbeit mit Madame
Lagarde verlautbaren. Als Ex-Minister der Kohl-Ära möchte man eben als
vorbildlicher Europäer glänzen. Allerdings
wieder einmal auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Und das ist derzeit
überhaupt nicht populär im deutschen Volk. Überall brechen neue Einnahme-Löcher
auf, zuletzt nun ein massiver Einbruch bei dem bislang stabilen Lohnsteuer-Aufkommen.
Gleichzeit steigen die Kosten in den Haushalten von Bund, Länder und Gemeinden.
Der Bundeshaushalt wies nach einem Bericht des Manager Magazins für die ersten
zwei Monate des laufenden Jahres ein Defizit von EUR 28,5 Milliarden auf: Die
Ausgaben stiegen um fünf Prozent, während die Einnahmen um 12,4 Prozent
einbrachen. Setzt sich diese Entwicklung fort, dann beträgt die Neuverschuldung
des Bundes nicht EUR 86,1 Milliarden wie geplant, sondern EUR 171 Milliarden.
Der deutsche Haushalt nehme dann langsam griechische Konturen an. Den
Konflikt zwischen Merkel und Schäuble beschreibt der SPIEGEL wie folgt: Der Finanzminister
sieht den Euro als Ausweis europäischer Integrationsfähigkeit und ist bereit,
Griechenland im Ernstfall mit deutschen Staatshilfen zu retten. Merkel will
genau das um jeden Preis verhindern, weswegen für sie ein Einsatz des
Internationalen Währungsfonds (IWF) durchaus infrage kommt. Schäuble
betreibt ein gefährliches Spiel, wenn er jetzt gegen Merkel Geheimpolitik zu
Lasten des deutschen Steuerzahlers betreibt: Um zu verhindern, dass Merkel und ihre
Mitarbeiter vorzeitig von seinen Überlegungen erfahren, verordnete Schäuble seinen
Beamten ein Sprechverbot gegenüber dem Kanzleramt. Und weiter heißt
es im SPIEGEL: Eine Kontaktsperre zur Regierungszentrale – selbst altgediente Finanzministeriale können sich an
Vergleichbares nicht erinnern. Dabei
sind die Überlegungen aus dem Bundeskanzleramt ganz einfach: Die Kanzlerin
kalkuliert kühl. Die Rolle der eisernen Lady steigert zwar nicht unbedingt ihre
Beliebtheit in Brüssel, dafür macht es sie zu Hause umso populärer. Die
Deutschen stehen vor allem dann mehrheitlich hinter Merkel, wenn sie sich gegen
neue, milliardenschwere Finanztransfers an klamme Südländer wehrt. Da können
die EU-Eliten und ihre publizistischen Hilfstruppen auch noch soviel gegen eine
angebliche BILD-Kampagne contra Griechenland-Bailout
hetzen – eine solche Rettung würde die schwarz-gelbe Regierung nicht
überleben. Und auch wenn unseren Regierenden die europäische Elitenidee näher
liegt als das Interesse der Bevölkerung, so werden die Politiker in einer
Demokratie vom eigenen Volk gewählt - aber auch abgewählt. Die nächsten 50 Tage
bis zur Wahl in NRW sind ein historisches Fenster: Während
der nächsten Woche wird es keinen deutschen Bailout
geben. Auch nicht noch so gut getarnt und verborgen kann eine Rettung vor dem
Wahlvolk versteckt werden. Das ist anders als bei der EU-Kommission, die jeglicher
demokratischer Geflogenheit zu wider von den Regierungs-Chefs der
Mitglieder-Staaten bestimmt wird. Was ist
nun der Ausweg aus dieser Situation? Abwarten und die anderen kommen lassen.
Das Szenario ist: Entweder fliegt Griechenland aus der Währungsunion und
beginnt mit einer neuen Drachme oder Deutschland selbst verlässt die
Währungsunion mit einer neuen DM. Man hofft
und bangt in Brüssel und den Hauptstädten den Südschiene: Die PIIGS Konsumenten-Staaten
nebst EU-Kommission nehmen sich ein Gewohnheitsrecht heraus, dass Deutschland
wieder einmal mit seiner Scheckbuch-Diplomatie a la Helmut Kohl die Zeche für
die anderen EU-Staaten bezahlen wird. Erst wenn dieses Gewohnheitsrecht
gebrochen ist, wird sich Angela Merkel durchgesetzt haben. Im Gegensatz zu
Gerhard Schröder, der sich mit seiner Agenda 2010 ein
Denkmal gesetzt hat, braucht Merkel noch eine ähnlich historische
Herausforderung. Der
geldsüchtigen EU-Hydra alle Köpfe abzuschlagen ist eine Herkules-Aufgabe, die
zumindest noch kein deutscher Bundeskanzler zustande gebracht hat. Der Weg
dorthin ist lang und steinig. Aber für Merkel, die sehr sensibel auf die
Stimmung in der (deutschen) Bevölkerung reagiert, praktisch ein Freifahrtschein
für eine weitere Kanzlerschaft. Auch die
britische eiserne Lady musste lange dafür kämpfen, dass sie sich ihren Schneid
nicht abkaufen lässt. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
monetäre Viererbande, bestehend aus der FED, der EZB, der Bank of England (BoE) und der Bank of Japan (BoJ) trumpft derzeit wieder auf
und rüttelt die Märkte durcheinander. Es ist
schon erstaunlich, wie ein im Vergleich zu der Wirtschaftskraft kleines Land
wie Großbritannien Gelddruck-Programme unter aktiver Mitwirkung der BoE anwerfen kann, die in ihrer Höhe vergleichbar mit denen
der FED sind. Trotzdem hält sich das britische Pfund relativ gut an den
internationalen Märkten. Und die britischen Staatsanleihen (Gilts)
werden nicht abverkauft. Hier sind große Manipulatoren aktiv, die ihr Handwerk
wirklich gut verstehen. Aber eines muss den Analysten klar sein: Die Industrie
auf der Insel ist so gut wie nicht mehr existent, das Bruttoinlandsprodukt wird
über Dienstleistungen zu Gunsten der eigenen Bevölkerung erwirtschaftet und das
Geld kam aus Konsumenten-Krediten auf die in ihrem Wert immer stärker
steigenden Immobilien-Preise. Zurück
zum Gold-Markt: Der plötzliche Einbruch um zwanzig
Dollar kurz vor dem Londoner P.M. Fix scheint auf einem Einmal-Verkauf von
6.000 COMEX-Kontrakten am letzten Freitag zu
basieren. Das ist ein Volumen von knapp 19 Tonnen Gold. Der Druck
auf die Edelmetalle setzte sich heute fort. Gold stand zum asiatischen Handel
heute früh weiter unter Druck. Zum Londoner Vormittags-Handel setzte sich diese
negative Entwicklung fort. Der A.M. Fix kam mit $1.104,25 (EUR 816,27)
zustande. Das ist ein Rückgang von $17 gegenüber dem A.M. Fix
vom letzten Freitag. Kurz nach
Eröffnung des Handels an der New Yorker COMEX kam es erneut zu einem Einbruch
beim Gold-Preis, der ihn um den P.M. Fix sogar unter
die Marke von $1.095 trieb. Der P.M. Fix kam mit $1.097,25 (EUR 810,68) um acht
Dollar niedriger als zum Freitags-Kurs zustande. Zum Ende
der COMEX konnte sich Gold nur unwesentlich auf $1.098,10 befestigen. Der
US-Dollar gab heute um 0,1 Punkte auf 80,6 nach. Das unterzeichnet die heutige
Manipulation der Zentralbanken: Der Euro gab zum Tiefstpunkt der Edelmetalle
heute um bis zu 0,4 Prozent nach, bevor er dann jedoch
mit leicht positiven Vorzeichen aus den Markt ging. Gegenüber dem britischen
Pfund ist der Euro heute um 0,4 Prozent gesunken. Die
Manipulation ging wohl heute von einem Angriff auf das Euro/Yen Währungspaar
aus. Der Yen hat im Laufe des Tages um bis zu 1,1 Prozent gegenüber den Euro
zulegen können. Zum Abend hat der Euro jedoch seine Verluste gegenüber dem Yen fast
wieder weggemacht. Der Schaden bei den Edelmetallen ist jedoch geblieben. Mission Accomplished. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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