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Bericht für den 25. März 2010 Gold & Gesellschaft: Moderne Mefo-Wechsel In einem
geheimen Schreiben das Präsidenten des Reichsbanks-Direktoriums,
Hjalmar Schacht, vom 7. Januar 1939 an Adolf Hitler weist die Reichsbank auf die für die
Währung entstehenden Gefahren einer Überspannung der öffentlichen Ausgaben und
des kurzfristigen Kredites hin. Das Schreiben dramatisiert die
Situation wie folgt: Am Ende des Jahres 1938 ist die Währungs- und Finanzlage an
einem Gefahrenpunkt angelangt, der es uns zur Pflicht macht, Entschließungen zu
erbitten, die es ermöglichen, der drohenden Inflationsgefahr Herr zu werden. Das
Reichsbank-Direktorium kommt zu dem Schluss: Keine Notenbank ist imstande, die Währung
aufrechtzuerhalten gegen eine inflationistische Ausgabenpolitik des Staates. Das
Ergebnis war vorherzusehen: Das Direktoriums der Reichsbank wurde umgehend
abgesetzt. Interessanterweise
hatte Schacht selbst noch im Jahr 1934 ein neues Kreditierungsmittel für
Reichsausgaben entworfen und umgesetzt, mit dem das Reich die Aufrüstung
betrieb, ohne die Staatsverschuldung offiziell in astronomische Höhen zu
treiben. Und dadurch, dass kein neues Zentralbankgeld in Form von Noten
geschaffen wurde, konnte eine inflationäre Situation verhindert werden. Mit den Mefo-Wechseln (benannt nach: Metallurgische
Forschungsgesellschaft mbH) wurde ein Schattenhaushalt geschaffen, wie wir ihn
auch heute in vielen Variationen erleben dürfen. Staatsschulden werden als
solche nicht offiziell bilanziert. Und das Reich hatte im Anschluss an die
erfolgreichen Mefo-Wechsel ähnliche Programme
aufgelegt, um die Arbeitsbeschaffung öffentlicher Gebietskörperschaften
beispielsweise den Autobahnbau zu finanzieren. Die Instrumente hießen dann Öffa-Wechsel. Das
Instrument der Mefo-Wechsel ist unter Wikipedia ausführlich beschrieben. Wechsel wurden anstelle
von Bargeld zur Bezahlung ausgestellt. Diese Handelswechsel wurden praktisch
wie Bargeld zu weitergehenden Zahlungen im Wirtschaftskreislauf eingesetzt, da
die Reichsbank unter Schacht zugesichert hatte, die Wechsel auf Anforderung zu
diskontieren (d.h. die Wechsel anzukaufen und dafür Bargeld zu liefern). Der
Betrug bei den Mefo-Wechseln lag darin, dass nicht
der Staat selbst die Wechsel emittierte, sondern eine Tarnfirma, die
Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH, die Wechsel anstelle des Staates
ausstellte. Dadurch, dass die Reichsbank für die Mefo-Wechsel
bürgte, konnte sie jedes Wirtschaftsunternehmen jederzeit bei der Reichsbank
gegen Geld diskontieren. Der von Schacht gewünschte Effekt, dass das reine
Versprechen der Rediskontierfähigkeit der Wechsel dazu führte, dass die Wechsel
quasi wie Bargeld zwischen den Wirtschaftssubjekten weitergegeben wurden und
nicht diskontiert, hat die Geldmenge wie gewünscht nicht stark erhöht. Die
Inflation blieb trotz dieser inflationären Aufrüstung auf Pump erst einmal
unter Kontrolle. Der
inzwischen verstorbene Reinhard Deutsch beschreibt in seinem Buch Das Silberkomplott die Machenschaften
von damals: Weniger
klar war den meisten Menschen damals, wie Hitler das Beschäftigungswunder
vollbrachte und die Arbeitslosigkeit von über fünf Millionen in drei Jahren
praktisch auf Null senkte. Aber das war ganz einfach die Wunderwirkung von
Trick 2, für den die Reichsbank eine bis heute wegweisende, moderne Form entwickelte.
Es wurde ein imaginärer Schatz erfunden in Form der Deutschen Gesellschaft für
öffentliche Arbeit und der Metallforschungsgesellschaft. Deutsch
resümiert: Das
neue Modell für Trick 2 mit den Wechseln war aber so bahnbrechend, dass es noch
heute der Kern moderner Finanzpolitik ist. Alle modernen Staaten schreiben
heute Wechsel auf eine imaginäre Zukunft und lassen sich von den Banken dafür
Geld aushändigen. Nachdem
Schacht erkannt hatte, welches Teufelszeug er da erschaffen hatte, wollte er
dieses Schema wieder einkassieren. Aber zwischenzeitlich ist ihm das Instrument
wie der sprichwörtliche Zauberbesen entglitten, der schließlich mit dem
Ergebnis dieses Konzepts (Wiederaufrüstung und totale Unterordnung des Volkes
unter den Führer) die Welt mit Tod und Vernichtung überzog. Nach dem
Zweiten Weltkrieges gab es noch viele Schüler von Schachts Ideen: Der
populärste war wohl John Maynard Keynes, der nicht nur die Erfolge der
staatlichen Planung im seinerzeit faschistischen Italien und der Sowjetunion hinwies,
sondern sich auch der Ideen von Hjalmar Schacht bemächtigte. Der Keynesianismus war bis in die 80er-Jahre die beherrschende
Wirtschafts-Ideologie, die im Anschluss von dem inzwischen als gescheitert geltenden
Monetarismus abgelöst wurde. Viele Politiker reden schon heute wieder von einer
Renaissance der Ideen von Keynes – dahinter stecken aber im Prinzip die
Konzepte von Schacht und Mussolini. Wie man
es auch drehen und wenden mag, das derzeitige Papiergeld-System beruht auf
Betrug. Nicht das System an sich ist der Betrug, sondern die Variationen, die
einen solchen Betrug erlauben. Früher bestand der Betrug aus Mefo-Wechseln und ähnlichem. Heute haben sich die
Finanz-Akrobaten immer undurchsichtigere Instrumente ausgedacht. Aber eine
Aussage wird weiterhin Gültigkeit behalten: Keine Notenbank ist imstande, die Währung aufrechtzuerhalten
gegen eine inflationistische Ausgabenpolitik des Staates. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Das
Yen/Dollar-Währungspaar hat sich heute um weitere 0,5 Prozent abgeschwächt.
Auch der Euro notierte um 0,33 Prozent niedriger zum Dollar als gestern. Der
US-Dollarindex (USDX) hat heute um 0,3 Punkte auf 82,1 zugelegt. Dafür
sieht es schlecht mit den U.S. Treasury Notes aus. Die 10-jährigen Notes
stiegen schon gestern auf 3,8 Prozent an. Heute ging der Anstieg der
Real-Zinsen, das heißt der Rückgang der Kurse dieser Papiere weiter: 3,9 %. So
einen hohen Zinssatz haben wir schon länger nicht mehr gesehen. Die gestrige
Versteigerung der 5-jährigen Bonds und die heutige Versteigerung der 7-jährigen
Bonds lief schlechter als erwartet. Die 5-jährigen Notes waren mit einen Zins-Koupon von 2,5 Prozent ausgestattet. Die
Marktteilnehmer konnten nach der Versteigerung aber durch einen Kurs von 99,51
(bezogen auf $100) einen höheren Realzins von 2,54 Prozent erzielen. Noch
deutlicher fiel das heutige Ergebnis bei den 7-jährigen Papieren aus. Der Koupon zahlt 3,25 Prozent pro Jahr. Erreicht wurde ein Kurs
von 99,23 bei einem Realzins von 3,29 Prozent. Das klingt alles noch nicht dramatisch,
ist aber ein kleiner Schuss vor den Bug der US-Administration, dass die
Verschuldungs-Arie so nicht weitergehen kann. Die
Devisen-Manipulationen sollten also von dem Geschehen an den Bond-Märkten
ablenken. Gestern war dies auch mit Erfolg gelungen. Heute setzte trotz
steigenden Dollars eine Rückkauf-Bewegung in die gestern betroffenen
Edelmetalle und Rohstoffe ein. Wie erwartet, haben sich die Charttechniker und
Elliott-Wellen Idioten bei Gold auf die Short-Seite
begeben. So ist Gold zwar in US-Dollar um 0,6 Prozent auf $1.093,50 (COMEX-Schlusskurs) gestiegen. Platin in der gleichen
Periode um 1,9 Prozent auf $1.603. Der
erwartete günstige Einstiegskurs für Gold hat sich schon bewahrheitet: Aber
nicht in US-Dollar und schon gar nicht in Euro oder Yen, sondern in Platin. Ansonsten
tat sich heute relativ wenig am Gold-Markt. Der Preis des Edelmetalls stand
anfangs zwar noch leicht unter Druck. Aber zum Nachmittag stabilisierte sich
das Metall dann langsam. Der A.M. Fix in London war noch mit knapp einem Dollar
bei $1.093,50 (EUR 819,22) im Minus. Zum Londoner P.M. Fix um 16:00 Uhr stand
Gold dann mit $1.093,00 (EUR 818,79) um zwei Dollar über dem Vortages-Stand.
Und mit dem Schluss des COMEX-Handels in New York
stand Gold dann schon sieben Dollar höher als gestern zur gleichen Zeit. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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