Bericht für den 29. März 2010

 

Gold & Gesellschaft: Generation Staatsschmarotzer

 

Die Financial Times Deutschland (FTD) scheint sich immer mehr zu einem Forum für Politiker zu entwickeln, die bestimmte Vorschläge vor einem Gang an die Öffentlichkeit beim Publikum testen wollen. Da hat Guido Westerwelle seine kontroversen Thesen zum Sozialstaat verbreitet, die natürlich sofort unter schweres Sperrfeuer der Vertreter des sozialpolitisch-industriellen Komplexes gerieten. Und hier hat auch unser Bundesfinanz-Minister Wolfgang Schäuble seine Ideen für einen europäischen Währungsfond (IWF) artikuliert.

 

Nun hat man Max Löffler, Bundesvorstandssprecher der Nachwuchsorganisation der Grünen eine Plattform gegeben, wo er unter dem Titel Höchste Zeit für Steuererhöhungen  für eine höhere Staatsquote plädiert.

 

So soll nach Aussagen von Löffler die Staatsquote, das heißt der Anteil aller öffentlichen Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt, seit Mitte der 90er Jahre deutlich zurückgegangen sein. Inzwischen läge Deutschland bei der Staatsquote weit unter Großbritannien und fast gleichauf mit den USA.

 

Woher hat Max Löffler denn diese Zahlen? Argumentiert er so, wie wir es von den Sozialvertretern immer wieder kennen, in dem nur die steuerfinanzierte Abgabenquote bei dieser Rechnung mitberücksichtigt wird, der riesige Batzen der Sozialversicherungs-Kosten aber unter den Tisch gefallen lassen wird. Dann ist es kein Wunder, dass das stark von Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung belastete Einkommen eine angeblich niedrige Staatsquote ausweist.

 

Und was soll der Vergleich mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten, wo der Staat seine Ausgaben schon zu einem großen Teil mit Hilfe der Druckerpresse finanziert. Ist eine Defizit-Quote des Staates bezogen auf das Brutto-Inlandsprodukts von über zehn Prozent in diesen Ländern eine nachhaltige Politik des Staates.

 

Natürlich nicht: Denn hier werden nicht nur Äpfeln mit Birnen vergleichen, sondern nicht vergleichbare Zahlen miteinander verglichen.

 

Noch abenteuerlicher wird die Argumentation des grünen Wachswuchspolitikers, wenn er behauptet, dass Steuersenkungen nur deshalb unsozial wären, weil die Bezieher niedriger Einkommen sowieso keine Steuern zahlen. Er meint mit diesen Einkommensgruppen diejenigen, die netto nicht viel mehr verdienen als ein Hartz IV Empfänger. Ausgeblendet werden die gut ausgebildeten Arbeiter und Angestellte, die den arbeitenden Kern unserer Gesellschaft bilden. Und dieser Kern wird insbesondere durch die progressive Gestaltung unseres Steuersystems zu Spitzenverdienen gemacht. In der Öffentlichkeit verweist man auf die 10.000 Einkommens-Millionäre, die Deutschland hat. In Wirklichkeit werden aber mehr als 10 Millionen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von über 50.000 Euro und unter 100.000 Euro pro Jahr durch unser Steuersystem zu Spitzenverdienern gemacht. Und je stärker die Löhne und Gehälter ansteigen, desto größer wird ihr Prozentsatz.

 

Mit seiner Forderung nach höheren Steuern will Max Löffler nicht an zusätzliche Einnahmen der 10.000 wirklichen Spitzenverdiener, sondern an das Geld der 10 Millionen Haushalte, die den deutschen Mittelstand bilden. Nur die Masse macht es.

 

Dabei geht es ihm nur vordergründig um Probleme verrotteter Schulen, marode Hörsäle und fehlende Lehrer. Nein, gerade die Partei Die Grüne ist dafür bekannt, dass ihre Klientel gut vom Staat in Form sicherer und gutbezahlter Jobs alimentiert wird. Da kann man sich nicht nur sorglos für eine unbegrenzte Ausweitung der Umweltdiktatur starkmachen. Nein, da man selbst Steuerkonsument und nicht Steuerzahler ist, lässt sich ein höherer Staatsanteil auch gut vertreten. Denn der Nachwuchs der Grünen braucht natürlich auch eine Perspektive – im Staatsdienst versteht sich.

 

Noch so ein Steuerkonsument ist der neue SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Der hat sich vor kurzem endgültig von dem Schröderschen Konzept einer neuen Mitte verabschiedet. Mit dieser Idee wollte Gerhard Schröder auch den Mittelstand an die SPD binden. Anstatt dessen hat sich die SPD genauso wie die Gewerkschaften immer stärker von der arbeitenden Bevölkerung entfremdet und treibt als Interessensvertreter des Sozial-Staates sein Unwesen. Auch wenn man mit solch einer Politik zu einer 20 Prozent-Partei abgestraft wird, dann ist man trotzdem gesellschaftspolitisch ebenso wie die Gewerkschafts-Funktionäre gut in dem System verankert. Man braucht nur neue Wählerschichten, denn die alten werden einen wegen dieser Politik sicherlich nicht mehr wählen. Deshalb hat Gabriel die in Deutschland lebenden Ausländer als neues SPD-Stimmvieh identifiziert.

 

Nach der Rettet den Dieb Methode versucht Gabriel, die Schuld an der selbst verursachten Misere dann anderen Gruppen zuzuschieben. Plötzlich werden Banker, Steuerhinterzieher und Spekulanten zu der neuen Lumpen-Elite.

 

In Wirklichkeit möchte man nur von sich selbst, der Generation der Staatsschmarotzer ablenken. Der Begriff Lumpen-Elite hätte aber als Charakterisierung dieses steuersaugenden Stammes aber auch einen gewissen Charme.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Die Inflationsgefahr-Währung Öl ist heute kräftig gestiegen: $82,50 und damit $2,50 mehr als noch am gestrigen Freitag lautete der Preis für einen Barrel heute. Das wollte man letzte Wochen noch mit allen Mitteln der Währungs-Manipulation verhindern. Obwohl uns die Presse weismachen will, dass es ausreichend Öl-Supply gäbe. Ist Peak Oil doch schon (längst) Historie?

 

Auch Silber konnte heute von dem kräftigen Anstieg partizipieren: $17,38 und damit 51 Cent mehr als zum Wochenausklang. Super Performance für das Metall, was bislang von den vier Edelmetallen immer am meistens etwas auf den Deckel bekommen hat. Hat die Anhörung der CFTC, bei der ein Silber-Trader aus London die Manipulation von JP Morgan hat nachweisen können, doch wirklich etwas gebracht.

 

Nur mit dem Gold wollte es heute nicht so richtig klappen. Von den vier Edelmetall-Gruppen bildete es heute die Ausnahme. Gold ist zwar deflationsstabil, aber reagiert bei stark inflationstreibenden Tendenzen weniger stark (positiv) als Silber, Platin, Palladium & Co. Man kann eben nicht alle positiven Eigenschaften in einem Investment vereinen. Deshalb gehört zu einem Edelmetall-Portfolio nicht nur Gold oder nicht nur Silber dazu, sondern ein gesundes Verhältnis der beiden Metalle. Und Platin und Palladium noch dazu – um die Rohstoffe und die Industrie-Aktien effektiv nachbilden zu können.

 

Gold enttäuschte, obwohl es wieder die Marke von $1.100 nach oben durchbrechen konnte. Im frühen asiatischen Handel kam es trotz des Anstieges auf über $1.110 zu einer Gegenbewegung, die das gelbe Metall auf $1.105 sinken ließ.

 

Zum Londoner Vormittagshandel ging es dann wieder Richtung $1.110 bergauf. Der A.M. Fix kam mit $1.111,25 (EUR 824,98) um $13 höher als noch am Freitag zustande.

 

Zum Nachmittags-Handel setzte sich diese Entwicklung fort. Auch mit dem beginnenden Handel an der COMEX in New York. Wieder einmal funkte jedoch der Londoner P.M. Fix mit $1.107,50 (EUR 823,54) dazwischen. Die LBMA scheint immer mehr zum Drückungs-Element des Gold-Kartells zu verkommen. Nur noch 10 Prozent des täglich gehandelten Volumens scheinen wirklich physisches Gold zu umfassen, das von einer Partei zur nächsten ausgetauscht wird. Die LBMA: Ein weiteres Schneeball-System mit 90% Bogus-Goldanteil. So kann man zumindest mittelfristig den Schein eines im Gleichgewicht befindlichen Goldhandels aufrechterhalten. Uns als physische Sammler sollte es Recht sein: Niemals mehr werden wir Gold die nächsten 30 Jahre zu günstig (im Bezug auf den Warenkorb, den man dafür erwerben kann) kaufen können. Der LBMA Discount ist also eine (gewollte) Abschreckung für die Unwissenden, aber ein Geschenk für die Insider. Wir nehmen diese Gabe gerne an und beschweren uns nur oberflächlich darüber. Denn für die 10 Prozent des Volumens, das dort wirklich gehandelt wird, geht richtiges Gold in Form von 400oz-Industriebarren über den Ladentisch. Wir erfreuen uns dann an den Produkten dieser eingeschmolzenen Barren, seien es nun Krügerrands, Philharmoniker, Maple Leaf oder andere Gold-Produkte.

 

Zum Schluss des Handels in New York konnte sich Gold wieder auf $1.110,60 befestigen. Im Vergleich zu den anderen Rohstoffen wie Öl und den anderen Edelmetallen jedoch vom Anstieg her wirklich Peanuts.

 

Der US-Dollar (USDX) gab heute leicht um 0,2 Punkte auf 81,4 nach.

 

Griechenland konnte nach der Hektik der letzten Woche heute (angeblich) erfolgreich eine 7-jährige Staatsanleihe in Höhe von fünf Milliarden Euro platzieren. Der Zinssatz betrug 6 Prozent und damit mehr als 300 Basispunkte über den vergleichbaren Satz von 2,66 Prozent, die für vergleichbare Bundesanleihen gezahlt werden müssen. Bis Ende Mai 2010 müssen die Griechen noch weitere 10,5 Milliarden Euro finanzieren.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.111,25

(€824,98)

$1.098,00

(€820,51)

+ $13,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.107,50

(€823,54)

$1.096,50

(€818,41)

+ $11,00

COMEX Schlusskurs

$1.110,60

$1.104,20

+ $6,40

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

81,4

81,6

- 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

3,9 %

3,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

20,9

20,9

unverändert

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter: ziemann@bullionaer.de

 

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