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Bericht für den 30. März 2010 Gold & Gesellschaft: Gramm-Leach-Bliley
Act Thomas
Hoenig, der Präsident der FED von Kansas City hat vor kurzem eine
beachtenswerte Rede gehalten, die gar nicht in das Muster der Reden von Ben Bernanke und den einflussreichem Vertreter der New York FED
zu passen scheint. Während Bernanke & Co eine
Politik der zunehmenden Zentralisierung des US-Bankensystems zu betreiben
scheinen, kritisiert gerade Thomas Hoenig dieses Vorgehen. Es
schaffe eben Institute, die too big
to fail seien, das heißt die man nicht pleitegehen
lassen darf, weil sie eine Gefahr für das gesamte Wirtschafts- und Finanzsystem
darstellen würden. Diese im Rahmen der verordneten Aufkäufe und Fusionen
insbesondere mit dem Segen der US-Treasury und der
New York FED entstandenen Institute sind nach Ansicht von Hoenig noch größer
und noch komplexer und deshalb schwieriger zu regulieren und zu überwachen. Als
Beispiel führte er die Immobilien-Finanzierer Fannie
Mae und Freddie Mac an, die allein wegen ihrer Größe einen erheblichen Einfluss
auf die Politik in Washington ausüben würden. Beide Institute wurden praktisch
auf Dekret des demokratischen Präsidenten Roosevelt in den 30er-Jahren
geschaffen und zeichnen sich immer noch durch eine starke politische Hinwendung
zu der demokratischen Partei des derzeitigen Präsidenten Obamas
aus. Selbst der republikanische Finanzminister Hank Paulson
traute sich nicht, im Jahr 2008 die Chance zu ergreifen, die bankrotten Finanzierer zu zerschlagen. Statt dessen gibt es inzwischen
praktisch unbegrenzte staatliche Garantien und hohe zweistellige
Milliarden-Beträge sind in diese Häuser bereits geflossen. Der
lokale FED-Präsident bringt es auf den Punkt: Dadurch, dass die großen
Finanz-Konglomerate wie JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und Citi too big
to fail seien, haben sie trotz riskanterer Geschäfte
eine höhere Bewertung der Ratinggenturen als andere
Institute. Das heißt sie können sich auch günstiger an den Kapitalmärkten
refinanzieren. Aus Sicht von
Standard & Poors, Moodys
und Fitch ist die Kreditwürdigkeit durch diese
implizite Staatsgarantie höher zu veranschlagen. Die
derzeitigen Probleme haben ihre Ursache in der Deregulierung des
Finanzmarkt-Sektors der 80er und 90er-Jahre, die mit den Gramm-Leach-Bliley
Act von 1999 ihren Höhepunkt genommen hat. Dieser Act erlaubte es den Banken, als Geschäftsbank, als
Investment Bank, als Händler und als Unterzeichner für Versicherungen unter
einem Dach aufzutreten. Das hat der Glass-Steagall Act des Jahres 1933 noch verboten, der 1999 damit endgültig
aufgehoben wurde. Von nun
an spekulierte die Investment- und Brokerage-Sparte
der Bank mit den Einlagen der Kunden. Das kann zwar hochprofitabel sein, könnte
aber wie wir die letzten beiden Jahre erleben durfte auch dazu führen, dass die
Spareinlagen der Kunden verzockt werden. Thomas
Hoenig möchte diese Entwicklung genauso wie Paul Volcker
wieder rückgängig machen und damit aus den Banken überschaubare Einheiten
generieren. Seine dreistufigen Forderungen lauten deshalb: Erstens
muss es wieder ermöglicht werden, dass der Kapitalismus funktioniert. Große
Institute, die sich verspekuliert haben, müssen auch in einer geordneten Form
wieder pleitegehen können. Zweitens
ist anzustreben, dass die Institute wieder durch einfache und etablierte Regeln
besser überwacht und gestärkt werden sollen. Das kann beispielsweise durch eine
Reduzierung der eingesetzten Fremdkapital-Hebel erreicht werden. Als
letzten Punkt fordert Hoenig eine Rücknahme der Deregulierungs-Gesetzgebung der
90er-Jahre und setzt sich dabei insbesondere für die konkreten Vorschläge ein,
die Paul Volcker vor einigen Monaten gemacht hat. Inwieweit
er sich hiermit gegen den geballten Widerstand dieser die letzten beiden Jahre
noch viel mächtiger gewordenen Oligopole durchzusetzen vermag, mag zumindest
mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Denn eine solche Regulierung
würden Viele in der Finanz-Industrie mit einem Verlust der ihnen bereits lieb
gewordenen ein- oder zweistelligen Millionen Dollar schweren Boni-Zahlungen pro Jahr bezahlen müssen. Diese praktisch
ohne eigene Leistungen und unternehmerisches Geschick erzielten Boni werden diese Damen und Herren jedoch aufs Äußerste zu
verteidigen wissen. Sie können ja sonst gar nichts anderes. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Gold
setzte heute früh im asiatischen Markt erneut zu einem Sprung über die Marke
von $1.110 an, die es gestern im Vergleich zu den anderen Edelmetallen und
Rohstoffen nicht halten konnte. Kurz vor
Eröffnung des Handels in London war dann aber mit $1.113 der Tageshöchststand
erreicht. Im Londoner Vormittags-Handel ging es dann langsam aber stetig
bergab. Der A.M. Fix wurde mit $1.109,75 (EUR 823,56) um knapp zwei Dollar
niedriger als gestern festgestellt. Zum
frühen Nachmittags-Handel konnte sich dann Gold zwar wieder auf über $1.110
erholen, aber mit dem beginnenden Handel an der COMEX ging es nun verstärkt
bergab. Das Gold-Kartell möchte Gold derzeit unter Kontrolle haben. Dabei
werden derzeit keine größeren Mengen von Treasuries
versteigert. Und auch die Verkündung der Arbeitsmarktdaten durch das BLS für
den Monat März muss noch nach Ostern warten. Also für
irgendeine Nachricht in der nächsten Zeit muss Gold unter Kontrolle gehalten
werden. Interessanterweise sind wieder einmal sowohl Yen als auch Euro
gegenüber dem Dollar um knapp 0,5 Prozent gefallen. Öl zeigte sich, andern als
Gold und die anderen Edelmetalle von diesen Devisenmarkt-Operationen der monetären
Viererbande bestehend aus dem vier westlichen Notenbanken unbeeindruckt und
liegt nun bei $82,5. Das freut einmal wieder die Autofahrer über die
Osterreisezeit – steigende Ölpreise in Dollar und sinkender Euro wirkt
sich multiplikativ auf den Preis an der Zapfsäule aus. Aber wir haben ja keine
Inflation. Vielleicht
verschärft sich die Krise im Nahen Osten auch wieder, die mit der Krise der
diversen Megabauten in Dubai begonnen hatte. Erst kürzlich hat der ein Vermögen
von $700 Milliarden verwaltende Staatsfond von Abu Dhabi zu Gunsten seines
klammen Emirats eingegriffen. Nun ist der Lenker dieses Staatsfonds unerwartet
bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Zu viele Unglückfälle, wenn man
den unten berichteten Anschlag auf das Leben des Silber-Traders
Andrew Maguire und seiner Frau noch hinzurechnet. Ist
das System bereits schon so am Ende, dass man sich solcher Methoden bemächtigen
muss. Der P.M.
Fix kam knapp drei Dollar niedriger als der A.M. Fix mit $1.107,00 (EUR 822,93)
zustande. Im Anschluss ging die Party für das Gold-Kartell im reinen Derivate-Handel weiter: Gold fiel auf bis zu $1.102 zurück. Zum
Schluss des Handels an der COMEX konnte sich das gelbe Metall wieder leicht auf
$1.105 befestigen. Der Trader Andrew Maguire, der kürzlich
die Machenschaften von JP Morgan bei der Manipulation des Silber-Marktes
beschrieben hatte, selbst aber keinen Zutritt zu den Hearings der CFTC erhielt,
wurde plötzlich von einem Auto angefahren und verletzt. Ein Passant, der den
Wagen aufhalten wollte, konnte nur durch einen gezielten Sprung zur Seite sein
eigenes Leben retten. Das riecht sehr stark nach einem Auftrags-Attentat. Gegen
JP Morgan anzutreten ist nicht nur gefährlich für den eigenen Job
beziehungsweise die eigenen Finanzen, sondern stellt nun anscheinend auch eine
Gefahr für das Leben dar. In welcher Gesellschaft leben wir überhaupt, wenn
sich die Finanz-Oligopole inzwischen Methoden der Mafia bedienen müssen. Der
US-Dollar konnte sich heute leicht auf 81,5 (USDX) befestigen. Die Renditen der
10-jährigen Treasury Notes blieben heute mit 3,9 Prozent weiterhin hoch. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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