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Bericht für den 9. April 2010 Gold & Gesellschaft: Axel Webers neuer Wunsch-Job Bundesbank-Präsident
Axel Weber ist mit seinem Dasein innerhalb der Bundesbank nicht zufrieden. Denn
alle geldpolitischen Entscheidungen werden von der EZB getroffen. So konzentrieren
sich die Aktivitäten von Weber darauf, beispielsweise den political
incorrecten Thilo Sarrazin zu maßregeln. Eigentlich
sollte Axel Weber nach Vorstellungen von Angela Merkel der Nachfolger des
Franzosen Trichets an der Spitze der EZB werden. Durch
einen entsprechenden Kuh-Handel hat man sich schon für einen Vertreter der
Südländer als Vize-Präsidenten entschieden. Der ebenfalls gehandelte Kandidat
Italiens ist ein ex-Goldman Sachs Vertreter und hat
sich wohl wegen der Verwicklungen von GS in den Betrug mit den griechischen
Schuldenzahlen selbst aus dem Rennen geschossen. Vor
einigen Wochen hat jedoch der Vertreter der Euro-Gruppe, der Regierungschef des
Zwergstaates Luxemburg, Juncker, Stellung gegen Weber
bezogen. Seine Ernennung an die Spitze der EZB bleibt also fraglich. Zumal der
Deutsche eher als geldpolitischer Falke gilt. Das
konkretisiert sich nun in einem Widerstand der Bundesbank gegen eine Rettung
des eigentlich nur noch durch einen Euro-Austritt rettbaren Griechenlands.
Während Trichet alle geldpolitischen Dämme der
ehemaligen Bundesbank-Doktrin zur Flutung freigibt, scheint sich Weber nun
Hoffnungen auf eine gestärkte Bundesbank zu machen. Nach
einem Bericht der linksliberalen Frankfurter Rundschau zerpflückt die Deutsche
Bundesbank den von der Bundesregierung maßgeblich gestalteten EU-Rettungsplan
für Griechenland. Zitat aus dem Bericht der FR: Wie aus einem internen Papier hervorgeht, das
der FR vorliegt, befürchten die Hohepriester des Stabilitäts- und
Wachstumspakt, dass der Internationale Währungsfond (IWF) die Griechen zu
weniger Haushaltsdisziplin zwingen würde, als es die Euro-Gruppe tun würde. Und
weiter heißt es in dem Bericht: Das Papier zerreißt die in der Öffentlichkeit zumeist
gelobte Rettungsaktion für Griechenland unter Einschaltung des IWF. Diese
Lösung führe weder dazu, dass der Maastricht-Vertrag eingehalten werde, noch
dazu, dass kein deutsches Geld nach Athen flösse. Im Gegenteil: Die Bundesbank
liefere am Ende die Euro, mit denen der IWF Griechenland helfe. Anscheinend
bezweifeln die Bundesbanker die bislang harte Ausrichtung des IWF, ein Land
durch extreme Sparanstrengungen wieder auf den rechten Weg zu bringen: Die Bundesbank
kritisierte die Einschaltung des IWF auch, da die Zeiten vorbei sind, in denen
der Fonds Haushaltsdisziplin zur höchsten Tugend der Politik erklärte und
hilfesuchende Staaten zu einem strikten Privatisierungskurs zwang. Seit der
Franzose Dominique Strauss-Kahn Ende 2007 den Posten des geschäftsführenden
Direktors übernahm, hat der IWF einen Kurswechsel vollzogen. Die extrem
marktliberale Ausrichtung wurde aufgegeben, sagt Finanzprofessor Marcel Tyrell von der Zeppelin University in Friedrichshafen. Strauss-Kahn
ist kein unbeschriebenes Blatt: Er wurde im Jahr 1991 von dem ersten
sozialistischen Präsidenten der Fünften französischen Republik, Francois
Mitterrand, ernannt und bekleidete ab 1997 das Amt des Wirtschaft-Ministers.
2007 unterlag er seiner Parteifreundin Segolene Royal
als Kandidat um das Amt des französischen Präsidenten. Er vertritt eine stark etatistisch geprägte Wirtschaft-Politik, die man in
Frankreich auch unter konservativ-liberalen Regierungen häufig wiederfindet. Die
Frankfurter Rundschau scheint derzeit noch eine der wenigen deutschen Zeitungen
zu sein, die nicht finanziell abhängig von den Bailout
schreienden deutschen Banken zu sein scheint. Deshalb wurde der FR dieses
Papier zugespielt. Erst heute konnten wir wieder einen Pro-Bailout
Kommentar im SPIEGEL lesen. Diese Art des Auftrags-Journalismus gefährdet immer
mehr die Presse-Freiheit in Deutschland. Aber auch
andere Passagen des Bundesbank-Papiers scheinen Sprengstoff zu sein: So hat der
Vorschlag des IWF-Chefökonomen Olivier Blanchard, die
Teuerungsrate auf vier Prozent zu verdoppeln die Bundesbank-Führung bis aufs
Blut provoziert: Das der FR zugespielte Papier sieht den IMF als zukünftigen Inflation Maximizing Fund. Das ist schon harter Tobak. Da der
IWF nach Ansicht der Bundesbank sowieso nicht über ausreichende Mittel verfügt,
um die Rettung Griechenlands zu stemmen, müsste sich der IWF Mittel bei seinen
Mitgliedern beschaffen. Die größten Mitglieder (und damit Geldgeber) sind neben
den Vereinigten Staaten und Japan dann auch wieder Deutschland. Die Bundesbank
erhielte dann als Gegenbuchung sogenannte Sonderziehungsrechte. Dieses
IWF-Konstrukt ist eine Kunstwährung, die sich in international anerkannte
Währungen eintauschen lässt. Der IWF würde die Euro der Bundesbank nach Athen
weiterreichen. Im Prinzip ist das Einschalten des IWF auch nichts
anderes, als dass wieder frisches Geld für Griechenland gedruckt würde –
diesmal müssten aber auch die USA und Japan für Griechenland mit einstehen. Dieses
Papier, wenn es nur einigermaßen Ernst genommen wird – denn die Inhalte
geben meines Erachtens exakt die derzeitige Situation wieder – ist ein
klarer Versuch der Bundesbank, ihre geldpolitische Kompetenz zurückzugewinnen.
Wenn Trichet mit Hilfe von Frankreich und Italien die
Griechen retten und den Euro damit zu einer Schuldengemeinschaft umbauen würde,
dann ist ein Austritt Deutschlands aus dem Euro nur noch eine Frage der Zeit. Vielleicht
spekuliert Axel Weber darauf, die Bundesbank als Zentralbank einer wieder neu
gewonnenen Deutschen Mark zu leiten. An historischen Vorbildern wie den ersten
Bundesbank-Präsidenten Karl Blessing (1958 – 1969) mangelt es ja nicht. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Griechenland-Krise spitzte sich heute weiter zu. Experten erwarten, dass zum
Wochenende etwas Signifikantes passieren wird. Euro-Gold konnte sich heute
Vormittag zum Londoner A.M. Fix mit EUR 863,01 ein neues historisches Hoch
erobern. Auch zum Nachmittag fiel der Kurs des gelben Metalls nicht unter die
Marke von EUR 860. Trotzdem
konnte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar um 0,85 Prozent befestigen. Die
10-jährigen Griechenland-Bonds konnten sich heute auf 7,26 Prozent wieder
leicht stabilisieren. Während die Griechen ihr Geld von der Bank holen, monetarisiert die EZB die Griechenland-Bonds, um etwas
Druck aus der derzeit explosiven Situation zu nehmen. Im Sektor
des gelben Metalls gibt es nur eines zu berichten: Es geht weiter bergauf.
Asien war heute früh wieder einmal unverändert, aber oberhalb der Marke von
$1.150. Dafür ging diesmal im Londoner Vormittags-Handel ein Preisimpuls von
fünf Dollar nach oben aus. Der A.M. Fix mit $1.156,00 (EUR 863,01) bestätigte
dies mit einem Tagesgewinn von zehn Dollar eindrucksvoll. Nachdem die
COMEX seit Tagen der Impulsgeber des Goldpreis-Anstieges war, schien anfangs
etwas die Luft raus zu sein. Die COMEX eröffnete unverändert und der Londoner
P.M. Fix führte zu einem plötzlichen kurzen Einbruch auf $1.152,50 (EUR
857,26). Dann griffen die Händler aber mit dem wieder fallenden US-Dollar
beherzt zu und Gold erreichte die Marke von $1.165. Dieses
Niveau konnte jedoch nicht verteidigt werden, so dass der Schlusskurs der COMEX
mit $1.161,00 zustande kam. Mit acht Dollar ist das trotzdem ein erklecklicher
Tagesgewinn. Der
US-Dollar-Index (USDX) gab heute um 0,5 Punkte wegen des kräftigen Euro-Anstieges
auf 81,0 nach. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Bonds verharrten auf ihrem
gestrigen Stand bei 3,9 Prozent. Warten
wir das Wochenende ab: Vielleicht haben wir am Montag einen Euro-Staat weniger.
Das wäre wohl für alle Beteiligten die beste Lösung. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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