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Bericht für den 13. April 2010 Gold & Gesellschaft: Kleines Land – Großer Geldbedarf Das
Rettungspaket für die Griechen scheint größer auszufallen, als ursprünglich
angenommen. So sollen die Steuerzahler der Euro-Zone 30 Milliarden Euro tragen,
während weitere 15 Milliarden Euro durch die Steuerzahler der
IWF-Mitgliedsländer aufzubringen sind. Der IWF
hat erst kürzlich angekündigt, seine bisherige New Arrangement to Borrow (NAB) facility von $50
Milliarden um $500 Milliarden auf $550 Milliarden aufzustocken. Dabei tragen
die USA mit $105,4 Milliarden neben Japan mit $100,6 Milliarden und Deutschland
mit $38,7 Milliarden zusammen knapp die Hälfte des Volumens. Anscheinend
hat nicht nur Griechenland einen erhöhten Rettungsbedarf durch den IWF. Dabei
helfen die Kredite den Griechen nicht wirklich. Was Griechenland bräuchte, ist
weniger Geld von außen als noch mehr. Die öffentliche Verschuldung nimmt so auf
150 Prozent des Bruttoinlands-Produktes zu. Die
einzige Möglichkeit ist nach Aussagen von Dominique Strauss-Kahn, dass
Griechenland den Weg von Irland geht – eine kontrollierte Deflation. Das
heißt allerdings fallende Einkommen und fallende Preise. Ambrose
Evans-Pritchard berichtete gestern in seinem Blog Has Germany agreed to unconditional surrender
over Greece? Not yet, I suspect, dass
Griechenland im Vergleich zu Deutschland 20 bis 30 Prozent an
Wettbewerbsfähigkeit die letzten Jahre eingebüßt habe. Das liegt im
Wesentlichen daran, dass im Rahmen der Euro-Südblase die Gehälter und damit
auch die Lohnstückkosten in Griechenland wesentlich schneller gestiegen sind,
als dies in Deutschland der Fall war. AEP weist
auch darauf hin, dass Griechenland allein zwecks Bedienung der Schulden an die
Ausländer 8 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung (BIP) ins Ausland
transferieren muss. Das seien nach AEPs Berechnung
höhere Leistungen, als Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen des
Versailler Diktates an Reparationszahlungen leisten musste. So ist es
nicht verwunderlich, dass innerhalb der politischen Linken des Landes ernsthaft
über einen kontrollierten Bankrott diskutiert wurde. Das würde dann aber wohl
voraussetzen, dass Griechenland den Euro-Raum verlassen müsste und wieder eine
lokale Währung einführe. Dieser
Weg ist trotz des EU-Rettungsplan immer noch möglich. Denn außer den verbalen
Äußerungen des Euro-Gruppenvorsitzenden Juncker und
der Franzosen und Italiener gibt es keine belastbaren Vereinbarungen. So wächst
in Deutschland beispielsweise der Widerstand gegen den Kompromiss innerhalb der
Regierungs-Koalition. Denn Deutschland müsste im Rahmen des EU-Rettungspaketes
in etwa 8,4 Milliarden Euro beisteuern. Frank Schäffler, finanzpolitischer
Sprecher der FDP bevorzugt den Austritt von Griechenlands aus der Eurozone.
Auch der Bund der Steuerzahler kritisiert den Umfall von Angela Merkel –
vor kurzem noch als eiserne Kanzlerin von der BILD-Zeitung
gefeiert. AEP: The headlines have
switched from Iron Chancellor to Frau Mouse. Interessant
wird es, wenn die Zahlungen wirklich geleistet werden müssen. Dann zeigt sich,
ob das letzte Woche von der Frankfurter Rundschau durchgesickerte interne
Papier der Bundesbank, in dem die Rettung von Griechenland selbst mit Hilfe des
IWF als reines Gelddrucken bezeichnet wird, genügend Argumentations-Hilfe für eine
Gruppe von Professoren liefern wird, die Vereinbarung vor dem
Bundesverfassungs-Gericht zu kippen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. AEP weist
auf den Beschluss des Bundesverfassungs-Gerichts zum Lissabon-Vertrag im
letzten Jahr hin, wo festgestellt wurde, dass die EU ein Verbund souveräner
Staaten sei. Die letztliche Entscheidungsgewalt liege
deshalb bei den Bürgern der einzelnen Staaten. Die
Wahrscheinlichkeit, dass das Bundesverfassungs-Gericht die eklatante Verletzung
des Artikels 125 durchgehen lassen wird, und Deutschland damit mit den anderen
Euro-Ländern in einer Schuldengemeinschaft verfangen ist, sind meines Erachtens
gering. Obwohl die deutsche Politik, wie das Umfallen von Angela Merkel wieder
einmal gezeigt hat, nicht in der Lage zu sein scheint, ordentlich zu
verhandeln. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der
heutige Goldpreis-Rückgang hat sich gestern nach Schluss des Handels an der New
Yorker COMEX schon abgezeichnet. Im Access Handel wurde Gold um sieben Dollar
gedrückt. Diese als Plan C bezeichnete Taktik des Gold-Kartells wird immer dann
angewandt, wenn man die nächsten Tage einen Angriff auf den Goldpreis plant. Dabei
liefen die letzten Tage bereits Angriffe auf das Gold. Die Öffentlichkeit hat
dies nur nicht wahrgenommen, weil die Krise im Euroland eigentlich zu einem
stark steigenden Goldpreis hätte führen müssen. Was dem
geübten Beobachter die letzten Tage und Wochen außerdem aufgefallen sein dürfte
ist, dass gerade zu den beiden Londoner Marken, dem A.M. und dem P.M. Fix
Tiefpunkte des Tageshandels erreicht werden. Ich hatte vor kurzem ja berichtet,
dass nur ein kleiner Teil des Handelsvolumens an der LBMA in London wirkliches
Gold ist, das die Hände vom Verkäufer zum Käufer wechselt. Der größte Teil sind
Transaktionen unten den Goldkartell-Banken. Auch
heute stand Gold zu diesen beiden Marken unter Druck. Der A.M. Fix hatte mit
$1.149,25 (EUR 847,34) im Vormittagshandel erstmals die Marke von $1.150 knapp
nach unten durchbrochen. Und auch der P.M. Fix mit $1.148,25 (EUR 846,04) war
zeitlich sehr nahe an dem Tagestiefpunkt am Nachmittag. Nachdem
eine Stunde nach dem P.M. Fix mit $1.145 der Tagestiefstand bei Gold erreicht
war, ging es die letzten Stunden des Handels an der COMEX wieder auf $1.153 bergauf.
Trotzdem war heute ein kräftiger Verlust zu konstatieren. Der
US-Dollar war heute praktisch unverändert mit 80,5 (USDX). Die 10-jährigen
Treasury Notes gaben heute bei den Realzinsen auf 3,8 Prozent nach und bewegen
sich nun wieder in einem bislang komfortabel gehaltenen Zinsbereich. Der von
mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Renditen dieser Staatspapiere nahm
in der Folge um 0,5 Punkte auf 21,2 zu. Der Wert entfernt sich wieder von der
kritischen Marke von 20, welche die letzten Tage bereits erreicht schien. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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