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Bericht für den 14. April 2010 Gold & Gesellschaft: Immobilien-Bombe II Die
Immobilien-Krise im Jahr 2006/2007 nahm seinen Ursprung bei privat genutzten
Immobilien. Die Objekte zur gewerblichen Nutzung waren seinerzeit kaum oder gar
nicht betroffen. Oder man konnte zumindest nach außen den Eindruck wahren, dass
auf diesem Riesenmarkt alles in Ordnung sei. Das ganze
Desaster dort scheint erst jetzt langsam ans Licht zu kommen. Das Düsseldorfer
HANDELSBLATT berichtete heute unter dem Titel Morgan Stanley schockt Fondanleger mit
Riesenverlust: Die Immobilienkrise in den USA sorgt für einen weiteren
traurigen Höhepunkt. Der Immobilienarm von Morgan Stanley musste Investoren
eines milliardenschweren Fonds jetzt erklären, dass fast zwei Drittel des
Fondsvermögens weg sind. Insgesamt belaufen sich die Verluste auf 5,4
Milliarden Dollar. Einen solch massiven Verlust hat es in der Immobilienwelt
noch nie gegeben. Das heißt
natürlich nicht, dass die Objekte selbst zwei Drittel ihres Wertes verloren
haben. Denn solche üblicherweise geschlossenen Fonds arbeiten mit Hebelinstrumenten
in Form von Darlehen, die sie von Banken zwecks Finanzierung eines Großteils
der Investment-Kosten für das Objekt bezogen haben. Das
Geschäftsmodell ist dabei meist relativ einfach: Die Mieteinnahmen insbesondere
in den 1A Lagen in Manhattan haben in der Vergangenheit eine höhere Rendite
erzielt, als man für geliehenes Geld an Zinsen zahlen musste. Indem man sich
Geld leiht, erhöht die erzielte Rendite-Differenz die Gesamtverzinsung der von
den Investoren eingezahlten Einlagen. Dazu ein
Beispiel: Ein vollvermietetes Objekt in Manhattan mit
einem Kaufpreis von $500 Millionen erwirtschaftet Mieteinnahmen von jährlich
$40 Millionen. Die mögliche Rendite beträgt also 8 Prozent. Ein Fond kauft nun
dieses Objekt und sammelt $150 Millionen von den Investoren ein. Um das Objekt
kaufen zu können, müssen $350 Millionen finanziert werden. Dies war damals
relativ günstig, sagen wir einmal für 6 Prozent refinanzierbar. Also zahlt der
Fond pro Jahr $21 Millionen an Zinsen, hat also Netto-Mieteinnahmen von $19
Millionen. Diese $19 Millionen bezogen auf das eingezahlte Fondsvermögen
ergeben eine jährliche Rendite von 12,7 Prozent. Der
Morgan Stanley Fond erzielte zeitweise eine Rendite von sogar 22,1 Prozent.
Also muss das Verhältnis von Eigenkapital zu eingezahltem Kapital der
Fondanleger noch viel größer gewesen sein und/oder es wurden schlechtere
Mieteinnahmen erzielt, als prognostiziert; beispielsweise durch eine hohe
Leerstandsquote oder niedrigere Vermietungs-Preise. Der Fond
kann nun durch zwei Entwicklungen in Liquiditätsnot geraten, die ihn dazu
zwingen, Objekte zwangsweise verkaufen zu müssen: Zum ersten wenn die
Einnahmen/Ausgaben-Rechnung sich durch höhere Schuldzinsen und niedrigere
Mieteinnahmen ins Negative drehen sollte. Eine Zeit lang kann der Fond das
aufgrund seiner Barreserven kompensieren. Drohen diese zu versiegen, dann
werden zuerst die unattraktivsten Objekte abgestoßen. Ein
weiteres Problem kann die Prolongation der Kredite darstellen. Die Banken
verlangen heute höhere Zinsen und wollen eine größere Risikoabdeckung für das
Objekt sehen. Bestimmte Teile des Darlehens werden gegebenenfalls überhaupt
nicht mehr refinanziert. Da der Fond nur in Immobilien investiert, muss er sich so zwangsläufig von
Objekten trennen. Der obige
Hebel, der aus 8 Prozent Rendite ohne Fremdkapital plötzlich 12,7 Prozent
gemacht hatte, kann so schnell in das Gegenteil umschlagen. Wenn das obige
Objekt für nur noch $400 Millionen verkaufbar ist, bekommt die Bank die
kompletten $350 Millionen zuerst zurückerstattet. Für die Investoren verbleiben
dann nur noch $50 Millionen. Der Fond hat also schon bei einem Rückgang von 20
Prozent zwei Drittel seines Fondvermögens verloren. Es ist zu
erwarten, dass in nächster Zeit eine Reihe von anderen geschlossenen Fonds ein
ähnliches Schicksal erleiden wird. Die Notverkäufe dieser Fonds schaffen dann
ein Überangebot an Gewerbe-Immobilien, was die Preise weiter verfallen lässt.
Das wird dann weitere Fonds in Probleme treiben. Die Deflations-Spirale, die im
Privat-Sektor durch massiv staatliche Hilfe an die Wohnungs-Eigentümer und
Aufkauf der mit Hypotheken verbrieften Papiere (ABS) durch die FED erst einmal
gestoppt werden konnte, wütet dann im Sektor der gewerblichen Immobilien. Und
der ist auch nicht viel weniger bedeutsam als der Privat-Sektor. Die
Immobilien-Bombe II ist gezündet. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die
Situation Griechenlands scheint sich wieder auf das Niveau der letzten Woche zu
verschlechtern. Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen stiegen heute
wieder auf 7,1 Prozent. Das ist nicht weit entfernt von dem Höchststand, der
Ende letzter Woche erreicht worden ist und die eilige Rettungsaktion der
EU-Staaten ausgelöst hatte. Gold
konnte sich nach der gestrigen Drückung wieder befestigen. Bereits im
asiatischen Handel ging es um bis zu fünf Dollar aufwärts. Mit dem Londoner
Vormittagshandel ging es dann noch um weitere fünf Dollar aufwärts. Der A.M.
Fix mit $1.159,00 (EUR 849,52) lag auf diesem Niveau. Ein Preisanstieg um zehn
Dollar. Zum
frühen Nachmittag stieg Gold dann über die Marke von $1.160. Kurs nach
Eröffnung der COMEX wurde mit $1.161 der Höchststand erreicht. Der nahende P.M.
Fix hat Gold dann wieder auf bis zu $1.153 heruntergezogen: $1.153,75 (EUR
847,16) lautete die Notierung in London. Anschließend
erholte sich Gold wieder etwas, bevor der zweite Drückungsversuch einsetzte.
Dieser misslang, so dass sich Gold dann wieder schnell an die Marke von $1.160
heranarbeiten konnte. Aber irgendeine Kraft wollte diese Marke heute partout
nicht aufgeben. Mit $1.158,50 beendete Gold den heutigen Tag an der COMEX mit
einem Zuwachs von sechs Dollar. Der
US-Dollar (USDX) gab heute um 0,4 Punkte auf 80,1 nach. Die Renditen der
10-jährigen Treasury Notes stiegen heute doch wieder auf 3,9 Prozent. Bei den
weißen Edelmetallen stach heute Palladium seine Konkurrenten Silber und Platin
eindeutig aus: Das Industrie-Metall gewann heute $20 auf $547 und nominell
sogar mehr als Platin, das mit über $1.700 mehr als dreimal so teuer ist. Der Dow
Jones Aktien-Index konnte heute wieder kräftig auf über 11.100 Punkte zulegen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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