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Bericht für den 12. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Ausgemerkelt Das
politische Fortune scheint Angela Merkel über Nacht gleich dreifach verlassen
zu haben. Ihre Taktierereien zur Innenpolitik endeten in einem unvorstellbaren
Debakel für die Union bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen. In der Euro-Krise
musste sie nach dem Einknicken bei der Griechenland-Rettung nun auch noch
akzeptieren, Frankreich mit deutschen Hilfezusagen vor dem Bankrott zu retten.
Und bei ihren Personalfragen hat sie sich zwar einen kriechenden Hofstaat
innerhalb der Regierung und der CDU geschaffen – ihre Lieblinge Schäuble
sind dafür aber entweder schwer krank, im Zweifelsfalle nicht einsatzbereit und
im Fall des selbsternannten Arbeiterführers Rüttgers wurden sie von den Wählern
vertrieben. Die
Merkelsche Linksausrichtung der Union ist auf ganzer Linie gescheitert. Die
Analyse der NRW-Wahl hat gezeigt, dass dort gerade die konservative Klientel zu
der Union gehalten hat. Die neue linke Wählerschaft hat entweder mit der SPD,
den Linken beziehungsweise den Grünen lieber gleich das linke Original gewählt,
oder sie ist der Wahl ganz fern geblieben. Merkel und Rüttgers kokettierten im
Vorfeld der Wahl mit einer grünen Regierungs-Beteiligung für den Fall, dass es
für eine schwarz-gelbe Koalition nicht mehr reichen sollte. Man hat damit aber
nur die Wähler verwirrt, und schließlich waren dann beide Optionen nicht mehrheitsfähig.
Dumm gelaufen Frau Merkel und Herr Rüttgers. Auch auf
Bundesebene hat sich Angela Merkel mit ihrer Politik der angezogenen Handbremse
vollkommen verkalkuliert. Anstatt Akzente einer schwarz-gelben Politik für die
ersten Monate zu setzen – Steuerreform, Kernkraft, Gesundheits- und
Sozialpolitik sind hier die Stichworte – und die Mehrheitsverhältnisse im
Bundesrat auszunutzen, um die Gesetzesvorhaben durch die Parlamente zu
peitschen, hat sie wie ein Kaninchen auf die NRW-Wahl-Schlange geschaut. Nun
hat sie Wahl in NRW, die Bundesrats-Mehrheit und somit auch die Möglichkeit zur
Durchsetzung ihrer Politik verspielt. Die Lafontainsche
Blockade-Politik der letzten Jahre der Ära Kohl haben ja genau verhindert, dass
Schwarz-Gelb überhaupt ein Gesetzes-Vorhaben durchbringen konnte. Das hat dann
zur Abwahl von Kohl und der Etablierung von Rot-Grün geführt. Ein Tod
auf Raten ist auch dies für Merkel. Leider
gibt es in der CDU/CSU kaum noch herausragende Personen, die für eine
Unions-Politik eintreten können, die diesen Namen verdient hätte. Zu viele
dieser ehemaligen Granden sind an Merkel gescheitert und haben ihr Heil in der Wirtschaft
gesucht. Die post-Merkel CDU – ein
Trümmerhaufen. Da gibt
es zwar noch mit Josef Schlarmann von der
Mittelstandsvereinigung einen aufrechten anti-Merkel
Kämpfer. Aber selbst bei den Unions-Ministerpräsidenten scheint das süße Gift
der Linksausrichtung der Union gewirkt zu haben. Selbst Christian Wulf musste
eine Muslimin zur Ministerin ernennen, obwohl sie die
christlichen Werte in der Öffentlichkeit mit Füßen getreten hatte. Der
einzige einflussreiche Politiker der Union, den man eine Reorientierung
der Union auf ihre Grundfeste zutrauen könnte, ist Roland Koch. Oder die EU
Rettungs-Aktionen der letzten beiden Wochenenden. Die Prinzipien der deutschen
Geldpolitik, so wie sie von der Deutschen Bundesbank nach dem Zweiten Weltkrieg
vertreten und erfolgreich umgesetzt wurden, sind mit der kürzlich getroffenen
Entscheidung der EZB, auf Teufel komm raus die eigenen Staatsanleihen zu monetarisieren, endgültig pervertiert worden. Die EZB reiht
sich nun nahtlos in die größten Betrüger-Zentralbanken der Nachkriegszeit, der
Bank of Japan, der Bank of England und der Federal Reserve ein. Selbst
Bloomberg merkt heute kritisch an: Germany, France May Hurt AAA Ratings
in Ponzi Game.
Ein Ponzi Game ist übrigens
ein Betrugssystem, das ähnlich wie ein Schneeballsystem strukturiert ist. Alle Bundestagsabgeordneten,
die noch ein Rückgrat und Prinzipien haben, sollten sich trotz aller angeblich
guten Gründe gegen das als Diktat von
Brüssel in die Geschichte eingehende Rettungs-Paket von französischer Hand
entscheiden. Nur so können wir verhindern, dass Deutschland bei allen
zukünftigen wirtschaftlichen Forderungen von den Mehrheits-PIIGS
nebst Frankreich zum Zahlen verdonnert wird. Eine Euro-Demokratie, bei der sich
viele Zahlungsempfänger einen Scheck von den wenigen Zahlern ausstellen lassen,
brauchen wir nicht. Sollte es
am Wochenende wirklich zur Ausrufung einer Währungs-Reform kommen, dann sollte
Merkel diese geschichtliche Zäsur dazu nutzen, ihre Ämter zur Verfügung zu
stellen. Merkel hat fertig – sie hat im entscheidenden Augenblick nicht
nur einmal, sondern gleich dreimal kläglich versagt. Sie ist nicht in der Lage,
bei den dann anstehenden Aufräumarbeiten die erforderliche Leadership-Position
zu übernehmen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Der Goldpreis
kennt derzeit nur eine Richtung: Nach oben. Egal, ob es sich um Preise in
US-Dollar oder um Euro-Gold handelt. Die weitverbreitete Hypothese, dass Gold
nur mit schwächelndem US-Dollar steigt, ist aber
schon seit geraumer Zeit widerlegt. Seit Mitte 2005 geht es bei Gold im
Durchschnitt jährlich um $150 nach oben. Diesen
Anstieg haben wir für die letzten 12 Monate schon längst hinter uns gelassen:
Gold ist bereits mit $320 im Plus oder 35 Prozent. In Euro sogar um EUR 300
oder 45 Prozent. Das erhöht die Gefahr kräftiger Rückschläge. Aber da Gold kein
freier Markt ist, lassen sich solche Marktgesetze schwerlich anwenden. Ansonsten
ging es im heutigen Goldhandel so weiter wie die letzten Tage: Im asiatischen
Handel war Gold leicht im Plus, zum Londoner Vormittags-Handel nahm das gelbe
Metall dann erneut Fahrt auf. Das zeigt auch der A.M. Fix: $1.241,25 (EUR
977,90) und damit $32 mehr als noch zum gestrigen A.M. Fix. Zum
Nachmittags-Handel, inklusiv den ersten vier Stunden der COMEX schwankte Gold
dann um die Marke von $1.240. Der P.M. Fix kam mit $1.237,50 (EUR 974,41) um
$15 höher als gestern zur gleichen Zeit zustande. Die
letzten zwei Handelsstunden an der COMEX ließen Gold dann auf einen
Schluss-Stand von $1.244,00 (EUR 983,48) steigen – ein Tagesplus von $23. Wer hätte
noch vor wenigen Wochen gedacht, dass Euro-Gold der Marke von 1.000 nahe kommen
würde. Die
weißen Edelmetalle stiegen heute sogar noch stärker als Gold an. Öl gab dagegen
weiter im Preis nach. Eigenartig, deutet dies doch auf eine eher geldmengenkontraktive Situation hin. Diesmal war allerdings
nicht den USD/JPY Carry Trade der auslösende Faktor – dazu hätte der Yen
gegenüber dem Dollar steigen müssen. Während alle Marktteilnehmer derzeit
Inflation schreien, könnte ein deflationäres Problem auf uns zurollen. Was
deren Auslöser sind, das weiß ich auch noch nicht. Wenn sich
der ganze Nebel aus existentieller Euro-Krise und deutscher Währungsumstellung (oder
sogar Reform) verzogen haben sollte, sollten wir nicht überrascht sein, wenn
viel schwerwiegendere Probleme im US-Dollarraum auf uns warten. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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