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Bericht für den 2. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Personifiziertes Regiment der zweiten
Reihe Der
überhastete Rücktritt von Horst Köhler löst landauf landab nach Meinung einer
Vielzahl der Kommentatoren eine Krise der bundesrepublikanischen Staatsordnung
aus. Das liegt nicht am Amt des Bundespräsidenten selbst,
welches neben der Ausfertigung von Gesetzen überwiegend repräsentative
Tätigkeiten umfasst. Nein die Staatskrise hat wenig mit Horst Köhler zu tun,
aber viel mit Angela Merkel. Selbst
die Boulevard-Presse gibt der Kanzlerin nur noch sieben Tage, die Probleme in
den Griff zu bekommen. Ansonsten stehe ihre eigene Person zur Disposition. Die
Financial Times Deutschland (FTD) titelte ihren heutigen Bericht um die
Merkelsche Staatskrise Geistige Leere im Kabinett Merkel. Das Personal-Tableau der Kanzlerin, so die FTD, sei ein
Schönwetter-Konstrukt: Das Scheitern des ehemaligen Finanzstaatssekretärs im Amt
des Bundespräsidenten ist auch ein Scheitern jenes Politikertypus, der unter Merkels Führung besonders häufig anzutreffen
ist: der geborene zweite Mann (oder auch die zweite Frau). Wer
Bürokraten, die ihre Arbeit sicherlich im täglichen Geschäft der Verwaltung
akkurat ausführen können, an entscheidender Stelle der Politik positioniert,
der bekommt eben die hochgradig fähigen Ausführer und
diejenigen, die effizient verwalten können. Aber die Gestalter, diejenigen, die
auch einmal ein Risiko wagen, um vielleicht den großen Wurf zustande zu
bringen, die findet man in der Politikwelt der Angela Merkel nicht. Und das
obwohl sich die Politik anmaßt, die Richtlinien und Grundzüge des Staates
bestimmen zu wollen. Dieses Primat der Politik wird immer dann beschworen, wenn
andere gesellschaftliche Gruppen mangels politischer Führung die Freiräume für
sich selbst nutzen: Passieren tut dann jedoch meistens nichts. Das Fehlen der
politischen Gestalter, der Raufbolde, der Charismatiker
manifestiert sich in der Unfähigkeit, das Primat der Politik umsetzen zu
können. So
braucht es auch keinen zu wundern, wenn die Banken-Manager bestimmen, wer mit
welchen Steuer-Geldern zu retten sei und wer eben nicht. Und die Vertreter des
sozialpolitisch-industriellen Komplexes führen Deutschland trotz erheblicher
struktureller Probleme in einen noch viel enger vermaschten
Sozial-Staat, der bereits heute nicht mehr zu finanzieren ist. Da kommt
man eben nicht mit einer Politik der kleinen Schritte aus, die sich in
Randbereichen erschöpft und bei der die Merkelschen Politzwerge mangels Courage
der Öffentlichkeit nur die Unlösbarkeit dieser Probleme vorbeten. Das Volk will
keine Erklärungen, warum etwas nicht gehen sollte. Und es will auch keine
Ausflüchte, dass alles so kompliziert und verwogen sei. Nein, man braucht
Gestalter anstelle von Kleingeistern, welche die täglichen Probleme erst einmal
in den Hintergrund verschwinden lassen. Je später man damit anfängt, desto
radikaler werden die Lösungs-Szenarien werden müssen. Größere Probleme wegzudefinieren nennt
diesen Politikstil zutreffend die FTD. Auch ein erfolgreiches Wirtschafts-Unternehmen
kann nur von visionären Managern, die nicht nur an das Geschäft von heute
denken, zum weiteren Erfolg geführt werden. Man kann zwar den Buchhalter oder
den Projektmanager als Chef einsetzen und das Unternehmen wird sicherlich
einige Zeit weiter funktionieren. Am Ende wird jedoch der Bankrott stehen. Warum
haben wir in Deutschland dieses personifizierte Regiment der zweiten Reihe
eigentlich? Weil die Kanzlerin selbst keine Gestalterin ist. Ihr fehlt die
visionäre Vorstellung, wie man Deutschland fit für die folgenden Jahrzehnte
machen kann. Ihr fehlt eine Agenda 2020 – eine Fortschreibung der
Schröderschen Agenda 2010. Wer selbst nur ein Verwalter ist, der kann natürlich
keine Gestalter unter sich dulden. Denn diese könnten ja erfolgreich sein und
Angela Merkel den Schneid abkaufen. Deshalb sucht sie sich eben eine Mannschaft
zusammen, die genauso wie sie selbst denkt und handelt. Und die ihr vor allen
Dingen nicht gefährlich werden kann. Um den
abgetretenen Horst Köhler ist es nicht schade. Er hätte weder großen Schaden
anrichten können, noch Deutschland den Weg in die Zukunft gewiesen. Aber Angela
Merkel ist das eigentliche Problem, das Deutschland hat. Wir müssen die Themen
der Zukunft anpacken und können nicht länger nur Verwalten und die Probleme
aussitzen. Ansonsten geht es der Bundesrepublik so, wie der von dem Buchhalter
geführten Firma. Deutschland
braucht eine Nummer Eins und keine Politiker, die immer nur die geborenen
Zweiten sind. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Nachdem
die gestrige Euro-Krise erneut mit massivem Einsatz der Zentralbanken gestoppt
werden konnte, zeichnet sich nun eine Yen-Krise ab. Bedingt durch den Rücktritt
des japanischen Premierministers fiel der Yen heute um mehr als einen Prozent
gegenüber dem US-Dollar. Euro-Gold
bewegt sich weiterhin knapp unterhalb der Marke von 1.000. Das scheint eine
kritische Marke für einige europäische Notenbanken zu sein. Insbesondere der
Londoner P.M. Fix mit $1.215,00 (EUR 996,56) zeigt an, dass bei der Drückung
physisches Gold im Spiel sein muss. Ansonsten
verliefen die Devisen-Märkte bezogen auf den Euro heute ruhig. Bis auf eine gescheiterte
Versteigerung einer 10-jährigen brasilianischen Staatanleihe. Nachdem sich
keine Käufer für diese Anleihe gefunden hatten, musste man die Auktion stoppen.
Der brasilianische Real ist heute trotzdem um über
einen Prozent gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Musste man nun eine weitere
Währung retten? Gold
stand den heutigen Tag unter permanenten Druck. Im asiatischen Handel heute
früh verlor das gelbe Metall einige Dollar und notierte unterhalb der Marke von
$1.125. Im Londoner Vormittagshandel wurde dann erfolglos versucht, Gold unter die Marke von $1.220 zu drücken. Der A.M.
Fix kam mit $1.221,00 (EUR 997,71) zustande. Im frühen
Nachmittags-Handel blieb Gold auf diesem Niveau stehen. Mit Eröffnung der COMEX
wurde dann aber relativ schnell die Marke von $1.220 nach unten durchbrochen.
Kurz vor dem P.M. Fix hat sich der Goldpreis wieder der Marke von $1.220
genähert. Dann kam jedoch der Einbruch auf $1.215. Da haben wohl einige Drücker
noch schnell Gold in den physischen Handel in der letzten Minute eingeschleust.
Der P.M. Fix lautete: $1.215,00 (EUR 996,56). Im
Anschluss konnte Gold zuerst wieder die Marke von $1.220 erobern und stieg dann
in Richtung der Marke von $1.225 an. Eine Stunde vor Ende des Handels an der
COMEX wurde Gold dann aber wieder auf einen Endstand von $1.221 gedrückt. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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