Bericht für den 8. Juni 2010

 

Gold & Gesellschaft: Pfaffen-Geschrei

 

Die Regierung Merkel muss nach den im letzten Jahr eingeführten Regelungen des Grundgesetzes unbedingt den Bundeshaushalt sanieren. Das kann man mit Hilfe der Erhöhung der Einnahmen und/oder Reduzierung der Ausgaben bewerkstelligen.

 

Nun hat man sich am Wochenende auf einer Klausur dazu entschieden, im Wesentlichen die Ausgaben-Seite zu kürzen. Obwohl das dabei vereinbarte Sparpaket den Namen wegen der marginalen Einsparungen in bestimmten Bereichen nicht verdienen würde, regt sich schon der erste heftige Widerstand.

 

Der kommt – wie sollte man es auch anders erwarten – aus den Reihen des sozialpolitisch- industriellen Komplexes. Weil man es wagen möchte, beim Elterngeld und den Zusatzleistungen für Hartz-IV-Empfänger Einsparungen vorzunehmen.

 

Dass die sozialistischen Parteien im Bundestag herumzetern werden, war sowieso schon vorherzusehen. Die können immer nur nach noch mehr Steuern und staatlichen Einnahmen zu Lasten der angeblich Reichen schreien. Auch der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, als oberster deutscher Betroffenheits-Politiker immer zutiefst berührt von so viel sozialer Ungerechtigkeit, meldete schwere Bedenken gegen die Kürzungen an.

 

Aber auch die kürzlich erst wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretene Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Margot Käßmann wettert gegen das Sparpaket. Unter dem Titel Käßmann ruft zu Widerstand gegen Sparpaket auf berichtet SPIEGEL ONLINE heute: Opposition und Gewerkschaften machen mobil, Teil der Union rebellieren gegen Merkels Sparpaket – nun droht der Kanzlerin neuer Ärger: Margot Käßmann, früher oberste Protestantin des Landes, fordert die Kirchen zum Widerstand gegen die Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger auf.

 

Käßman wird mit folgender Aussage zitiert: Als ich von der Streichung erfahren habe, habe ich mich gefragt, ob Hartz-IV-Empfänger weniger Würde als andere Menschen haben.

 

Was haben denn eigentlich Sozialleistungen mit der Würde des Menschen zu tun? Steigt die Würde eines Menschen mit der Höhe der staatlichen Zahlungen, die er erhält? Dann müsste die Würde der Leitungs-Träger des Sozial-Staates, die über ihre Steuern die staatlichen Zahlungen finanzieren, auf dem Nullpunkt sein.

 

Oder geht es vielleicht um die Höhe des monatlichen Geldflusses, welcher die Würde jedes Einzelnen bestimmt? Dann müssten 90 Prozent der Welt-Bevölkerung in noch viel unwürdigeren Verhältnissen leben als die Hartz-IV-Empfänger in Deutschland?

 

Ist es nicht eigentlich unwürdig, Andere für einen bezahlen zu lassen ohne dass man selbst dafür eine Leistung erbringt? Sollte Käßmann nicht eher die Würde der Leistungs-Träger in den Vordergrund rücken, die mit ihren Kirchensteuern die Gemeindearbeit und damit auch die Tätigkeit von Käßmann selbst finanzieren. Oder sind das nur die dummen Schafe, die ihren Obolus im Rahmen eines Ablasshandels der Kirche zu entrichten haben – ansonsten haben sie aber die Klappe zu halten.

 

Was sich derzeit als Widerstand zu formulieren scheint, ist ein gefährliches Spiel für die Zukunft der Kirchen. Denn eigentlich hat beispielsweise die katholische Soziallehre das Selbstverantwortungs-Prinzip (Subsidiarität) des Einzelnen vor staatliche Unterstützung und Bevormundung gestellt. Helfe zuerst Dir selbst – und erst wenn Du dazu nicht mehr fähig sein solltest, greife auf Hilfe des Staates oder der Kirche zurück: das war bislang meine Vorstellung davon, wie die Kirche agieren sollte. Dieses Motto darf dabei nicht so weit ausgelegt werden, dass wir plötzlich in einer Gesellschaft von mehreren Millionen Hilfslosen enden. Das führt nämlich letztendlich dazu, dass diejenigen, die sich aufgrund von Behinderungen und anderen Beweggründen wirklich nicht mehr selbst helfen können, mangels Geldmangel leer ausgehen werden.

 

Die Obermoralistin Käßmann ist selbst zur Gießkannen-Verteilungspolitikerin degeneriert. Von dem DGB-Sommer, der für seine Gewerkschafts-Bewegung ohne arbeitende Mitglieder immer mehr zu einem Interessensvertreter der Sozial-Industrie verkommt, ist man bereits schon einiges gewöhnt. Wenn sich nun die evangelische Kirche auch dieser Bewegung anschließen sollte, weil ihre eigenen Mitglieder zunehmens durch Kirchen-Austritte abhanden kommen, dann ist dies brandgefährlich. Die Kirche darf ihren eigenen Moral-Anspruch nicht auf dem Basar der Sozialverteilungs-Politiker zum Handel anpreisen. Nach der Devise: Wer fordert am meisten für die vermeintlich Benachteiligten in unserer Gesellschaft. Ansonsten wird ihr nämlich auch keiner ihrer Schäfchen mehr das Primat der Moral abnehmen wollen.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Die positive Entwicklung der letzten Tage beim Goldpreis setzte sich heute fort. Man hat mit der Rettung des Euros zur Zeit viel schwerwiegendere Probleme zu beseitigen, als den Goldpreis unter Kontrolle zu halten. Denn obwohl der Goldmarkt sehr liquide ist, können größere Geldmengen nicht so einfach in physisches Material umgetauscht werden. Das gereicht dann ab und zu dem wesentlich kleineren und damit auch weniger liquiden Silbermarkt zum Nachteil. Wenn JP Morgan als der Hauptmanipulator in diesem Markt dann die COMEX mit Verkaufsorders überflutet, kommt es zu den plötzlichen und heftigen Einbrüchen, welche die Silber-Freunde schon seit langem beobachten.

 

Im asiatischen Markt heute früh stand Gold leicht unter Druck. Die Verluste waren aber nur marginal und konnten somit Gold nur leicht unter die Marke von $1.240 drücken.

 

Mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels ging es dann wieder bergauf und Gold strebte in Richtung der Marke von $1.250. Der A.M. Fix mit $1.248,00 (EUR 1.048,03) bestätigte eindruckvoll diese Entwicklung. Im Vergleich zum gestrigen A.M. Fix hat Gold sowohl in US-Dollar als auch in Euro 36 Punkte zugelegt.

 

Im Anschluss konnte Gold dann doch noch die Marke von $1.250 zur Mittagszeit überwinden. Von hier ab bremste das Gold-Kartell jedoch den weiteren Enthusiasmus der Marktteilnehmer. Bis zur Eröffnung der COMEX ist Gold dann wieder auf $1.245 zurückgefallen.

 

Damit waren während des fünfstündigen Handels keine weiteren Preisimpulse mehr sichtbar. Der P.M. Fix mit $1.246,00 (EUR 1.042,94) und der COMEX-Schlusskurs mit $1.244,50 haben das angezeigt.

 

Im Access Handel wurde dann Gold wieder unter die Marke von $1.240 gedrückt. Es bleibt abzuwarten, ob am morgigen Tag ein größerer Angriff auf das gelbe Metall versucht werden soll. Als physische Goldbesitzer mit voll eigenkapital-finanziertem und jederzeit zugreifbarem Goldbestand lassen wir uns sowieso durch diese Spielereien nicht verunsichern. Zumal wir schuldenfrei sind und die Remanenz-Kosten unserer Unternehmen beziehungsweise Lebenshaltung so managen können, dass wir nicht die Goldbestände zur Deckung von auftretenden Lücken einsetzen müssen.

 

Der US-Dollar gab heute leicht nach bei weiterhin starken US-Staatsanleihen. Diese sind neben den deutschen Bunds bekanntlich die letzten verbliebenen Mohikaner.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.248,00

(€1.048,03)

$1.212,40

(€1.012,19)

+ $35,60

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.246,00

(€1.042,94)

$1.215,00

(€1.017,50)

+ $31,00

COMEX Schlusskurs

$1.244,50

NA

 

$1.239,30

NA

+ $5,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,34

(€15,38)

$17,36

(€14,49)

+ $0,98

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.516,00

(€1.270,20)

$1.500,00

(€1.254,70)

+ $16,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$428,00

(€358,60)

$423,00

(€353,85)

+ $5,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

88,1

88,5

- 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

3,2 %

3,2 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

27,5

27,7

- 0,2

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
ziemann@bullionaer.de

 

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