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Bericht für den 23. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Die Euro-Verschlimmerer Deutschland verschlimmert die
Euro-Krise, konstatiert der legendäre Hedgefond-Manager
George Soros in einem heutigen Gastkommentar in der
FTD. Als wenn
wir nicht andere Probleme hätten, als von jemanden Ratschläge annehmen zu
müssen, dem es bei seinen Aussagen stets darauf ankommt, einen profitablen
Trade für seinen Fond zu landen. Seine damaligen Ratschläge zur
Griechenland-Rettung waren ja ähnlich motiviert. Nachdem Angela Merkel aber
wegen des öffentlichen Drucks in Deutschland und den bevorstehenden Wahlen in
Nordrhein-Westfalen eine vorzeitige Geldspritze für Griechenland blockierte,
verschlimmerte sich das Soros-Investment in
griechische Staatsanleihen zunehmens. Wahrscheinlich
musste er sich von einem Großteil seiner Anteile auf dem Höhepunkt der Krise
trennen – mit hohen Verlusten natürlich. Nun ist er natürlich nicht gut
auf Deutschland zu sprechen, hat dieses ihm doch sein Geschäft vermasselt. Aber was
einmal nicht geklappt hat, kann man nun ein zweites Mal versuchen. Zumal die
als eiserne Kanzlerin aufgetretene Merkel in zwei Schritten von dem
Franzosen-Trio (Sarkozy, Trichet,
Strauss-Kahn) und den PIIGS-Fürsten zum Waschweib
degradiert wurde: Mit der großeuropäischen Rettungsaktion
hat die Nation ihre Unterschrift unter ein zweites Diktat von Versailles gesetzt. Aber
lassen wir jetzt einmal Soros zu Wort kommen: Deutschland stand
einst im Mittelpunkt der europäischen Integration. Seine Staatsmänner betonten,
dass Deutschland keine unabhängige Außenpolitik habe, sondern nur eine
europäische Politik. Nach dem Fall der Berliner Mauer war der deutschen Führung
bewusst, dass die Wiedervereinigung nur im Zusammenhang eines vereinten Europas
möglich war, und sie war bereit, Opfer zu bringen, um sich die europäische
Zustimmung zu sichern. Diese
Politik machte Deutschland, inzwischen seit Jahren eine wirtschaftliche
Großmacht zum politischen Zwerg. Und die Opfer kennen wir noch zu Genüge: Immer
wenn es wegen Partikular-Interessen der einzelnen EU-Staaten nicht weiter zu
gehen schien, zog unser Kanzler der Einheit das Scheckbuch und ertränkte die
Probleme mit dem Geld der deutschen Steuer-Knechte. Als Deutschland zum Ende
der Kohl-Regierung in eine Rezession abglitt und die anderen EU-Staaten bereits
wieder Wirtschaftswachstum feiern konnten, blieben wir
trotzdem die ewigen Nettozahler. Sind das die Opfer, die uns die europäische
Einigung abverlangen tut? Vielleicht
erinnern Sie sich auch noch an den ersten Irak-Krieg, der nach dem Überfall
Saddam Husseins unter Führung des damaligen US-Präsidenten George Bush
angezettelt wurde. Deutschland wollte zu dieser Zeit keinen militärischen
Beitrag bringen: kein Problem Helmut, dann zahlt ihr eben. Und so kam es dann
auch. An das
Zahlen scheinen sich die Deutschen schon nach Ende des Ersten Weltkrieges
gewohnt zu haben. Gab es damals noch Aufstände insbesondere wegen der besonders
raffsüchtig vorgehenden französischen Truppen im Rheinland,
so sind wir zwischenzeitlich ein friedliches Volk der Schafe geworden
– wir liefern die Wolle und lassen uns bereitwillig von unseren Nachbarn
scheren. Interessanterweise
führten uns gerade der ehemalige Frankfurter Straßen-Kämpfer Joschka Fischer
und der Stamokap-Juso Gerhard Schröder aus dieser Zahler-Ecke heraus: Von nun
an durfte die Bundeswehr für das Imperium kämpfen und Deutschland musste nicht
mehr mit Milliarden-Zahlungen um Ablass bitten. Die Netto-Zahlungen an die EU
konnte Schröder aber dennoch nicht reduzieren – kein Mr
Thatcher also. Interessant
ist, dass Soros bezüglich der Euro-Einführung nun Geschichts-Klittung zu betreiben scheint: Der Euro war bei
Einführung absichtlich eine unvollständige Währung. Der Vertrag von Maastricht
begründete eine Währungsunion ohne politische Union – eine Zentralbank,
aber kein zentrales Finanzministerium. Hallo – will uns Soros damit sagen, dass die jetzt de facto vereinbarte
Schulden- und Transferunion nur die konsequente Fortsetzung der Komplettierung
des Euro sei? Haben nicht vielmehr die einzelnen Staaten darauf gehofft, ein
gemeinsames Regelwerk zu haben, an dem sich alle Staaten des Euros zu halten
haben. So ist der Maastricht-Vertrag formuliert und nicht anders. Wir
wollen doch einmal auf den Boden der Tatsache zurückkommen: Nicht Deutschland
ist der Euro-Verschlimmerer, sondern die PIIGS-Zecken, welche die Netto-Zahler aussaugen ohne selbst
dabei einen Mehrwert zu erbringen. In Wirklichkeit übertragen sie noch schwere
Krankheiten, die irgendwann auch Deutschland dahinraffen lassen werden. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Was hat uns der Offenmarkt-Ausschuss der FED
(FOMC) heute Abend um 20:15 Uhr MEZ nach seiner zweitägigen Sitzung neues zu
sagen? Praktisch gar nichts – die Zinsen bleiben auf Rekord-Tiefstand und
auch sonst sieht man nur kleine Pflänzchen auf dem Arbeitsmarkt und beim
Wirtschafts-Wachstum. Langjährige Beobachter des Gold-Marktes wissen
natürlich, dass die FOMC-Meetings mit sich
wiederholender Regelmäßigkeit mit einer Goldpreis-Drückung begleitet werden.
Deshalb stehen diese Termine ebenso wie die Termine für auslaufende Future-Optionen an der COMEX im Kalender jedes
Goldbeobachters. Aber wir hatten heute noch einen weiteren
Effekt, der Einfluss auf den Goldpreis genommen hatte: Erneut stieg der Yen zum
US-Dollar und der Euro fiel gegenüber dem US-Dollar. Mit diesem Mini-Deflaschock hat es heute zumindest das US-Öl (WTI) um
zwei Dollar nach unten gedrückt. Die heutige Goldpreis-Drückung setzte ungefähr
eine Stunde nach Eröffnung des New Yorker Handels ein und trieb das gelbe Metall
von einem Stand jenseits der Marke von $1.240 auf unter $1.230. Der P.M. Fix
kam mit $1.226,50 (EUR 1.004,09) entsprechend schwach zustande. Dabei fing es am Vormittag noch sehr positiv
an. Im Londoner Vormittags-Handel stieg Gold langsam aber stetig an und hatte
dann zum A.M. Fix mit $1.243,00 (EUR 1.011,97) seinen Tages-Höchststand
erreicht. Danach ging es wieder leicht bergab, bis die Stunde vor dem P.M. Fix
die oben erwähnte Goldpreis-Drückung einsetze. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich
Gold wieder auf $1.233,80 (EUR 1.007,21) erholen.
Trotzdem ein Tages-Minus von sechs Dollar. Im Anschluss an die Verkündung des FOMC-Beschlusses kam es zu keinen wesentlichen
Veränderungen mehr. Aber tendenzmäßig konnte sich Gold weiter erholen. Bemerkenswert war heute der Anstieg der
10-jährigen Treasuries, die mit Real-Renditen von nur
noch 3,1 Prozent einen neuen Höchststand erreichten. Der US-Dollar Index (USDX)
änderte ab 18:00 Uhr MEZ seine Richtung (86,3) und beendete den Tag mit 85,8
leicht im Minus. Vom US-Häusermarkt sind neue katastrophale Zahlen
eingetroffen. Trotzdem erscheint mir der heutige Dollar- und Yen-Anstieg, der
sich ab 18:00 Uhr plötzlich wieder in Luft auflöste und damit die US-Aktienindizes
wieder ins Plus trieb, als eine gezielte Aktion der FED und gegebenenfalls der
anderen Notenbanken. Der schwache Ölpreis lässt den Gelddruckern
derzeit Spielraum, eventuelle Defla-Schocks mit
massiv gedrucktem Geld zu ersticken. Das wird wohl die nächsten Tage und Wochen
auch notwendig sein. Egal – uns Goldbesitzern kann es nur Recht sein. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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