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Bericht für den 23. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Staatsjournalismus Zwischen
den öffentlich-rechtlichen Anstalten und der Presse tobt ein Streit um die
publizistische Deutungshoheit im Internet. Hintergrund dieser Debatte sind die
von der ARD und dem ZDF immer stärker ausgeweiteten Internet-Angebote. Diese
werden aus den Zwangs-Gebühren, die jeder Bürger mit empfangsbereitem
Rundfunkgerät oder Fernseher zu entrichtet hat, finanziert. Zu Recht
kritisieren die Verlagsunternehmen diese Ungleichbehandlung, denn deren
Online-Angebote können ja nicht durch einen Zwangs-Beitrag beispielsweise auf
jede verkaufte Ausgabe ihrer Print-Erzeugnisse
refinanziert werden. Dass die Öffentlich-Rechlichen dabei den Rundfunk-Staatsvertrag - ein Vertragsgebilde, der es verschiedenen
gesellschaftlichen Einfluss-Gruppen und Parteien erlaubt, die Medienlandschaft
über den Äther zwangszuverwalten – als
Rechtfertigung für den eigenen Auftritt im Internet heranziehen, kritisiert der
FAZ-Redakteur Michael Hanfeld in einem Kommentar vom
21. Juli unter dem Titel Öffentlich-rechtliche Onlinepräsenz - Bestellte Wahrheiten:
Online ist
Rundfunk: Plagten sich ARD und ZDF bislang wenigstens pro forma mit der Auflage
herum, ihre Angebote im Internet sollten nicht presseähnlich sein, sind sie
nach der Vorstellung des früheren Verfassungsrichters Papier nun aller
Rechtfertigungszwänge ledig. Nun
könnte man diesen Streit um die Vorherrschaft im Internet von zwei
einflussreichen Meinungs-Bildnern genüsslich verfolgen, hätte Hanfeld mit seinen Vorwürfen nicht den getroffenen Hund zum
Bellen gebracht. Denn
Michael Hanfeld sieht die Gefahr, dass sich ARD und
ZDF mit Hilfe des Arguments der Gültigkeit des Rundfunk-Staatsvertrags für das
Internet zukünftig auch noch dieses neue Medium einverleiben wollen: Du bist Rundfunk,
ich bin Rundfunk, wir alle sind Rundfunk. Sie betreiben einen Blog im Internet?
Dann sind Sie Rundfunk. Sie arbeiten für einen Verlag, bei einer Zeitung, einer
Zeitschrift, die einen Online-Auftritt unterhält, mit Texten, Bildern, kurzen
Filmen? Dann arbeiten Sie für den Rundfunk. Eigentlich ist jeder Rundfunk, der
eine Website betreibt. Und eigentlich muss sich jeder dafür rechtfertigen, denn
für den Rundfunk braucht man entweder eine Lizenz vom Staat oder muss ihn
direkt im Auftrag des Staates betreiben, so wie die öffentlich-rechtlichen
Sender ARD und ZDF. Obwohl
selbst die allmächtigen Öffentlich-Rechlichen nicht
mächtiger sind als das Internet, muss man auf der Hut sein: Principiis
obsta – Wehret den Anfängen! Denn auch
unsere Politiker mögen die Informations-Freiheit, die uns dieses Medium
ermöglicht, nicht. Dazu unsere Bundeskanzlerin in einem Interview in der BUNTE: "Heute wird es durch
die Vielzahl der Informationskanäle, und besonders durch das Internet, immer
schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen", beklagte Angela
Merkel erst kürzlich in einem Interview der Illustrierten BUNTE. Durch diesen
"sehr
großen technischen Wandel" sei es schwerer geworden, "alle Menschen, alle
Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien mittlerweile
sehr unterschiedlich. Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele
Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen." Klar
– das Internet ist für die Politiker ein Problem. Hier können Dinge
ungefiltert präsentiert werden und ein Großteil der dort aktiven Autoren ist
auch finanziell unabhängig von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und
Verlagshäusern, die entweder durch direkte oder indirekte Einflussnahme der
Politik zu einer neuen Form des Staatsjournalismus erzogen werden. Hanfeld schlägt mit seinem Kommentar in der FAZ in
dieselbe Kerbe: Die
Mitteilung, mit welcher die Gremienchefs der ARD auf das von uns allen bezahlte
Papier hinweisen, trägt den Titel Presse macht Rundfunk. Es verkündet nichts
anderes als einen totalen Machtanspruch, das Ende der freien Presse und die
Herrschaft des Staatsjournalismus. Das Internet, die Presse werden zum Rundfunk
und zu einer hoheitlichen Aufgabe erklärt. Danke,
Michael Hanfeld. Was wir schon lange vermuteten, wird
nun von einem Vertreter der Systempresse selbst ausgesprochen: Die Herrschaft des Staatsjournalismus.
Alles Journalistische wird nun zu einer hoheitlichen Aufgabe erklärt und die
Kommando-Stelle säße dann wohl im Bundeskanzleramt. Der medien-industrielle
Komplex fühlt sich jedoch von diesen Vorwürfen getroffen und kantet heftig
zurück. Der SPIEGEL berichtete heute: In der ARD kennen sie den "FAZ"-Redakteur. Bei
Pressegesprächen streitet er sich voller Lust mit Intendanten. Er ist gut informiert,
auch in den Details. Er macht seinen Job manchmal missionarisch, aber gut. Er
nervt die Intendanten oft ziemlich. Und am Mittwoch fanden sie bei der ARD, das
Maß sei voll. Und so kam irgendwer auf die kreuzdämliche Idee, der
ARD-Vorsitzende solle doch an die "FAZ" schreiben. Doch Peter Boudgoust schrieb nicht etwa an Herrn Hanfeld
persönlich. Er schwärzte den nervigen Journalisten öffentlich bei seinem Chef
an. Mit einem offenen Brief, veröffentlicht auf ard.de, angekündigt auf der Startseite,
gerichtet an "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher. Bevor man
für die ARD oder das ZDF arbeiten darf, bekommt man dort wohl einen Chip im
Gehirn eingesetzt, der zur rechten Zeit Signale der totalen
Obrigkeits-Gläubigkeit aussendet. Der SPIEGEL weiter:
Vermutlich
kennen öffentlich-rechtliche Hierarchen solch eine
Vorgehensweise aus ihrem Umgang mit Politikern. Die laufen ja auch gern gleich
zum Senderboss, wenn ihnen nicht gefallen hat, was so ein kleiner
Fernsehredakteur da wieder mal verbrochen hat. Im
Prinzip hilft hier nur eins: Das öffentlich-rechtliche System durch
großflächige Abmeldung von Rundfunk- und Fernsehgeräten seiner gebührensaugenden Nahrungsquelle zu entziehen. Denn seien
wird doch einmal ehrlich: Der vielbeschworene Qualitäts-Journalismus wird dort
immer mehr zurückgedrängt – nämlich von quotengeilen Programm-Chefs mit Trash-TV Produktionen, die mit dem Abstieg der deutschen
Gesellschaft zum staatlich alimentierten Leistungs-Empfänger eine neue Generation
geistiger Volltrottel hervorbringen wollen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Dass der
EU-Bankenstresstest eine Farce werden würde, war allen ernsthaften Beobachtern
im Vorfeld schon bewusst. Man muss einfach nur so lange an den
Eingangs-Parametern herumspielen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Nach
einem heutigen Bericht bei Bloomberg – das war noch vor der Bekanntgabe
der Ergebnisse um 18:00 Uhr MEZ - hat man anscheinend entschieden, dass die von
Banken bis zur Endfälligkeit gehaltenen Staatsanleihen nicht unter den
Stresstest fallen. Egal ob Anleihen von Griechenland, Spanien & Co: Es wird
einfach so getan, dass diese Papiere selbst unter widrigen Umständen die
Banken-Bilanzen nicht belasten werden. Das ist
noch nicht einmal eine aufgestellte These – nein hier wird ein Dogma präsentiert.
Toll, dass damit die Ergebnisse des Stresstests praktisch keine sinnvolle
Aussagekraft mehr bekommen. Um die
Öffentlichkeit trotzdem von der Ernsthaftigkeit der Untersuchung überzeugen zu
können, hat man die Hypo Real Estate (HRE)
durchfallen lassen. Na ja, das ist bei den periodisch wiederkehrenden
Zahlungen, die der Bund für diese very bad Bank zu
leisten hat, auch nicht weiter verwunderlich. So dümmlich dreist ist man also
mit seinem Stresstest-Modell wohl auch nicht. Die
Überraschung: Die NSH Nordbank, von den Landesbanken am stärksten gebeutelt und
die Postbank haben den Stresstest bestanden. Wer es glaubt wird selig. Nachdem
sich Gold im Laufe des Nachmittags oberhalb der Marke von $1.200 etablieren
konnte, holten die Manipulatoren pünktlich vor der Verkündung der Stresstest-Zahlen
die Goldkeule wieder aus dem Notenbank-Sack. Wieder einmal ging die Drückung vom
physischen Handel in London zum wichtigen P.M. Fix aus. $1.190,50 (EUR 928,92)
betrug die Notierung – und das nachdem Gold kurz vor dem Beginn der COMEX
sich der Marke von $1.205 genähert hatte. Und so betrug
erneut die Drückung zehn Dollar und zeitweise mehr. Wahrscheinlich werden wir
dann wieder solche senilen Kommentare lesen, wo von einer negativen Botschaft
für Gold als Reaktion auf die überaus positiven Ergebnisse des Banken-Tests
gesprochen wird. Im
Schluss-Spurt wurde Gold dann sogar noch unter die Marke von $1.190 gedrückt
und ging mit $1.188,70 aus den COMEX-Handel. Mission accomplished – der Goldpreis konnte diese Woche
unterhalb der Marke von $1.200 gehalten werden. Die
weißen Edelmetalle konnten dagegen ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Platin und
Palladium sind eben nicht im Fadenkreuz der Scharfschützen aus Frankfurt und
Washington. Der
US-Dollar veränderte sich nach den gestrigen turbulenten Ereignissen nur
marginal. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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