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Bericht für den 29. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: 20 Jahre Dauerkrise Es gibt
ein Land, das schon seit 20 Jahren in einer Dauerkrise am Abgrund zur
Staatspleite steht: Italien. Das Land hat mit weit über 100 Prozent des
Brutto-Inlandsprodukts die höchste offiziell ausgewiesene Staatsverschuldung
der EU-Länder. Sogar noch marginal mehr als Griechenland. Der
SPIEGEL widmet sich in seiner Printausgabe diesem
Land unter dem Titel Der wahre Rettungsschirm und fragt: Kann Europa von den
Italienern lernen? In
gewisser Hinsicht schon, denn im Jahr 1994 hatte nach Angaben
des SPIEGEL die Schuldenlast ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Und zu
dieser Zeit hatten wir noch keine globale Schuldenkrise. Die Dauerkrise hat das Land
vielleicht vor dem Schlimmsten bewahrt: Es gilt keine geplatzte Immobilienblase
durchzustehen, keine Baukrise. Italien musste auch keine Banken retten. Der
Staat hatte genug mit sich selbst und seinen Schulden zu tun und kam gar nicht
erst in Versuchung, sich in neue Abenteuer zu stürzen –
so jedenfalls nach Meinung der SPIEGEL-Redakteure. Das ist
ein zu hoher Lobgesang auf ein Land, welches mit der niedrigsten Geburtenrate
Europas noch größere Probleme mit der Finanzierung der alternden Bevölkerung
bekommen wird als beispielsweise Deutschland. Denn
Italien leistet sich keinen so üppigen Sozialstaat wie andere Länder in Europa.
Man muss zusehen, für das Alter zu sparen oder zumindest seine Schulden bis
dahin getilgt zu haben. So liegt nach Angaben des SPIEGEL
die private Verschuldung der Haushalte auch nur bei 56,6 Prozent des BIP.
Selbst in Deutschland sind es mit 89,4 Prozent wesentlich mehr. Den Vogel
schießt Großbritannien mit 152,6 Prozent ab. Kein Wunder, gehört doch dieses
Land auf der britischen Insel zu den größten Blasenwirtschaften der Welt. Italiener
sind zu 80 Prozent Besitzer von eigenen Immobilien – meist ohne Schulden.
Denn die Banken verlangen aufgrund der Schwierigkeiten, einen in Not gekommenen
Schuldner sein Haus wegzunehmen, einen hohen Eigenkapital-Anteil. So kam es
auch nicht zu den Verfehlungen einer Immobilien-Blase, die ja eigentlich nur
durch billigen und jedem verfügbar gemachten Kredit in anderen Ländern getragen
wurde. Und wo die Banken kein Immobilien-Kreditportfolio in ihren Bilanzen
halten, da kann es auch nicht zu den Bankenproblemen kommen, die wir seit dem
Jahr 2008 beobachten konnten. Aber man
muss vorsichtig sein: So waren französische Banken auch nicht von der ersten
Welle der Banken-Krise betroffen. Denn sie hielten nicht die
Hypotheken-Portfolios wie amerikanische, britische und deutsche Banken. Aber
dafür stellte sich bei der EU-Staatsschuldenkrise im Mai 2010 heraus, dass die
Banken aus Frankreich den höchsten Anteil der ausfallgefährdeten Staatsanleihen
der PIIGS-Länder hielten. So wird sich wahrscheinlich
in einer nächsten Ausprägung der Banken-Krise auch der wunde Punkt der italienischen
Banken herausstellen – wo immer er auch liegen mag. Obwohl
die italienischen Staatsanleihen langfristig finanziert sind, Dank der
bereitwilligen Ankäufer aus Frankreich und von den großen italienischen
Versicherern (beispielsweise Generali), ist das Land nicht aus dem Schneider.
Denn wie in Griechenland, Spanien und auch Deutschland, sind Staatsschulden
nichts anderes als vorgezogener Konsum. Entweder die Steuerzahler der kommenden
Generationen kommen mit Hilfe höherer Steuersätze dafür auf – was ich mir
bei dem jetzt schon schwierigen Unterfangen, effektiv Steuerhinterziehung zu
vermeiden, schwer vorstellen kann – oder die Sparer im In- und Ausland
werden zukünftig einen kräftigen Haircut akzeptieren
müssen. Was
allerdings für Italien spricht, ist das fehlende Vertrauen in den Staat und vor
allen Dingen der Rückhalt in der Familie. So könnte man sich im Notfall jedenfalls
innerhalb einer vertrauten Gemeinschaft selber helfen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Im
Anschluss an solch eine massive Drückung, wie wir sie
am Dienstag erleben durften, kommt es zu einer Reihe von Effekten, die man
üblicherweise aus dem Tagesverlauf des Goldes ablesen kann. Der erste ist, dass
die Gold Kartell Banken wieder ihre aufgebauten Short-Positionen eindecken
müssen. Dazu wird üblicherweise der Goldpreis am physischen Handel - Dank der
Hilfe der befreundeten Notenbanken – unter Kontrolle gehalten. Das
konnten wir gestern sehen – aber auch heute teilweise zum Londoner P.M.
Fix, der sich nahtlos in die zu Beginn des COMEX-Handels einsetzende Drückung einreihen ließ. Der
zweite Effekt ist, dass eine Reihe spekulativer Parteien nun von Long auf Short
wechseln. Das schafft zusätzlichen Druck am Markt, eröffnet
für die Gold Kartell Banken aber auch einen Käufer für ihre Short-Positionen,
die sie wieder auflösen möchten. In diesem Umfeld kommt es dann immer wieder zu
den Ausschlägen, wie wir sie gestern und auch heute beobachten konnten. Marktberichte
sprechen trotz des technisch schlechten Umfeldes für Gold trotzdem von einer
massiven Nachfrage nach dem physischen Material. Viel Zeit bleibt dem Kartell
auch nicht mehr, denn in spätestens einem Monat wird wohl wieder die Nachfrage
aus Indien saisonbedingt anziehen. Wenn dann die ersten Longs
wieder optimistisch sind und den Goldpreis nach oben treiben, dann kann es
durch das Hinauswerfen der spekulativen Shorts wieder zu einem kräftigen
Preisschub nach oben kommen. Gold
tastete sich heute früh im asiatischen Handel vorsichtig nach oben. Kurse von
etwas über $1.165 wurden erreicht. Der sich anschließende Londoner
Vormittags-Handel bestätigte dieses Preis-Niveau. Der A.M. Fix kam mit
$1.166,00 (EUR 891,71) zustande. Im
Vorfeld des Handels an der COMEX fiel Gold dann wieder unter die Marke von
$1.165 und wurde die ersten Minuten des New Yorker Handel auf bis zu $1.160
gedrückt. Diese Marke hielt jedoch, so dass sich das gelbe Metall wieder in
Richtung von $1.165 bewegte. Der P.M. Fix mit $1.162,50 (EUR 889,31) schaffte
dann wieder etwas Druck, aber im Anschluss konnte Gold nach einigen Kämpfen doch
wieder die Marke von $1.165 nach oben durchbrechen. Zum Ende
des Handels an der COMEX stand Gold mit $1.168,50 (EUR 892,13)
auf seinem Tageshöchststand. Beobachter des Euro-Goldpreises werden
feststellen, dass der US-Dollarzuwachs von Gold durch den ebenfalls steigenden
Euro praktisch zunichte gemacht worden ist. Der
US-Dollarindex verlor heute 0,5 Punkte auf 81,6. Der Anstieg des Euros um 0,7
Prozent macht dabei wohl einen Großteil des Rückgangs dieses Index aus. Noch
stärker zeigte sich der Schweizer Franken, der fast 1,6 Prozent gegenüber dem
US-Dollar zulegte. Das ließ den Schweizer Franken gegen den Euro auf unter 1,36
CHF ansteigen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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