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Bericht für den 10. September 2010 Surprise, surprise - Freitagsdrückung Und ewig grüßt das Murmel-Tier: Wie aus heiterem
Himmel heute pünktlich zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX – die
häufig beobachtete Freitags-Drückung des Gold Kartells. Innerhalb weniger
Minuten fiel der Goldpreis von $1.248 auf bis zu $1.237 – also um mehr
als zehn Dollar. Was war passiert? Welche Nachrichten gingen über
die Agenturen? Keine. Denn das Gold Kartell versucht schon seit langer Zeit
nicht mehr, bestimmte Ereignisse als fadenscheinige Begründung für solche
Drückungen heranzuziehen. Bloomberg berichtet heute jedenfalls nur Belangloses,
beispielsweise dass JP Morgan das iPhone anstelle des
BlackBerrys testet. Auf diese Nachricht haben wir dringend
gewartet. Generell ging es den Edelmetallen heute nicht
besonders gut: Dass schließt auch Silber, Platin und das zuletzt haussierende
Palladium mit ein. Dafür ist der Ölpreis (US-Öl) um mehr als zwei Dollar auf
fast $77 förmlich explodiert. Das tut den Realrenditen der 10-jährigen US-Treasuries überhaupt nicht gut. Diese Papiere sind
gestern auf 2,76 Prozent zum Schluss des Handels gestiegen. Heute ging der
Anstieg auf bis zu 2,80 Prozent weiter (Anmerkung: Wegen der Rundung in
untenstehender Tabelle erscheint der Wert heute als unverändert). Ich hatte
gestern schon die Vermutung geäußert, dass hier etwas im Argen liegt. Heute
folgte die Bestätigung in Form des massiven Ölpreis-Anstiegs. Ich bin gespannt, wie lange die Notenbanken es
durchhalten, die Märkte mit Liquidität zu fluten und dabei gleichzeitig die
Gefahr einer Starkinflation wegen hoher Ölpreise riskieren werden. Selbst in
Deutschland mit seinem hohen Abgabenanteil auf Mineralöl-Produkte und Erdgas
fallen den Bürgern derzeit zweistellige Energiepreis-Erhöhungen auf. Die Mär der Deflation oder historisch niedriger
Inflationsraten wird sich bald im Pulverdampf der Preisexplosion der
erdölabhängigen Produkte auflösen. Wenn dies selbst den letzten
gehirnamputierten Portfolio-Managern in Versicherungen, Banken und Pensionsfond
auffällt, dann werden diese feststellen, dass nicht zwei Komma irgendetwas
Prozent ein angemessener Zinssatz für solche Papiere wären, sondern mehr als
zehn Prozent. Das würde die Bond-Blase jedoch augenblicklich platzen lassen und
die komplette Affenherde würde in andere Anlageformen flüchten wollen. Deshalb werden wir nächste Woche wieder
Deflations-Spielereien beobachten können, die das System aber immer näher an
den Rand des Abgrunds bringen werden. Die Panik nach dem Unterschreiten der
10.000er-Marke beim Dow Jones Aktienindex steckt vielen Notenbanker noch immer
ins Gesicht geschrieben. Zum heutigen Geschehen an den Gold-Märkten: Gold begann den heutigen Handelstag im asiatischen Markt
positiv mit Kursen jenseits der Marke $1.245. Denn gestern Abend nach Schluss
des Handels an der COMEX musste das Kartell den Preis noch
um vier Dollar nach unten drücken. Das ist üblicherweise ein Hinweis darauf,
dass am morgigen Tag die Preis-Drückung fortgesetzt werden soll. Im Londoner Vormittags-Handel ging es dann langsam
aber stetig weiter nach oben. Zum A.M. Fix mit $1.248,75 (EUR 980,95) wurde dann fast wieder der gestrige Goldpreis zum COMEX-Schluss erreicht. Auf 24-Stundenbasis musste Gold
aber fünf Dollar abgeben. Zum frühen Nachmittag konnte sich das gelbe Metall
auf bis zu $1.250 hocharbeiten, fiel aber in der
folgenden Stunde bis zur Eröffnung der COMEX um wenige Dollar zurück. Sodann
setzte mit Eröffnung der COMEX die oben beschriebene Freitags-Drückung ein. Diese wurde aber zum großen Teil wieder pariert und
mit einem Kurs von $1.246,50 (EUR 981,88) zum Londoner
P.M. Fix war ein Großteil der Verluste wieder wettgemacht. In den restlichen Handels-Stunden der COMEX stieg
Gold erneut auf $1.250 an – aber diese Marke konnte zum zweiten Mal nicht
gehalten werden, so dass die Marktteilnehmer aufgaben und
Gold bei einem Stand von $1.245,30 (EUR 979,01) ins Wochenende entließen. Minus
drei Dollar lautete die heutige Schadensquote. Wichtige Marktdaten im Überblick
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