|
Bericht für den 14. September 2010 Deutsche Katerstimmung Was haben wir denn da? Bloomberg: German investor
confidence fell more than economists
forecast to an 19-month low
in September as budget cuts
across the euro region and slowing global growth clouded the outlook for
Europes largest economy. The ZEW Center for European Economic Research in Mannheim said its index
of investor and analyst expectations, which aims to predict developments six months ahead, dropped
to minus 4.3 from 14 in August. Thats
the fifth monthly decline and the lowest since
February 2009. Das Mannheimer Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung ist besonders stolz darauf, dass sein ZEW-Index
als einer der am weitesten voreilenden Indikatoren für die weitere
Konjunktur-Entwicklung in Deutschland gilt. Nun ist dieser Index nicht nur zum
fünften Monat in Folge gefallen, sondern er ist geradezu crashartig von einem
Wert von Plus 14 im Vormonat auf nunmehr Minus 4,3 eingebrochen. Was das für Auswirkungen auf die Real-Konjunktur in
einigen Monaten haben wird, kann man nur erahnen. Außerdem ist bedenklich, dass
der Indikator auf ein 19-Monatstief gefallen ist. Und dieses Tief lag im
Februar 2009 – also den Zeitpunkt, wo die Krise von den Finanz-Märkten
nach der im Herbst 2008 ausgelösten Bankenkrise auf die Real-Wirtschaft
übersprang. Heute war ein Tag von mehreren Megaereignissen:
Gold überschritt im Londoner Nachmittags-Handel mit $1.265,50 (EUR 982,76)
seine bislang gehaltene Höchstmarke von Mitte des Jahres. Aber auch der
Schweizer Franken (CHF) lässt sich nicht lumpen: Die Parität zum US-Dollar
wurde erreicht und nach oben durchstoßen. Ein Franke kostet damit nun mehr als
ein Dollar. Der Franken liefert sich schon seit Wochen und Monaten ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem Gold. Zu stark ist der Wunsch
der Investoren nach einem sicheren Hafen. Und da scheint Vielen immer noch die
Währung der Eidgenossen einzufallen. Die heutige Entwicklung hat Bill Murphy von GATA in einem heute früh (gegen 5:30 Uhr MEZ) verschickten MIDAS ALERT prognostiziert. Dort heißt es: The reason for this alert is that I suspect, as a former limit position commodity trader, that the weak hand of the JP Morgan and allies short position, was just called into bluff ? and I THINK, that the JPM camp blinked and is standing a bit naked. Gold and silver prices are likely to explode from here. This could be a historic pricing period for precious metals. BINGO: Anscheinend sind JP Morgan und ihre
Drücker-Freunde diesmal zu weit gegangen. Der Versuch, im gestrigen Access
Market den Silber-Preis unter die Marke von $20 zu drücken, misslang bereits
heute früh im asiatischen Handel. Gold, das seit einigen Tagen unter Druck des
Gold Kartells stand, konnte ebenfalls im frühen Handeln gut performen. Welche Mengen Liquidität müssen derzeit in die
Märkte gepumpt werden? Denn nicht nur die Papiergeldsystem-Feinde Gold und
Silber stiegen heute, noch viel extremer sind die Anstiege bei den beiden
Metallen der PGM-Gruppe: Palladium mit einem
Tagesplus von $18 (entspricht 4,0 Prozent) und Platin mit einem Anstieg von $38
(2,5 Prozent). Für Gold war heute bei knapp über $1.276 Schluss.
Denn es gibt immer noch das besonders verbissen umkämpfte maximale
Anstiegs-Dogma von 2 Prozent pro Tag des Gold Kartells. Und wenn wir
nachrechnen, dann durfte Gold heute maximal auf $1.270 steigen. Diese Linie
wurde zwar mit einigen Ausfransungen verteidigt, aber sie scheint noch zu
halten. Erst wenn Gold mehr als diese zwei Prozent pro Tag
steigen sollte, dann sind dem Gold Kartell wohl ihre letzten wirksamen Waffen
ausgegangen. Beträgt der tägliche Anstieg dann sogar hundert US-Dollar und
mehr, dann ist von einem schnellen Ende unseres derzeitigen
Papiergeld-Finanzsystems auszugehen. Der COMEX-Schlusskurs lag
mit $1.270,20 (EUR 975,20) fast genau auf der Marke des täglich erlaubten
Goldpreis-Anstiegs. Wer den P.M. Fix ($1.265,50) allerdings auf Euro-Basis
(€982,76) mit dem COMEX-Schlussstand vergleicht, der
wird feststellen, dass Euro-Gold bereits wieder um sieben Euros gefallen ist.
Das Gold Kartell kämpft wirklich erbittert um diese Marke. Auch der Euro schwächelte
heute gegen den Franken, konnte seinen Tagesverlust von knapp 0,7 Prozent (dann
bei 1,288) aber zum Abend wieder wettmachen. Hat die SNB erneut in den Markt
eingegriffen? Ein weiteres Indiz dafür, dass die Aktien-Märkte nicht
durch Daten der Realwirtschaft getragen werden, sondern nur durch die
Liquiditäts-Spielereien der Notenbanken: Trotz des katastrophalen ZEW-Index beendete der DAX den Handel heute sogar noch
leicht im Plus. Wir hätten aber wegen der Befürchtung einer Double-Dip
Rezession mit einem kräftigen Abschlag von mindestens zwei Prozent rechnen
müssen. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||