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Bericht für den 21. September 2010 Sinnloses Warten An solchen Tagen wie
heute – mit dem FOMC Meeting und der Verkündung der Ergebnisse für die
Öffentlichkeit um 20:15 Uhr MEZ – braucht man überhaupt nicht anzufangen,
einen Kommentar über den heutigen Verlauf des Goldmarktes zu schreiben. Es gab drei Optionen für
den heutigen Tag: Entweder die FED entscheidet überhaupt nichts und der
Goldpreis bleibt vor und nach der Entscheidung in etwa auf gleichem Niveau
stehen. Oder der Goldpreis wird im Vorfeld der Entscheidung (moderat) gedrückt
und die FED entscheidet prinzipiell für eine zukünftige Ausweitung ihrer
Stützungsmaßnahmen. Und zuletzt: Der Goldpreis wird kräftig gedrückt und die
FED lanciert ein neues Quantitative Easing (QE)
Paket. Heute war der Tag von
Option 2: Es kam zu einer signifikanten Drückung (über $5) und nach Verkündung
der FOMC Entscheidung konnte Gold die Drückung wieder (über)kompensieren und in
den positiven Bereich vordringen. Zum COMEX-Schluss
um 19:30 Uhr MEZ, also 45 Minuten vor der Veröffentlichung der Entscheidung des
FOMC, ist Gold um $6,70 auf $1.273,00 gefallen. Minuten später auf über $1.285
und bis über $1.290 gestiegen. Option 2 war heute die richtige Entscheidung. Aber die
Euro-Goldbesitzer konnten sich trotzdem nicht freuen: Denn Euro-Gold ist wegen
des stark fallenden US-Dollars im Anschluss an die FED-Sitzung im Tagesverlauf
ebenfalls gefallen. Der US-Dollar notiert inzwischen wieder unterhalb der
Parität zum Schweizer Franken. Der Euro befestigt sich aber weiter gegenüber
der Währung seines kleinen Nachbarn. Dumm, dümmer, EZB: So
kann man derzeit die Geldpolitik der Europäer umschreiben. Dort werden nämlich
jegliche Dreckassets zu Nennpreisen durch die EZB monetarisiert. Im Gegensatz zum nordamerikanischen
Bankensystem werden nämlich die dort in den Büchern befindlichen Assets wie Immobilien-Hypotheken nicht abgeschrieben. Das
heißt diese Papiere stehen noch zu historischen Höchstpreisen in den Büchern,
für die eigentlich kein Markt mehr bestehen würde. Aber da die Banken auch
nicht billiger verkaufen wollen, sind die Objekte auch nicht billiger zu
erwerben. Es werden also nicht nur die Immobilien-Besitzer und zukünftige
Käufer von solchen Objekten betrogen (denn die denken fälschlicherweise, dass
sie Immobilien als Schutz gegen Inflation erwerben können) – auch die
europäischen Sparer glauben immer noch, dass ihre Einlagen bei den Banken
sicher seien. In Europa wird das ein
besonders böses Erwachen sowohl für die Sparer als auch die neuen
Immobilien-Gläubigen geben. Europa hat also
entschieden, den Weg der japanischen Zombie-Banken zu gehen: Mit
Phantom-Vermögen für die Bankkunden und jahrzehntelanger Deflation und
Wirtschafts-Rückgang. Die Europäer sind eben wie die Japaner gestrickt: Man
begeht eher gemeinsam Harakiri, als dass man die Fehler einräumt und die
Konsequenzen mit zum Teil erheblichen Preisabschlägen bezahlt. Vor diesem Hintergrund
ist eigentlich nicht verständlich, warum die europäische Währung gegenüber dem
US-Dollar überhaupt so hoch bewertet wird. Aber eigentlich ist es klar: Die USA
sind bezüglich der Vermögenswerte einfach ehrlicher als die Europäer. Wie viele
Deutsche geraten in finanzielle Probleme, wenn ihre auf Kredit finanzierten
Ferienhäuser auf Mallorca plötzlich nur noch 30 Prozent ihres Nennwertes
hätten? Leider sind die Leute gerade
bei Themen wie der völligen Blindheit gegenüber Immobilien-Investment
beratungsresistent. Und so müssen sie eben den Weg der doomed
oder mega-doomed Gruppen gehen, den Walter
Eichelburg & Co vollkommen sachgerecht beschreiben. Wichtige Marktdaten im Überblick
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