Bericht für den 22. September 2010

 

1.300er-Grenze voraus

 

Mit dem seit der gestrigen FED-Entscheidung rasant fallenden US-Dollar nahm Gold heute Anlauf auf die Marke von $1.300. Das hätte eigentlich aus markttechnischen Gesichtspunkten klappen müssen, denn der Euro-Goldpreis ist die letzten Tage gefallen. Aber das Gold Kartell möchte diese Marke nicht so schnell aufgeben – und so wurden wohl wieder mächtige Mengen neuer Short-Positionen an der COMEX eingegangen, um den Preisanstieg zu blockieren.

 

Dabei war das gelbe Metall nur noch fünf Dollar von der Marke von $1.300 um den Zeitraum des Londoner P.M. Fixes entfernt. Das heißt es gab auch eine entsprechend große physische Nachfrage nach dem Metall. Aber kurz nach Ende des Londoner Handels wurde im Derivate-Handel Gold auf bis zu $1.290 gedrückt. Auf diesem Niveau verblieb Gold dann bis zum Ende des Handels an der New Yorker COMEX – ein Schlusskurs von $1.290,20 wurde festgestellt.

 

Weiter positiv entwickelt sich Silber, das sich in großen Schritten seinem Höchststand aus dem Jahr 2008 nähert. Nachdem erst kürzlich die lange verteidigte Marke von $20 überschritten wurde, fiel heute auch die Marke von $21.

 

Top-Favorit des heutigen Tages war Palladium, das auf $543 um $13 anstieg. Von den vier Edelmetallen war es heute das einzige, das in Euro gerechnet leicht zulegen konnte.

 

Die beiden Londoner Fixings beim Gold kamen mit $1.291,75 (EUR 966,16) zum Vormittag und $1.293,50 (EUR 963,50) zum Nachmittag mit signifikanten Gewinnen in US-Dollar zustande. Auf Euro-Goldbasis gingen jedoch sieben Euro verloren. So richtig Freunde kommt dabei in unseren Landen nicht zustande.

 

Aber es ist erst einmal wichtig, dass die Schlacht Gold gegen Dollar erfolgreich geschlagen wird. Mit den großen Problemen im Euro-Raum wird der Euro-Goldpreisanstieg dann ganz von allein kommen. Wahrscheinlich wieder in sehr großen Schritten wie zur Euro-Krise im Frühjahr des Jahres. Denn die Probleme im europäischen Banken- und Immobilien-Sektor sind um ein vielfaches größer als in den Vereinigten Staaten. Und die EZB ist in Wirklichkeit keine Inkarnation der für Stabilität stehenden Bundesbank, sondern ein noch viel größeres Sodom und Gomorrha als die amerikanische FED.

 

Der US-Dollarindex gab heute kräftig um 0,7 Punkte auf 79,8 nach. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes gaben weiter nach, verharrten aber aufgerundet bei der gestrigen Marke von 2,6 Prozent. Der Quotient aus beiden Werten steht mit 30,7 leicht niedriger da als noch am gestrigen Tag.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.291,75

(€966,16)

$1.278,75

(€972,88)

+ $13,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.293,50

(€963,50)

$1.275,00

(€971,13)

+ $18,50

COMEX Schlusskurs

$1.290,20

NA

$1.273,00

NA

+ $17,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$21,08

(€15,76)

$20,76

(€15,81)

+ $0,32

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.632,00

(€1.218,35)

$1.615,00

(€1.230,50)

+ $17,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$543,00

(€405,40)

$530,00

(€403,80)

+ $13,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,8

80,5

- 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

2,6 %

2,6 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

30,7

31,0

- 0,3

 

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