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Bericht für den 23. September 2010 Historische Blasen Es gibt Analysten, die
sehen in dem derzeitigen Preisanstieg von Gold und Silber die ersten Anzeichen
für eine Blase. Beide Metalle sind in US-Dollar berechnet in etwa um 400
Prozent angestiegen. Dabei gab es im
Edelmetall-Sektor in der Vergangenheit weit größere Anstiege. So war Palladium
im Jahr 2001 um über 1.200 Prozent auf $1.100 pro Feinunze angestiegen, bevor es dann innerhalb von zwei Jahren auf $200
zurückfiel. Oder betrachten wir
Silber und Gold im Jahre 1980: Gold ist bis zu jenem
Jahr um knapp 2.300 Prozent angestiegen, Silber sogar um 3.100 Prozent. Gold
müsste heute bei $6.200 die Feinunze stehen und Silber bei $135, würde man den
damaligen Anstieg hochrechnen wollen. Das sind natürlich nur
Rechenbeispiele. Sie zeigen aber, dass die beiden Edelmetalle noch weit von
vergleichbaren Blasen der Vergangenheit entfernt sind. Und dann muss man
natürlich noch bedenken, dass der Anstieg um 400 Prozent auf Basis des
Tiefstandes um die Jahrtausendwende berechnet wurde. Damals dachte die Welt,
mit Spekulation auf Aktien und Internet-Technologie den heiligen Gral ewiger
Prosperität gefunden zu haben. Die Bank of England trennte sich von einem
Großteil ihrer Goldreserven in einer öffentlich angekündigten Auktion. Das
waren die wahren Hintergründe, warum zumindest Gold zu jedem Zeitpunkt auf
seinem Tiefpunkt angekommen war. Wobei selbst diese
Betrachtungsweise außer Blick lässt, dass Anfang der 70er-Jahre das Gold sich
von seinem damaligen festen Dollar-Umtauschverhältnis von $35 die Feinunze
lösen konnte. Der Tiefpunkt von $250 im Jahr 1999 war dann schließlich noch ein
fast dreißig Jahre ausdauernder Anstieg um 615 Prozent. Die Demonetarisierung
des Goldes ist den Notenbanken also doch nicht so geglückt, wie es auf den
ersten Anblick schien. Was wir die letzten zehn
Jahre sehen, ist einfach nur eine Gegenbewegung eines Trends, der sich seit den
70er-Jahren fortsetzte: Die hemmungslose Inflationierung
des Papiergeld-Systems durch Banken, Politiker und Notenbanken im Verbund.
Genau diese faustische Verbindung hat gerade durch ihre Maßnahmen zur
Goldpreis-Drückung dazu beigetragen, dass das gelbe
Metall über die letzten Jahre nicht nur ein Schnäppchen für die erkennenden
Investoren blieb. Sondern auch, dass es zu keinen blasenartigen Anstiegs-Orgien
gekommen ist. Dabei wäre das zumindest seit dem Jahr 2008 durchaus angemessen
gewesen: Denn unser Finanz-System ist bis zum Zerreißen überspannt und kann in
jedem Augenblick zusammenbrechen. Wo im Jahr 1980 die panikartige Flucht in
Gold übertrieben zu sein schien, so wäre sie heute
angebracht. Aber nichts dergleichen passiert. Vielmehr stehen die
Gold-Investoren zwar vor zweistelligen prozentualen Zuwächsen ihres Portfolios
pro Jahr, mehr aber nicht. Auch das spricht gegen eine Blase bei Gold und
Silber. Nun zum heutigen Verlauf
am Gold-Markt. Der war nämlich wieder geprägt von den Versuchen
des Gold Kartells, die Euphorie der Investoren in Gold zu beruhigen. Vor
dem Hintergrund einer anstehenden Quantitative Easing
Initiative II (QE2) ist das auch kein Wunder. Denn im Gegensatz zu den
Ereignissen, die sich im Herbst 2008 der Pleite von
Lehman Brothers anschlossen, scheinen die Folter-Instrumente der Notenbanken
nicht mehr richtig wirken zu wollen. Vielleicht sehen wir dann – wie seinerzeit
nach der Verkündung von QE1 einen Goldpreis-Anstieg von $50 und mehr, der dann
aber nicht mehr mit kräftigen Drückungs-Maßnahmen pariert werden kann. Heute gab es zumindest
ein Versüchchen, den Goldpreis zu Beginn des Handels
an der New Yorker COMEX zu drücken. Mit sechs Dollar und einem Tagestiefstand
von $1.286 ging löste sich diese Maßnahme schnell wieder in Pulverdampf auf. Die
Reaktion der Gegenseite blieb nicht aus: Mit einem Schlussstand von $1.294,30
zum COMEX-Handelsende erreichte der Goldpreis seinen
heutigen Höhepunkt. Gleichzeitig gab der Euro wieder nach, so dass sich Gold
wieder oberhalb der Marke von 970 Euro etablieren konnte. Ansonsten verlief der
Handel relativ ruhig – bei einer maximalen Schwankungsbreite von acht
Dollar auch kein Wunder – und die beiden Londoner Marken bewegten sich im
Vergleich zum gestrigen Tag entweder unverändert oder mit leichten (US-Dollar)
Abschlägen. Die Weißen Edelmetalle
waren auch entweder unverändert oder sie gaben marginal nach. Der
US-Dollarindex legte um 0,4 Punkte auf 80,2 zu. Wichtige Marktdaten im Überblick
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