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Bericht für den 27. September 2010 September-Gefechte Wer die
Goldpreis-Entwicklung für diesen Monat Revue passieren lässt, den fällt
zweifelsohne der hart ausgetragene Kampf um die Marke von $1.300 auf. Es hat
fast den Anschein, als würde das Gold Kartell um sein Leben kämpfen, wenn diese
Marke fallen sollte. Zumindest die Drücker
von JP Morgan, HSBC, Deutsche Bank und andere sollten ein hinreichend großes Incentive-Paket angeboten bekommen haben, damit diese Marke
eben nicht so schnell fällt. Dabei wurde im September letzten Jahres um eine
viel wichtigere Marke – Gold $1.000 – genauso verbissen gekämpft. Oder geht es dem Gold
Kartell nur darum, dass Gold pro Jahr nicht mehr als
30 Prozent steigen darf? Dabei sind die makroökonomischen Umstände für Gold
weiterhin positiv: Denn die Wirtschaft lahmt, die Notenbanken müssen immer neue
Gelddruck-Programme auflegen, um das Finanzsystem überhaupt noch notdürftig am
Leben zu erhalten und eine Staaten-Krise folgt auf die nächste. Heute war
Irland im Mittelpunkt des Interesses. Da ist es eigentlich
völlig egal, wann Gold die Marke von $1.300 nachhaltig durchbrechen wird
– denn der in den letzten 12 Monaten um 30 Prozent gestiegene Goldpreis
wird in den nächsten 12 Monaten um mindestens denselben Prozentsatz steigen:
Nächstes Jahr würden wir dann bei der Marke von $1.700 genau dieselbe
Beobachtung wie heute oder vor einem Jahr machen – wenn das Finanzsystem
bis dahin überhaupt noch zu stabilisieren ist. So langsam kommen auch dem
letzten Optimisten Zweifel, mit welchen Mitteln man überhaupt noch die nächsten
6 bis 12 Monate überleben kann. Interessanterweise ist
Euro-Gold trotz des erstärkten US-Dollars gestiegen. Ende letzter Woche ist
Gold in US-Dollar gestiegen aber in Euro zum Teil signifikant gefallen. Dass Gold
mit einem starken Euro auch in Euro bewertet stärker notiert, haben wir die
letzten Monate schon einige Male beobachten können. Zum heutigen Verlauf am
Goldmarkt kann man eigentlich nur feststellen, dass mit
Beginn des Londoner Vormittags-Handels bis zum Schluss des Handels an der New
Yorker COMEX die Kursverläufe kongruent mit denen am Freitag waren. Der einzige
Unterschied war heute der asiatische Handel, wo Gold um wenige Dollar höher
notierte als noch am Freitag. Die wichtigen
Preis-Marken bestätigen das: Der A.M. Fix mit $1.298,25 (EUR 965,74) wich um
marginale 25 Cent vom Freitags-A.M. Fix ab, der P.M.
Fix mit $1.297,00 (EUR 963,74) war sogar unverändert und der COMEX-Schluss mit $1.297,00 war um 50 Cent höher als noch
zu Wochenschluss in New York. Egal, wie dieser Kampf
auch ausgehen wird: Eine Entscheidung wird kurzfristig in die eine oder andere
Richtung fallen müssen. Ein stärkendes Element für Gold ist derzeit gerade
Silber, das in der Vergangenheit immer zuerst die Prügel anstelle von Gold einstecken
musste. Diesmal setzt sich das weiße Metall an die Spitze der Bewegung. Die beiden PGM-Metalle Platin und Palladium gaben heute einen Teil
ihrer Gewinne der letzten Woche wieder ab. Die Krise um Irland ließ
die US-Treasuries wieder kräftig ansteigen: Die invers zum Kurs verlaufenden Realzinsen gaben heute für die
10-jährigen Papiere um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent nach. Der von mir
ermittelte Quotient aus dem praktisch unverändertem US-Dollarindex und den
Realrenditen schnellte mit 1,2 Punkte auf 31,7 in die Höhe. Wichtige Marktdaten im Überblick
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