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Bericht für den 29. September 2010 Trügerische Ruhe Nach dem gestrigen
ereignisreichen Tag ging es heute wesentlich gemächlicher zu – jedenfalls
was Gold betrifft. Silber und die beiden anderen weißen Edelmetalle der PGM-Gruppe setzten ihren Höhenflug fort. So legte Silber
beispielsweise im Tagesverlauf weitere 20 Cent zu und steht nun nur noch knapp
vor der Marke von $22. In ähnlicher Größenordnung stieg Platin. Lediglich
Palladium konnte heute mit einem Tagesplus von 1,25 Prozent noch stärker
zulegen. Gold dagegen schwankte
den ganzen Tag um die Marke von $1.310 – wobei die Kurse des gelben
Metalls sich vorzugsweise unterhalb der $1.300er-Marke bewegten. Der US-Dollar schwächelte insbesondere gegenüber dem Euro weiter, was in
der Vergangenheit mit Preisanstiegen der Edelmetalle einherging. Dafür nähert sich das
US-Öl wieder mit knapp $78 – einem Tageszuwachs von knapp zwei Dollar
– bedenklich der kritischen Marke von $80. Eigentlich war Öl der heutige
Favorit, denn es ist um 2,5 Prozent viel stärker als die Edelmetalle
angestiegen. Auch die Aktienmärkte haben beispielsweise mit dem bei 10.850
Punkte notierenden Dow Jones Industrial Average (DJIA)
ausreichend Puffer nach unten, um einen von der FED und anderen Notenbanken
ausgelösten deflationären Dämpfer, der hauptsächlich gegen den starken Ölpreis
gerichtet sein dürfte, abzufedern. Der Yen leidet sowieso
an Aufwertungs-Fieber und der Euro könnte wegen der Probleme mit Irland und
anderen Staaten der Südschiene schnell wieder kräftig an Wert verlieren. An
Begründungen auf Bloomberg und anderen Finanz-Medien würde es also nicht
scheitern. Indikatoren für eine solche Entwicklung wären dann ein gegenüber dem
US-Dollar kräftig steigender Yen-Kurs, der insbesondere das US-Öl treffen
würde. Gleichzeitig ein zum Dollar schwächerer Euro, womit die Edelmetalle
wieder unter Druck gerieten – wobei sich Gold auf eine solche breit
streuende Intervention der Notenbanken immer noch am besten halten konnte. Im Übrigen muss JP
Morgan für seine riesigen Silber-Shorts an der COMEX eine baldige Lösung finden, da ansonsten die Verluste ins astronomische steigen
könnten. Wichtig für die gestrige
Preisentwicklung beim Gold war, dass sich die
erreichten Preismarken jenseits von $1.300 zu den beiden Londoner Fixings im
physischen Handel bestätigen ließen. Der A.M. Fix kam mit $1.307,50 (EUR
962,39) um knapp $19 und der P.M. Fix mit $1.307,00 (EUR 961,26) um $13 höher
als noch am gestrigen Tag zustande. Das ist wichtig, da Gold sich damit einen
soliden Abstand zur gestern hart erkämpften Marke erarbeiten konnte. Zum Schluss der New
Yorker COMEX schloss Gold mit $1.309,50 sogar knapp unterhalb der Marke von
$1.310. Wer hätte das vor wenigen Tagen noch gedacht. Der US-Dollarindex
(USDX) bleibt unter Druck und verlor weitere 0,3 Punkte auf 78,7 Zähler. Die
10-jährigen US-Staatsanleihen beendeten ihren Höheflug erst einmal und
tendierten mit einer Real-Rendite von 2,5 Prozent unverändert. Im 12-Monatvergleich hat
Gold mit einem Zuwachs von knapp $320 einen Jahresanstieg um 32 Prozent zulegen
können. Auf Euro-Basis entspricht der Zuwachs von nominell €280 sogar einem
Jahresanstieg von 41 Prozent. Wir Eurogold-Investoren brauchen uns bei unserer
Performance überhaupt nicht hinter unseren amerikanischen Kollegen verstecken.
Wir sind zwar knapp €70 von dem Höchststand Anfang Juni entfernt, aber zu
diesem Zeitpunkt herrschte Panik und nackte Überlebens-Angst um unsere
Euro-Anlagen. Und wer in Panik kaufen muss, der kauft eben teurer ein als
andere. Wichtige Marktdaten im Überblick
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