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Bericht für den 30. September 2010 Unterm Strich zähl ich Der nach dem
Sarrazin-Buch unkoordiniert herumflatternde Politiker- und Medien-Hühnerhaufen
versucht es mit einer neuen Strategie, sein Abtreten von der gesellschaftlichen
Bühne herauszuzögern. Erst wollte man mit der
altbekannten Nazi-Keule Thilo Sarrazin in die Ecke der durch Führungsoffiziere
des Verfassungsschutzes künstlich am Leben erhaltenen NPD abschieben. Als dann
trotz dieses Versuchs die Zustimmungsraten im Volk immer noch weit oberhalb von
50 Prozent verharrten, hat man es mit Bürger-Beschimpfung probiert.
Beispielsweise in dem man schlechter gebildete Schichten der Gesellschaft in
eine ausländerfeindliche Ecke manövrieren wollte. Dabei hat man aber vergessen,
dass diese Schichten eben diejenigen sind, die täglich in Bezirken wie
Berlin-Neukölln am eigenen Leibe und mit ihren Familien die Probleme unserer
Zuwanderungs-Politik zu spüren bekommen. Und nachdem auch das nicht fruchten
mochte, versucht man nun Soziale Kriege wegen einer immer stärker
wachsenden Lücke zwischen Arm und Reich herbei zu philosophieren. SPIEGEL-Redeakteur Richard David Precht
bemühte sich heute unter dem Titel Soziale Kriege mit Wahrheits-Klitterung, wo er
von einem Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht
sprach. Und probierte in altbekannter Manier das Thema in ein völlig abstraktes
Parallel-Universum zu verschieben: Es gibt
Integrationsprobleme von Migranten in Deutschland, es
gibt einen Moralverlust in allen sozialen Schichten, einen Sittlichkeitsverfall
im öffentlichen Umgang, eine Enthemmung bei Sex und Gewalt, eine soziale
Erosion der Mittelschicht und vor allem: Desorientierung. Und aus dieser
Parallel-Welt konstruiert er zwei moralische Kulturen, die völlig losgelöst von
Themen wie Christentum und Islam als Raumschiff schwerelos im Weltall schweben:
Das Ethos des Sozialen und das Ethos des Dissozialen. Bedrohlich sei nach Precht die Moralferne der
Halbintegrierten. Und er schließt dabei die Deutschen explizit mit
ein. Nachdem er dann das Migranten-Problem geschickt
wegdefiniert hat, kommt er zu folgendem Schluss: Es
ist die Angst vor einem Sozialkrieg. Es gibt viele Deutsche und Migranten, die sich zu dieser Wertegemeinschaft nicht mehr
zugehörig fühlen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, die
Milieus ohne Tugenden werden vermutlich wachsen: Eure Werte, euer sozialer
Friede und eure Moral sind uns scheißegal! Da kann sich der SPIEGEL-Redakteur auch noch so stark als moralisches
Gewissen der Nation aufspielen wie er will. Denn alle Aspekte des
Moralverlusts, die in dem Bericht bemängelt werden, haben ihren Ursprung genau
bei denjenigen Gruppen der Moralapostel, Gutmenschen und Sozialpolitiker, die
diesen Moralverlust jetzt zu kritisieren scheinen: Erst haben sie die Kirche
als Institution, welche die Gesellschaft moralisch zusammenhalten soll durch
eine Hilfsreligion des grenzenlosen Konsums zu Lasten der nächsten Generation
zerstört und die Restkirchen zu Hilfsorganisationen des sozialpolitisch-industriellen
Komplexes degradiert. Dann haben sie mit ihrer Sozialpolitik ihr eigenes Brot
und Spiele Prekariat geschaffen, das staatlich
gesponsert ihre Macht ausweiten und die Mehrheiten bei den nächsten Wahlen
sicherstellen soll. Und zuletzt sind unsere Politiker einen faustischen Pakt
mit der Finanz-Branche zur Finanzierung ihrer Wohltaten eingegangen, die das
Geld der Bürger veruntreut hat und nun vor einem Scherbenhaufen stehen. Bei der
Vermögenssicherung bleibt den Bürgern wegen Zombie-Banken, welche die
Kundengelder in Schrott-Immobilien und PIIGS-Staatsanleihen
versenkt haben, technisch insolventen Versicherungs-Gesellschaften und dem
untergehenden Sozialstaat der demokratischen Gerechtigkeits-Politiker
eigentlich nur eine Alternative: Nämlich nach der Prämisse Unterm Strich zähl ich zu
handeln. Wer um Himmels Willen
soll sich denn noch einer Wertegemeinschaft zugehörig fühlen, wenn diese
vermeintliche Wertegemeinschaft nichts anderes tut, als den Bürger permanent zu
betrügen und auszuplündern. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus moralisch angemessen,
sich auf den Urkern der Wertegemeinschaft zu konzentrieren – nämlich der
eigenen Familie. Das mag zwar vordergründig nach einer dem Unterm Strich zähl ich
Maxime aussehen, ist aber nichts weiteres als eine verständliche Reaktion
derjenigen Bürger, die das Spiel hinter den Kulissen verstehen - oder zumindest
erahnen. Wenn eine Notenbank nicht mehr für Geldstabilität steht, sondern für
ungehemmtes Weginflationieren des Schulden-Problems,
dann braucht sich keiner zu wundern, wenn die Erkennenden in den sicheren Hafen
des Goldes einlaufen. Kommen wir nun zu der
heutigen Marktentwicklung. Zuerst einmal einen Blick auf den Ölpreis. Denn
dieser ist heute erneut um knappe zwei Dollar gestiegen und steht nur noch ein
Quäntchen vor der Marke von $80. Hier wird bald etwas passieren müssen. Im
Prinzip muss es das sogar, weil sonst die schöngefärbten Inflationszahlen nicht
mehr geglaubt werden. Denn im Gegensatz zu Europa, wo der Benzinpreis zu zwei
Drittel aus Steuern und Abgaben besteht und sich ein Anstieg der
Beschaffungskosten für Rohöl nur zu circa ein Viertel auf den Endkunden-Preis
niederschlagen kann, umfasst in den Vereinigten Staaten der Beschaffungspreis
für Rohöl fast drei Viertel des an der Zapfsäule bezahlten Preises. Das heißt
in den USA schlägt eine Erhöhung des Ölpreises fast ungebremst auf den
Zapfsäulen-Preis durch. Die monetären Maßnahmen,
welche die Notenbanken in der Vergangenheit ergriffen haben, um den Preis des
Rohöls zu drücken, wirken wie eine breit streuende Schrotflinte: Sie treffen
nicht nur Öl, sondern auch die Edelmetalle und die Aktien-Märkte. Mit dem
heutigen Anstieg ist eine solche Intervention wahrscheinlicher geworden. Bei den Edelmetallen stand
Gold heute früh im asiatischen Handel zwar etwas unter Druck. Aber mit Eröffnung
des Londoner Vormittags-Handels drehte sich die Entwicklung schnell wieder um.
Um 11:30 Uhr MEZ stand Gold zum A.M. Fix mit $1.311,00 (EUR 960,09) um knapp vier
Dollar über dem Fixing vor 24 Stunden. Mit Eröffnung der New
Yorker COMEX änderte sich diese Tendenz nicht, bis kurz vor dem Londoner P.M.
Fix. Dieser kam kann mit $1.307,00 (EUR 958,35) wenige Dollar niedriger als
noch am Vormittag zustande. Auf 24-Stundenbasis aber trotzdem unverändert. Gegen 16:30 Uhr MEZ
setzte dann die erwartete Drückung ein. Um 17:30 Uhr wurde dann die Marke von
$1.300 nach unten durchstoßen. Aber diese Drückung hielt nur kurz stand und
Gold konnte sich schnell wieder oberhalb der Marke von $1.300 etablieren. Zum Handelsende an der COMEX notierte Gold dann mit $1.308,50
nur einen Dollar schwächer als gestern zur gleichen Zeit. Erneut ist eine Drückung
kläglich gescheitert. Lediglich Silber und Palladium gaben im heutigen
Tagesverlauf um 10 Cent beziehungsweise drei US-Dollar nach. Platin stieg heute
erneut um neun Dollar an – im Gleichklang mit Öl, das gegen 20:30 Uhr MEZ
die Marke von $80 erreichen konnte und im Tagesverlauf fast drei Prozent
zulegte. US-Dollarindex und die
Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen blieben heute unverändert. Die nächsten Tage werden
spannend werden. Wichtige Marktdaten im Überblick
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