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Bericht für den 15. Oktober 2010 Wochenend-Kurspflege beim Gold Zum zweiten Tag in Folge
sind die Real-Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen (Treasuries) um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Dadurch ist trotz des
etwas stärker tendierenden US-Dollars – beim USDX gab es heute einen
leichten Anstieg um 0,2 Punkte – der Quotient aus USDX und den Renditen
seit mehreren Wochen mit 29,5 Punkten unter die 30-Punktemarke gefallen. Das war meines Wissens nach zuletzt im August der Fall. Die Finanzpresse sieht
auf dem Bondmarkt auch die Talsohle der längerfristigen Zinsen als erreicht an.
Das heißt weiter nach unten kann es wegen Null-Zinsen der Notenbanken,
gezielten Währungs-Schwächungsmaßnahmen und fortgesetzten Quantitative Easing Aktionen eigentlich nicht mehr gehen. Die auf
Zinssatz-Arbitrage ausgerichteten Bond-Spekulanten nebst der Primary Dealer Banken haben das Ende der
Fahnenstange anscheinend erreicht. Da hilft auch nicht die
heutige Rede von FED-Chairman Ben Bernanke,
in der er anlässlich einer Konferenz der Boston FED wegen der zu niedrigen
Inflation Möglichkeiten für weitere expansive Maßnahmen der Notenbank sieht. Endlich reagieren die
Bond-Märkte einmal so, wie man es von jemanden erwarten würde, dessen
zugrundeliegende Währung permanent verwässert wird: Man fordert höhere Zinsen
als Ausgleich für das höhere Risiko und die sich abzeichnende Inflation. Die
angeblich zu niedrige Inflation ist sowieso nur ein durch staatlich
manipulierte Statistiken geschöntes Konstrukt zur Verwirrung der Märkte. Laut John Williams
Webseite shadowstats.com liegt die wirkliche Inflationsrate auf Basis von
Berechnungs-Methoden, die vor der Clinton-Ära angewandt wurden, bei acht
Prozent. Das ist ja ein tolles Deflations-Märchen, das uns hier aufgetischt
wird. Neben der
Wochenend-Kurspflege kommen also noch die steigenden Bondzinsen und die
weiterhin expansive Rhetorik des Notenbank-Chefs als Begründung für die
anfänglich heftige Gold-Preisdrückung am heutigen Nachmittag hinzu. Nachdem Gold zu Beginn
des New Yorker COMEX-Handels auf bis zu $1.383
zulegen konnte, ging es in zwei Drückungswellen bis auf $1.365 abwärts. Nach
diesem Tiefschlag konnte sich Gold zwar wieder bis auf $1.376 erholen, wurde
dann aber erneut um acht Dollar gedrückt. Schließlich pendelte sich der Kurs
des gelben Metalls bis zum Ende der COMEX auf $1.370 ein – der
Schlusskurs lautete $1.371,50. Das entspricht einem 24-Stundenverlust von knapp
sechs Dollar. Im späten Access Handel
wurde Gold dann erneut auf $1.365 gedrückt. Das ist ein Zeichen, dass das Gold
Kartell wohl seine Aktionen vom heutigen Tag auf die nächste Woche auszudehnen
gedenkt. Das geschieht wohl im Vorfeld des zweitägigen Meetings des
Offenmarkt-Ausschusses der FED (FOMC) am 2. und 3.
November. Auf diesem Treffen werden weitreichende Programme zur Flutung der
Finanzmärkte mit noch mehr frischen US-Dollars erwartet. Am 5. und 6. November
findet dann die Edelmetall-Messe in München statt. Vielleicht sehen wir dort
dann erneut ein gesteigertes Interesse der Investoren an Gold und Silber. Der heutige Londoner
Vormittags-Fix kam mit $1.377,25 (EUR 977,33) zustande. Zum Nachmittags-Fix
– dort lief bereits die erste Welle der heutigen Drückungsmaßnahmen
– stand Gold mit $1.367,50 (EUR 975,25) bereits
um zehn Dollar niedriger als zum Vormittag. Bei den Weißen
Edelmetallen gab Silber mit 40 Cent ungefähr 1,6 Prozent nach, Palladium aber
kräftige 2,7 Prozent. Platin verlor in etwa ebensoviel wie Gold am heutigen
Tage – circa ein Prozent. Durch den zum Nachmittag
immer stärker werdenden US-Dollar näherte sich Gold im Laufe des Tages wieder
der Marke von EUR 980 an. Im Wochenvergleich ein Zuwachs von 15 Euro. Im Großen und Ganzen können also auch die
Euro-Goldinvestoren mit dieser Woche zufrieden sein. Wichtige Marktdaten im Überblick
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