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Bericht für den 18. Oktober 2010 Währungskrieg Wer heute früh den um
fast zehn US-Dollar gefallenen Goldpreis beobachtet hat, für den schien ein
kräftiger Goldpreis-Rückgang am heutigen Tag wie in Stein gemeißelt zu sein.
Denn die Indikatoren der letzten Woche deuteten wirklich darauf hin: Ein zum
Freitag-Nachmittag gedrückter Goldpreis, dessen
Abwärtsbewegung sich im späten Access Handel sogar noch fortzusetzen schien.
Das sollte nichts Gutes für die kommende Woche anzeigen. Das lässt schnell den
Blick auf die anderen Märkte in den Hintergrund treten und man spricht
vorschnell von einer Aktion des Gold-Kartells, um dem aufufernden
Preis des gelben Metalls doch noch endlich Herr zu werden. Dabei tobt derzeit kein
Kampf ums Gold, sondern ein Krieg um die
Papier-Währungen. So ist der Preis des japanischen Yens heute früh von 113,80
Yen pro Euro auf 112,20 Yen pro Euro um 1,2 Prozent eingebrochen. In US-Dollar
gerechnet ist die japanische Währung nur um 0,3 Prozent gesunken. Das hat beim
Goldkurs einen Schaden von in etwa 1,2 Prozent angerichtet. Komisch, dass beide
Einbrüche ziemlich genau in der gleichen Größenordnung zur gleichen Zeit
stattfanden. Die Edelmetalle scheinen mit dem Eurokurs zu steigen – aber
auch zu fallen. Die Bank of Japan (BoJ)
kämpft derzeit verbissen gegen die von den Vereinigten Staaten initiierte
Dollar-Abwertung. Mit dieser möchte man China im Währungsstreit um den zu
niedrig bewerteten Yuan zum Einlenken zwingen.
Außerdem natürlich man will die eigene Industrie vor Importen aus dem Ausland
schützen. Es ist natürlich genauso möglich, dass die PBoC
(Peoples Bank of China) seine Yen-Reserven gegen
US-Dollar abverkauft, um die Dollar-Abwertung zu bremsen. Die Maßnahmen griffen
auch anfänglich gut zu einer Tages-Zeit, wo die Japaner/Chinesen das
Marktgeschehen beherrschen. Aber sobald sich die US-Kräfte mit Beginn der
europäischen und vor allen Dingen der amerikanischen Märkten gesammelt haben,
wurde die heutige Aktion der BoJ wieder vollständig rückgängig gemacht. Wenn
die FED will, dann kann sie genauso wie die BoJ mit Yen die Märkte mit
US-Dollar fluten (China übrigens nicht, denn deren Yen-Liquidität ist auf die
gehaltenen Devisen-Reserven beschränkt). Und das praktisch ohne Limit. Am frühen Abend spricht
nun keiner mehr von einer Goldpreis-Drückung – die Vorzeichen beim Gold
waren sowohl in US-Dollar als auch in Euro leicht positiv. Ich glaube, man hat
derzeit andere Probleme zu lösen, als sich um den Goldpreis Sorgen zu machen.
Dessen Anstieg ist zwar mit 30 Prozent über die letzten 12 Monate signifikant,
aber noch nicht in einer systemkritischen Größenordnung. Ein größeres Problem
könnte dagegen der Ölpreis werden, der mit knapp $83 am oberen Ende eines lange
gehaltenen Preiskorridors tendierte. Mit der beginnenden Heiz-Saison vor allen
Dingen im Nordosten der USA könnte dies zu einer erheblichen Belastung der
betroffenen Haushalte werden. Zum Schluss des heutigen
COMEX-Handels war Gold im Vergleich zur selben Zeit
am Freitag praktisch unverändert. Die Marke von 980 Euro wurde dabei nach oben
leicht durchstoßen. Dabei sah es zum A.M.
Fix mit $1.359,75 (EUR 978,87) bei einem
Tages-Rückgang von knapp achtzehn Dollar noch negativ aus. Wobei dieser
Preisrückgang zum großen Teil noch der erst zum Nachmittag einsetzenden
Freitags-Drückung geschuldet war. Zum P.M. Fix mit
$1.367,25 (EUR 980,11) waren die Tagesverluste
neutralisiert worden. Das galt ebenfalls für den unveränderten heutigen COMEX-Schlusskurs. Bei dem Weißen Metallen
konnte Silber trotz anfänglicher starker Verluste um circa 15 Cent auf fast
$24,50 zulegen. Platin und Palladium tendierten unverändert. Der US-Dollarindex legte
um 0,2 Punkte auf 77,0 zu. Auch die US-Treasuries
konnten sich nach den Rückgängen der beiden letzten Handelstage wieder um 0,1
Prozent-Punkte auf 2,5 Prozent erholen. Dadurch legte der von mir ermittelte
Quotient aus beiden Kursen kräftig um 1,3 Punkte auf einen Stand von 30,8
– also wieder jenseits der Marke von 30 Punkten - zu. Wichtige Marktdaten im Überblick
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